
Iranischer Hacker in Montenegro festgenommen – Paralleler Schlag gegen Cyberkriminalität in Madrid
Die Festnahme eines iranisch-türkischen Staatsbürgers in Kotor wegen $3,4-Milliarden-Schadens an US-Universitäten und die Identifizierung eines Hackers in Spanien zeigen verstärkte internationale Fahndungserfolge.
Die Polizei Montenegros hat in Zusammenarbeit mit dem FBI einen 39-jährigen Mann mit iranischer und türkischer Staatsbürgerschaft im Küstenort Kotor festgenommen. Ihm werden massive Hackerangriffe auf mehr als 150 amerikanische Universitäten seit 2013 zur Last gelegt, die nach Behördenangaben einen Schaden von über 3,4 Milliarden US-Dollar verursachten. Der Zugriff erfolgte auf Grundlage eines Haftbefehls des Bundesbezirksgerichts für den südlichen Bezirk von New York wegen Verschwörung zum Computerbetrug, Hacking und Identitätsdiebstahl. Der Fall ist nun zur Einleitung eines Auslieferungsverfahrens an einen Richter am Obergericht in Podgorica verwiesen.
Nach Darstellung der montenegrinischen Ermittler dienten die erbeuteten Daten und die kompromittierten Universitätskonten dem iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) sowie weiteren iranischen Einrichtungen, darunter Hochschulen. Aus Washingtoner Sicht reiht sich der Vorgang in eine lange Serie staatlich gestützter Cyberoperationen Teherans gegen kritische Infrastruktur der USA ein. Iranische Staatsmedien wie Hamshahri Online bezeichnen die Vorwürfe dagegen als nicht mit konkreten Belegen unterlegte Anschuldigungen und verweisen auf frühere ähnlich gelagerte amerikanische Beschuldigungen gegen die Islamische Republik.
Nahezu zeitgleich meldeten argentinische Behörden einen eigenen Fahndungserfolg. Eine vom Bundesgericht Campana geführte Untersuchung unter dem Decknamen „DICTADORES“ führte zur Identifizierung und Lokalisierung des unter dem Pseudonym „@Gov.eth“ agierenden Hackers M.E.T.P. in Rivas-Vaciamadrid bei Madrid. Ihm werden Angriffe auf das nationale Personenregister Argentiniens, die Kfz-Zulassungsbehörde sowie die Veröffentlichung von Ausweisdaten von Präsident Javier Milei im April 2025 zugeschrieben. Die spanische Polizei durchsuchte die Wohnung und stellte Mobiltelefone und Computer sicher, die nun forensisch ausgewertet werden.
Beide Fälle unterstreichen die zunehmende operative Reichweite internationaler Polizeikooperation bei der Verfolgung von Cyberkriminalität. Während die montenegrinischen Behörden die Auslieferung des Iraners an die USA vorbereiten, prüfen die spanischen Ermittler die sichergestellten Datenträger auf Beweise für die den Angriffen zugrundeliegenden Netzwerkstrukturen. Die nächste konkrete Etappe ist die richterliche Anhörung in Podgorica, die über den Beginn des förmlichen Überstellungsverfahrens entscheidet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein iranischer Doppelstaatsbürger wurde auf Ersuchen des FBI in Montenegro festgenommen; ihm werden Cyberangriffe auf US-Universitäten vorgeworfen. Teheran-nahe Quellen bezweifeln die Vorwürfe und werten sie als weiteren Akt in Washingtons langjähriger Kampagne, um Druck auf den Iran und seine Sicherheitsinstitutionen auszuüben.
Argentinische Bundesermittler haben der internationalen Cyberkriminalität einen schweren Schlag versetzt, indem sie den Hacker '@Gov.eth' identifizierten, dem vorgeworfen wird, das nationale Personenregister gehackt und sensible Daten von Präsident Milei veröffentlicht zu haben. Der Einsatz unterstreicht die wachsende Fähigkeit des Landes, Cyberkriminelle zu verfolgen und kritische öffentliche Datenbanken zu schützen.
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