
Rajoy weist Rassismusvorwürfe zurück und verschärft Spannungen mit Paris
Der frühere spanische Ministerpräsident verweigert eine Entschuldigung für seine Äußerung, Frankreichs Nationalelf spiele „ohne Franzosen“, und wirft der Regierung Sánchez Ablenkung vor.
Der ehemalige spanische Regierungschef Mariano Rajoy hat sich in einer neuen Kolumne geweigert, für seine umstrittene Aussage über die französische Fußballnationalmannschaft um Entschuldigung zu bitten, und damit eine diplomatische Verstimmung zwischen Madrid und Paris vertieft. Rajoy hatte in einem Beitrag für das Onlinemagazin El Debate vor dem WM-Halbfinale geschrieben, Frankreich verfüge über „einen Kader von höchstem Niveau; allerdings ohne Franzosen“. Nach scharfer Kritik aus beiden Ländern legte er nun nach und dankte ironisch den „Behörden für die Aufmerksamkeit, die sie mir bei dieser Weltmeisterschaft geschenkt haben“. Eine Entschuldigung lehnte er mit den Worten ab: „Die entschuldigen sich für nichts. Das bleibt offenbar immer den anderen überlassen. Sie wissen, wie ich bin und was ich denke.“
Aus Sicht der spanischen Regierung unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez handelt es sich bei Rajoys Äußerung um eine fremdenfeindliche Entgleisung. Sánchez erklärte auf der Plattform X, es gebe Menschen, die Zugehörigkeit an Nachnamen, Geburtsort oder Hautfarbe festmachten, während andere sie an der Verwurzelung im Land und dem Willen, zu ihm beizutragen, mäßen. Bei einem Treffen mit dem französischen Premierminister Sébastien Lecornu in Paris äußerte Sánchez zudem, er sei „sehr beschämt“ über die Worte seines konservativen Vorgängers. Die Madrider Regierung, die sich innenpolitisch mit Korruptionsaffären in ihrem Umfeld konfrontiert sieht, nutzt den Vorgang nach Darstellung Rajoys, um von diesen Problemen abzulenken. Rajoy schrieb, es sei bedauerlich, dass so viel Mühe auf das Lob seiner Tugenden verwendet worden sei und die Behörden von Fragen abgelenkt habe, die die Spanier wirklich bewegten.
In Frankreich stießen Rajoys Aussagen auf breite Verurteilung. Außenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete sie als „Dummheit, Rassismus oder eine Kombination aus beidem“ und betonte, Frankreich habe keine Hautfarbe. Die Überseeministerin Naïma Moutchou sprach von methodischem Hass auf Frankreich und forderte den Fußballverband zu Maßnahmen auf. Die für den Kampf gegen Diskriminierung zuständige Ministerin Aurore Bergé kritisierte wiederholte rassistische Ausfälle. Aus Sicht der französischen Regierung und großer Teile des politischen Spektrums verletzt Rajoys Bemerkung das republikanische Prinzip, wonach die Nation eine politische Gemeinschaft und keine ethnische Größe ist. Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Olivier Faure, erklärte, Frankreich sei kein ethnisches Land, sondern eine um republikanische Werte versammelte politische Nation.
Der Vorgang reiht sich in eine gesamteuropäische Debatte über nationale Identität und die Zusammensetzung von Fußballnationalmannschaften ein, die auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer wieder geführt wird. Rajoys Weigerung, sich zu entschuldigen, und seine ironische Gegenoffensive zeigen, dass er die Kontroverse als innenpolitisches Instrument gegen die Regierung Sánchez nutzt, die ihn 2018 per Misstrauensvotum aus dem Amt drängte. Eine formelle diplomatische Note wurde bislang nicht bekannt; die verbale Auseinandersetzung dürfte jedoch das bilaterale Klima belasten, ohne dass konkrete politische Folgen absehbar sind. Die nächste faktische Entwicklung ist nicht zu erwarten, da Rajoy keine öffentliche Funktion mehr bekleidet und die spanische Regierung ihre Missbilligung bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht hat.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.60 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.30 | critical |
Rajoy antwortet mit Ironie und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Regierung.
Der Block nutzt Rajoys ironischen Ton, um seine Ablenkung als legitimen Gegenangriff darzustellen und die Regierung als die eigentliche Ablenkung zu framen.
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Der ehemalige Ministerpräsident sieht sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt und weigert sich, sich zu entschuldigen, wobei er mit Sarkasmus ablenkt.
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