
Pogacars Siegeszug bei der Tour de Suisse mit historischen Dimensionen
Der Slowene gewinnt das Etappenrennen mit dem grössten Vorsprung seit 1959 und unterstreicht seine Favoritenrolle für die Tour – während die Rundfahrt sich mit einem innovativen Format neu erfindet.
Tadej Pogacar hat die 89. Tour de Suisse mit einer Demonstration der Extraklasse beendet und wenige Tage vor der Tour de France ein Ausrufezeichen gesetzt. Auf der Schlussetappe nach Villars-sur-Ollon attackierte der Slowene achteinhalb Kilometer vor dem Ziel im letzten Anstieg, schloss zu den Ausreißern auf und überholte den führenden Franzosen Lenny Martinez erst 900 Meter vor dem Zielstrich. Mit seinem dritten Tagessieg baute Pogacar den Vorsprung in der Gesamtwertung auf 6:32 Minuten vor dem ecuadorianischen Olympiasieger Richard Carapaz aus – eine Marge, wie sie im Schweizer Etappenrennen zuletzt 1959 erreicht wurde, als Hans Junkermann mit über zehn Minuten gewann. In den letzten 25 Austragungen hatte kein Sieger mehr als gut zwei Minuten Vorsprung; Fabian Cancellaras Triumph 2009 mit exakt dieser Differenz galt bereits als dominant.
Die Zahlen der Saison verleihen Pogacars Form einen fast bedrohlichen Glanz: Erst 16 Renntage hat er 2026 bestritten, doch 13 Siege stehen jetzt zu Buche – darunter zwei Gesamtwertungen. In der ewigen Bestenliste der Saison hat er den Dänen Jonas Vingegaard, der den Giro für sich entschied, nach französischen Berechnungen bereits überholt. Sein Team UAE Emirates, das mit dem Tessiner Manager Mauro Gianetti den dritten Toursieg in Folge einfährt, untermauerte die kollektive Stärke bereits zuvor: Jhonatan Narváez gewann die dritte Etappe, Brandon McNulty belegte Rang vier.
Diese sportliche Wucht entfaltete sich eingebettet in ein organisatorisches Experiment, das die Verantwortlichen als „Test für die Zukunft des Radsports“ anpreisen. Anders als klassische Etappenrennen wurde die gesamte Rundfahrt auf Rundkursen ausgetragen – jeder Tag startete und endete im selben Ort, auf identischen Schlaufen für Männer und Frauen. Aus Schweizer Perspektive ist die Bilanz doppelt positiv: Das Fernsehpublikum habe keine Einbußen in der Bildqualität erlitten, betonte Renndirektor Olivier Senn, und mit Marlen Reusser triumphierte eine Bernerin im Frauenrennen. Ihr Sieg und die Rückkehr der Männer an alpine Schauplätze wie Villars-sur-Ollon geben dem traditionsreichen Klassement eine neue, ortsfeste Identität – ein Modell, das in finanziell angespannten Zeiten Nachahmer finden könnte.
Für Pogacar aber zählte nur die unmittelbare sportliche Perspektive: „Es war extrem heiß, eine sehr schnelle Strecke. Ich wusste nicht, dass ich um den Etappensieg kämpfe, und habe einfach alles gegeben“, sagte er nach seinem Zeitfahrsieg vom Samstag, bei dem er den Niederländer Mathieu van der Poel um weniger als eine Sekunde distanzierte. Die Frankreich-Rundfahrt, wo er mit einem fünften Gesamtsieg zu den Rekordhaltern Merckx, Anquetil, Hinault und Indurain aufschließen kann, rückt nun in greifbare Nähe. Als bester Schweizer klassierte sich Mauro Schmid auf Rang 15, während die Konkurrenz staunend das Maß aller Dinge zur Kenntnis nahm.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Pogacar's victory at the Tour de Suisse is portrayed as an unprecedented display of power, with a record margin not seen since 1959. However, the media also raise safety concerns after his partner's crash and discuss the race's innovative format as a potential model for cycling's future.
Pogacar's triumph at the Tour de Suisse is celebrated as another feat by the Slovenian star, who with his time trial victory strengthened the lead of UAE Team. Gulf media emphasize how this performance confirms his candidacy for the Tour de France, highlighting pride for the Emirati team.
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