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Wissenschaft & GesundheitDienstag, 23. Juni 2026

Mikroplastik in der Tiefsee und Chemikalien im Mutterleib – neue Daten zur globalen Schadstoffbelastung

Brasilianische Forscher weisen persistente Schadstoffe in Tiefseeorganismen nach, während eine US-Studie bei Schwangeren Dutzende problematische Chemikalien findet.

Erstmals ist in der Tiefsee vor der brasilianischen Küste eine Kontamination von Sedimenten, Fischen und wirbellosen Tieren mit Mikroplastik und persistenten organischen Schadstoffen (POPs) dokumentiert worden. Ein Team des Instituto Oceanográfico der Universität São Paulo sammelte in der Bacia de Santos in 400 bis 1.500 Metern Tiefe Proben und wies in den Verdauungstrakten von vier Fischarten sowie in neun wirbellosen Arten, darunter Seegurken, Kunststofffasern nach. In den Sedimenten fanden sich polychlorierte Biphenyle (PCB), in Fischen zusätzlich polybromierte Diphenylether (PBDE). Die Untersuchung, veröffentlicht im Marine Pollution Bulletin, belegt, dass selbst der als abgeschieden geltende Lebensraum in 140 Kilometern Entfernung zur Küste nicht mehr frei von langlebigen Industriechemikalien ist.

Die Befunde reihen sich in ein wachsendes Bild der globalen Plastikbelastung ein, das längst den menschlichen Körper erreicht hat. Eine Arbeitsgruppe der University of New Mexico publizierte im Februar 2025 in Nature Medicine einen Vergleich von Autopsiegewebe: Die Konzentration von Mikroplastik im frontalen Kortex war binnen acht Jahren um rund 50 Prozent gestiegen. Bereits 2021 und 2022 waren Partikel in menschlichem Blut und in Plazentagewebe identifiziert worden, und eine Studie im New England Journal of Medicine brachte Mikro- und Nanoplastik in Karotisplaques mit einem mehr als vierfach erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod in Verbindung. Die Quellen sind vielfältig: Neben Fischereigerät, das den pazifischen Müllstrudel – die Great Pacific Garbage Patch – zu 46 Prozent seiner Masse ausmacht, gelangen textile Fasern und synthetische Kautschuke aus der Offshore-Industrie in die Meere und über die Nahrungskette zurück zum Menschen.

Parallel dazu zeigt eine bevölkerungsbezogene Studie aus den USA, wie allgegenwärtig chemische Belastungen im Alltag sind. Forscher der University of North Carolina, der Stanford University und des Woods Institute analysierten Urinproben von mehr als 5.000 Frauen, die zwischen 2000 und 2021 entbunden hatten. In jeder Probe fanden sich mindestens 45 der 113 untersuchten Substanzen, in Einzelfällen bis zu 64 – darunter Phthalate und neuartige Weichmacher. Die in JAMA Network Open publizierte Arbeit stellt einen statistischen Zusammenhang mit Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht fest. Die Studienautorinnen betonen, dass ein individuelles Ausweichen kaum möglich ist, da die Stoffe in Lebensmitteln, Wasser, Kosmetika und Haushaltsprodukten vorkommen.

Die nächste regulatorische Wegmarke sind die laufenden Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen. Aus Sicht von Fachleuten des Instituto Nacional de Economia Circular in Brasilien wird der Erfolg solcher Instrumente daran zu messen sein, ob sie nicht nur die sichtbare Vermüllung der Ozeane adressieren, sondern auch die unsichtbare Fracht in menschlichem Gewebe und in entlegenen Tiefseeökosystemen. Die brasilianische Studie unterstreicht zudem den Forschungsbedarf zur atmosphärischen Verbreitung der Schadstoffe und zu ihren Langzeitwirkungen auf die Tiefseefauna.

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Die Verschmutzung hat die Tiefsee und den menschlichen Körper erreicht. Brasilianische Forscher fanden Mikroplastik und persistente Schadstoffe in Sedimenten und Tieren in 1.500 Metern Tiefe. Internationale Studien weisen Mikroplastik in Blut, Plazenta und Gehirn nach – ein Zeichen für eine beispiellose globale Kontamination.

Arabische Levante-Maghreb-Presse
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Eine US-Studie zeigt, dass schwangere Frauen täglich Dutzenden schädlicher Chemikalien ausgesetzt sind, die mit Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung stehen. Die Analyse von Urinproben von über 5.000 Frauen verdeutlicht die allgegenwärtige Bedrohung durch Umweltgifte für die Gesundheit von Mutter und Kind.

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Dienstag, 23. Juni 2026

Mikroplastik in der Tiefsee und Chemikalien im Mutterleib – neue Daten zur globalen Schadstoffbelastung

Brasilianische Forscher weisen persistente Schadstoffe in Tiefseeorganismen nach, während eine US-Studie bei Schwangeren Dutzende problematische Chemikalien findet.

Erstmals ist in der Tiefsee vor der brasilianischen Küste eine Kontamination von Sedimenten, Fischen und wirbellosen Tieren mit Mikroplastik und persistenten organischen Schadstoffen (POPs) dokumentiert worden. Ein Team des Instituto Oceanográfico der Universität São Paulo sammelte in der Bacia de Santos in 400 bis 1.500 Metern Tiefe Proben und wies in den Verdauungstrakten von vier Fischarten sowie in neun wirbellosen Arten, darunter Seegurken, Kunststofffasern nach. In den Sedimenten fanden sich polychlorierte Biphenyle (PCB), in Fischen zusätzlich polybromierte Diphenylether (PBDE). Die Untersuchung, veröffentlicht im Marine Pollution Bulletin, belegt, dass selbst der als abgeschieden geltende Lebensraum in 140 Kilometern Entfernung zur Küste nicht mehr frei von langlebigen Industriechemikalien ist.

Die Befunde reihen sich in ein wachsendes Bild der globalen Plastikbelastung ein, das längst den menschlichen Körper erreicht hat. Eine Arbeitsgruppe der University of New Mexico publizierte im Februar 2025 in Nature Medicine einen Vergleich von Autopsiegewebe: Die Konzentration von Mikroplastik im frontalen Kortex war binnen acht Jahren um rund 50 Prozent gestiegen. Bereits 2021 und 2022 waren Partikel in menschlichem Blut und in Plazentagewebe identifiziert worden, und eine Studie im New England Journal of Medicine brachte Mikro- und Nanoplastik in Karotisplaques mit einem mehr als vierfach erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod in Verbindung. Die Quellen sind vielfältig: Neben Fischereigerät, das den pazifischen Müllstrudel – die Great Pacific Garbage Patch – zu 46 Prozent seiner Masse ausmacht, gelangen textile Fasern und synthetische Kautschuke aus der Offshore-Industrie in die Meere und über die Nahrungskette zurück zum Menschen.

Parallel dazu zeigt eine bevölkerungsbezogene Studie aus den USA, wie allgegenwärtig chemische Belastungen im Alltag sind. Forscher der University of North Carolina, der Stanford University und des Woods Institute analysierten Urinproben von mehr als 5.000 Frauen, die zwischen 2000 und 2021 entbunden hatten. In jeder Probe fanden sich mindestens 45 der 113 untersuchten Substanzen, in Einzelfällen bis zu 64 – darunter Phthalate und neuartige Weichmacher. Die in JAMA Network Open publizierte Arbeit stellt einen statistischen Zusammenhang mit Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht fest. Die Studienautorinnen betonen, dass ein individuelles Ausweichen kaum möglich ist, da die Stoffe in Lebensmitteln, Wasser, Kosmetika und Haushaltsprodukten vorkommen.

Die nächste regulatorische Wegmarke sind die laufenden Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen. Aus Sicht von Fachleuten des Instituto Nacional de Economia Circular in Brasilien wird der Erfolg solcher Instrumente daran zu messen sein, ob sie nicht nur die sichtbare Vermüllung der Ozeane adressieren, sondern auch die unsichtbare Fracht in menschlichem Gewebe und in entlegenen Tiefseeökosystemen. Die brasilianische Studie unterstreicht zudem den Forschungsbedarf zur atmosphärischen Verbreitung der Schadstoffe und zu ihren Langzeitwirkungen auf die Tiefseefauna.

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AlarmDringlichkeit

Die Verschmutzung hat die Tiefsee und den menschlichen Körper erreicht. Brasilianische Forscher fanden Mikroplastik und persistente Schadstoffe in Sedimenten und Tieren in 1.500 Metern Tiefe. Internationale Studien weisen Mikroplastik in Blut, Plazenta und Gehirn nach – ein Zeichen für eine beispiellose globale Kontamination.

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Eine US-Studie zeigt, dass schwangere Frauen täglich Dutzenden schädlicher Chemikalien ausgesetzt sind, die mit Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung stehen. Die Analyse von Urinproben von über 5.000 Frauen verdeutlicht die allgegenwärtige Bedrohung durch Umweltgifte für die Gesundheit von Mutter und Kind.

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