
Malagò übernimmt die FIGC: Ein alter Bekannter soll Italiens Fußballkrise lösen
Der ehemalige CONI-Präsident Giovanni Malagò wurde mit 68,58 Prozent der Stimmen zum neuen Chef des italienischen Fußballverbands gewählt und tritt ein schweres Erbe nach drei verpassten Weltmeisterschaften an.
Mit 343.084 gewichteten Stimmen, entsprechend 68,58 Prozent, setzte sich Giovanni Malagò am Montag im römischen Hotel Rome Cavalieri Waldorf Astoria gegen Giancarlo Abete durch, der auf 29,17 Prozent kam. Die Wahl war nötig geworden, nachdem Gabriele Gravina Anfang April zurückgetreten war – unmittelbar nach der Niederlage im Playoff gegen Bosnien-Herzegowina, die Italiens dritte verpasste WM-Teilnahme in Folge besiegelte. Malagò, der von 2013 bis 2025 das Comitato Olimpico Nazionale Italiano (CONI) geführt und zuletzt die Winterspiele von Mailand-Cortina organisiert hatte, übernimmt die Federazione Italiana Giuoco Calcio (FIGC) für die zweite Hälfte der laufenden Legislaturperiode.
Der 67-jährige Römer war als Kandidat der Serie A ins Rennen gegangen, orchestriert von Inter Mailands Präsident Giuseppe Marotta und unterstützt von Klubs wie Atalanta, Bologna, Sassuolo und Neapel. Auch die Spielergewerkschaft AIC und die Trainervereinigung AIAC stellten sich hinter ihn – eine ungewöhnliche Koalition, die in italienischen Medien als Zweckbündnis zur Wahrung des Status quo beschrieben wird. Malagò selbst wies den Vorwurf, ein „fremder Papst“ zu sein, zurück und betonte seine Verwurzelung im Verband: Er habe einst Futsal gespielt, sei Präsident des einflussreichen Circolo Canottieri Aniene gewesen und kenne alle Kategorien. Kritiker verweisen indes darauf, dass der gesamte Bundesrat unverändert bestätigt wurde und mit Roberto Mancini ausgerechnet jener Trainer als Nationalcoach zurückkehren könnte, der 2023 überraschend nach Saudi-Arabien geflohen war.
Malagòs Agenda ist dicht. Kurzfristig muss ein neuer Commissario Tecnico ernannt werden; die Nations League im Herbst mit Gegnern wie Belgien, Türkei und Frankreich duldet keine Fehltritte, will Italien nicht im FIFA-Ranking weiter abrutschen. Strukturell stehen Reformen der Nachwuchsförderung und der Infrastruktur an: Für die gemeinsam mit der Türkei auszurichtende Europameisterschaft 2032 müssen fünf taugliche Stadien benannt werden, während das Verhältnis zur Regierung in Rom nach gegenseitigen Schuldzuweisungen belastet ist. Der scheidende Präsident Gravina hatte dem Kabinett vorgeworfen, keinen Euro in die Jugendakademien investiert zu haben.
Aus internationaler Sicht wird die Wahl als Versuch gewertet, die vierfachen Weltmeister aus einer beispiellosen Krise zu führen. Russische und arabische Beobachter verweisen auf Malagòs olympische Erfolge, aber auch auf die organisatorischen Schwierigkeiten bei Mailand-Cortina, wo Bob- und Skeleton-Wettbewerbe ins Ausland verlegt werden mussten. In Italien selbst dominiert Skepsis: Blätter wie L’Espresso und Il Fatto Quotidiano sprechen von einem „Gattopardo“-Manöver, bei dem sich die alte Garde unter neuem Namen halte. Malagòs erste Amtshandlung wird die Benennung des Nationaltrainers sein; die Zeichen stehen auf Mancini, dessen Rückkehr nach Coverciano alsbald erwartet wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Malagòs Wahl wird als vorhersehbares Umschichten der alten Garde dargestellt, bei dem dieselbe Elite unter dem Deckmantel der Erneuerung von einem Sessel zum nächsten wechselt. Hinter dem Sieg steht ein Pakt zwischen der Serie A, Spielern und Trainern, um die Spitzenliga vom Rest abzukoppeln und Geschäfte über Nationalmannschaften und Nachwuchs zu stellen. Kommentatoren sehen darin das jüngste Beispiel für Italiens Unfähigkeit, wirklich Platz zu machen und Wandel zuzulassen.
Russische Medien berichten sachlich und faktenorientiert über die Wahl, verweisen auf Malagòs Hintergrund als ehemaliger CONI-Präsident und seine Rolle bei den Olympischen Spielen Mailand-Cortina. Der Führungswechsel wird als administrativer Vorgang nach Gravina's Rücktritt infolge des WM-Scheiterns dargestellt, ohne redaktionelle Wertung.
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