
IWF senkt globale Wachstumsprognose auf 3,0 Prozent – Nahostkrieg und KI-Investitionen prägen Ausblick
Der Internationale Währungsfonds korrigiert seine Erwartungen für 2026 nach unten und warnt vor anhaltenden Risiken durch den Konflikt im Nahen Osten sowie eine steigende Inflation.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 auf 3,0 Prozent gesenkt – ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber der April-Schätzung. Gleichzeitig hob der Fonds die Inflationserwartung für das laufende Jahr um 0,3 Punkte auf 4,7 Prozent an. Für 2027 wird eine Erholung auf 3,4 Prozent Wachstum erwartet, die jedoch unter dem Durchschnitt der Jahre 2024 und 2025 von 3,5 Prozent bleibt. Die Revision spiegelt die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten wider, die durch eine robuste Nachfrage im Technologiesektor – insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz – nur teilweise abgefedert werden.
Auslöser der Abwärtskorrektur ist der seit Ende Februar andauernde Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran, der zur faktischen Blockade der Straße von Hormus führte. Der IWF geht in seiner Basisprognose von einer schrittweisen Wiedereröffnung der Wasserstraße ab Mitte Juli und einer Normalisierung bis März 2027 aus. Der durchschnittliche Ölpreis wird für 2026 auf 89 Dollar je Barrel geschätzt, ein Anstieg von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Freigabe strategischer Reserven und eine Ausweitung der Förderung außerhalb der Golfregion dämpften den Preisschock, doch die Energiekosten liegen weiterhin rund 25 Prozent über dem Vorkriegsniveau.
Die Auswirkungen auf die einzelnen Volkswirtschaften fallen je nach Rohstoffabhängigkeit und Einbindung in die globale Technologie-Wertschöpfungskette unterschiedlich aus. Exporteure von Energie außerhalb der Konfliktzone – darunter Brasilien, dessen Wachstumsprognose der IWF für 2026 von 1,9 auf 2,4 Prozent anhob – profitieren von verbesserten Terms of Trade. Volkswirtschaften, die eng mit dem KI-gestützten Technologiezyklus verflochten sind, wie Südkorea, Taiwan oder Malaysia, verzeichnen ebenfalls Aufwärtsrevisionen. Dagegen senkte der Fonds die Erwartungen für Energieimporteure mit geringer Technologieanbindung, etwa für Mexiko (1,2 Prozent) und den Euroraum (0,9 Prozent). Deutschland wird darin mit 0,7 Prozent Wachstum ausgewiesen, Frankreich mit 0,6 Prozent.
Die Risiken für die Weltwirtschaft bleiben laut IWF abwärtsgerichtet. Eine erneute Eskalation des Nahostkonflikts – die Waffenruhe zwischen den USA und Iran wurde in den vergangenen Tagen brüchig – könnte die Rohstoffpreise weiter in die Höhe treiben, zumal viele Länder ihre strategischen Ölreserven bereits weitgehend aufgebraucht haben. Auch eine mögliche Korrektur der technologiegetriebenen Markterwartungen sowie eine zunehmende Handelsfragmentierung bergen Gefahren. Die nächste Belastungsprobe wird die tatsächliche Entwicklung der Schifffahrt in der Straße von Hormus sein, von der die unterstellte Erholung im zweiten Halbjahr maßgeblich abhängt.
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
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Iran denounces Western aggression as the cause of the global economic slowdown.
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The IMF warns of a slowdown but highlights the compensating role of AI.
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