
Pakistan führt nach Anschlag auf Paramilitärcamp Vergeltungsschläge aus und beschuldigt Indien
Islamabad macht ohne Belege indische Stellvertreter für den Angriff verantwortlich, während Neu-Delhi die Vorwürfe kategorisch zurückweist und Pakistan zur Selbstkritik auffordert.
Am Samstagabend griffen Kämpfer der TTP-Abspaltung Jamaat-ul-Ahrar ein Lager der paramilitärischen Sindh Rangers in Karachi an und töteten mindestens drei Sicherheitskräfte, ehe drei Angreifer erschossen und ein weiterer – ein afghanischer Staatsbürger – festgenommen wurde. Als Reaktion führte Pakistan nach eigenen Militärangaben am Sonntag Geheimdienstoperationen und „kalibrierte Luftschläge“ auf angebliche Verstecke der Gruppe in den afghanischen Grenzprovinzen Paktia, Paktika und Kunar durch, wobei 29 Kämpfer getötet worden sein sollen. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
Aus pakistanischer Sicht wird der Anschlag als von Indien gesteuert betrachtet. Ohne Belege zu präsentieren, bezeichneten Militärs die Gruppierung als „indischen Stellvertreter“; Premierminister Shehbaz Sharif sprach von Versuchen Indiens, „Stabilität und Frieden in Pakistan zu untergraben“. Die Regierung in Neu-Delhi wies diese Anschuldigungen durch den Sprecher des Außenministeriums, Randhir Jaiswal, „kategorisch“ zurück und forderte Islamabad in ungewöhnlich scharfer Form auf, „glaubwürdige Maßnahmen gegen die eigene Terrorinfrastruktur“ zu ergreifen und sich nicht auf Terrorismus als Instrument der Staatspolitik zu verlassen. In europäischen Hauptstädten sieht man in dem erneuerten Vorwurf eine Fortsetzung des Musters gegenseitiger Schuldzuweisungen zwischen den verfeindeten Nachbarn.
Der Anschlag ist der schwerste in Karatschi, seit im Oktober 2024 ein Selbstmordattentäter einen chinesischen Konvoi attackierte. Pakistan verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Anstieg militanter Gewalt gegen Sicherheitskräfte, die überwiegend von der pakistanischen Taliban (TTP) und ihren Verbündeten reklamiert wird. Islamabad macht die Taliban-Regierung in Kabul dafür verantwortlich, TTP-Kämpfern Rückzugsräume auf afghanischem Boden zu gewähren – ein Vorwurf, den Kabul stets zurückweist und der bereits in mehreren grenzüberschreitenden pakistanischen Militäroperationen mündete. Afghanische Regierungsvertreter äußerten sich zu den jüngsten Luftschlägen zunächst nicht.
Aus deutscher Perspektive wird die Entwicklung mit Sorge beobachtet, da eine weitere Destabilisierung Pakistans Rückwirkungen auf die europäische Sicherheitsarchitektur haben könnte. Pakistan hat Vergeltung für den Anschlag angekündigt und betont, mit aller Härte gegen den „ausländisch unterstützten Terrorismus“ vorgehen zu wollen, während Indien auf eine innenpolitische Lösung drängt. Die pakistanische Führung leitete eine Untersuchung des Vorfalls ein; mit einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates wird in den kommenden Tagen gerechnet. Die zuständigen Gremien der Vereinten Nationen sowie die EU-Außenbeauftragte mahnten beide Seiten zur Zurückhaltung.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Indien wies Pakistans Vorwürfe einer Beteiligung am Anschlag in Karachi kategorisch zurück und nannte sie unbegründet. Neu-Delhi forderte Islamabad auf, nicht länger mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern das Terrornetzwerk auf eigenem Boden zu zerschlagen.
Ein paramilitärisches Lager in Karachi wurde von Militanten angegriffen, wobei drei Sicherheitskräfte und drei Angreifer getötet wurden. Eine abtrünnige Fraktion der pakistanischen Taliban bekannte sich zu dem Anschlag. Die Sicherheitskräfte gaben an, den Angriff vereitelt und einen Militanten festgenommen zu haben.
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