
Russlands Ölexporte erreichen Rekordhoch, doch die Einnahmen sinken
Während Indien von Rekordimporten profitiert, drücken fallende Preise und ein Überangebot aus den Emiraten auf die Erlöse Moskaus.
Die russischen Rohölexporte auf dem Seeweg sind im Juni auf einen Höchststand von 4,13 Millionen Barrel pro Tag gestiegen – so viel wie seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine nicht mehr. Gleichzeitig fiel die wöchentliche Valutaeinnahme aus dem Ölgeschäft auf 1,9 Milliarden Dollar, den niedrigsten Wert seit März. Aus Moskauer Sicht zeigt sich darin ein zunehmendes Missverhältnis: Die ausgeweitete Ausfuhr, die auch auf ukrainische Drohnenangriffe gegen Raffinerien und die daraus folgende Umlenkung von Rohöl in den Export zurückgeht, trifft auf einen Preisverfall bei der Sorte Urals. Dieser folgte den globalen Benchmark-Ölpreisen, die angesichts der Hoffnung auf eine dauerhafte Waffenruhe zwischen den USA und Iran nachgaben.
Indische Raffinerien haben ihre Bezüge russischen Rohöls im selben Monat auf einen Rekord von 2,7 Millionen Barrel pro Tag ausgeweitet. Damit deckte Russland mehr als die Hälfte des indischen Gesamtimports, nach 36,5 Prozent im Mai. Aus Neu-Delhi heißt es, die Ausweitung diene der Absicherung gegen Lieferrisiken, die durch die zeitweilige Blockade der Straße von Hormus entstanden waren. Einem Bericht von HSBC Global Research zufolge haben indische Verarbeiter ihre Beschaffung breit diversifiziert und beziehen nun zusätzliche Mengen aus den USA, Oman, Westafrika und Südamerika. Die anhaltenden Preisabschläge auf russisches Öl gegenüber Brent machen die Lieferungen trotz gestiegener Frachtkosten attraktiv.
Parallel dazu haben die Vereinigten Arabischen Emirate nach ihrem Austritt aus der OPEC ihre Ausfuhren von Rohöl und Kondensaten auf ein Allzeithoch von 3,7 Millionen Barrel pro Tag gesteigert. Laut Daten von Kpler und Vortexa wird dies durch die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die Freigabe zuvor blockierter Tanker sowie die Auflösung von Lagerbeständen begünstigt. Die zusätzlichen Mengen drücken auf einen Markt, der bereits durch die Wiederaufnahme der Golf-Exporte ein kurzfristiges Überangebot verzeichnet. HSBC spricht von einem „Mini-Glut“, der sich jedoch mit dem Wiederaufbau strategischer Reserven und dem Auslaufen von Freigaben aus staatlichen Lagerbeständen legen dürfte.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf die Mitte August auslaufende Ausnahmegenehmigung für iranische Öllieferungen. Sollte Washington diese nicht verlängern, könnten asiatische Abnehmer, darunter Indien, ihre Zurückhaltung gegenüber dem Golf aufgeben und Russland zu tieferen Preisnachlässen zwingen. Zugleich beobachten Marktteilnehmer die schwimmende Lagerhaltung, die mit 133 Millionen Barrel einen neuen Höchststand erreicht hat – ein Indiz dafür, dass es Moskau zunehmend schwerfällt, Käufer für seine gesamte Produktion zu finden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russland erreichte einen neuen Höchststand bei den Rohölexporten auf dem Seeweg, doch der Preisverfall drückte die wöchentlichen Einnahmen auf den niedrigsten Stand seit März. Der Mengenschub führt für Moskau nicht zu höheren Einnahmen, was auf eine grundlegende Schwäche hindeutet.
Russlands Rohölexporte auf dem Seeweg erreichen Rekordniveau, doch die Einnahmen brechen wegen fallender Preise ein. Die Mengen werden auch durch Schäden aus ukrainischen Angriffen auf Raffinerien angetrieben, was Moskau zwingt, mehr unverarbeitetes Rohöl mit geringeren Margen zu verkaufen.
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