
Satellitenflut bedroht Astronomie: ESO-Studie beziffert Grenze auf 100.000 Objekte
Mehr als 1,7 Millionen geplante Satelliten könnten den Nachthimmel so stark aufhellen, dass erdgebundene Teleskope kaum noch nutzbar wären, warnt das Europäische Südobservatorium.
Eine neue Studie des Europäischen Südobservatoriums (ESO) kommt zu dem Schluss, dass die derzeitigen Pläne für Mega-Konstellationen mit mehr als 1,7 Millionen Satelliten „verheerende Folgen für die Astronomie“ hätten. Erstmals wurde quantifiziert, wie stark die Hintergrundhelligkeit des Himmels durch große, leuchtstarke Satellitenflotten zunehmen würde. Die in Astronomy & Astrophysics veröffentlichte Arbeit nennt eine Obergrenze von 100.000 Satelliten, die zudem so lichtschwach sein müssten, dass sie mit bloßem Auge selbst an dunklen Standorten nicht sichtbar sind. Andernfalls, so die Forscher, werde der Himmel selbst in entlegenen Regionen wie der Atacama-Wüste bald dem Lichtniveau eines Stadtrands ähneln.
Die Untersuchung modelliert die Auswirkungen von Projekten wie SpaceX’ Starlink, das neben 20.000 Telekommunikationssatelliten eine Million weitere für orbitale Rechenzentren vorsieht, sowie der chinesischen CTC-Konstellationen und der US-Firma Reflect Orbital, die bis 2035 bis zu 50.000 spiegelartige Satelliten zur nächtlichen Sonnenlichtreflexion starten will. Letztere könnten selbst außerhalb des direkten Strahls so hell wie die Venus erscheinen. Bereits heute hinterlassen die rund 14.000 aktiven Satelliten störende Leuchtspuren auf astronomischen Aufnahmen; bei einem Anstieg auf über eine Million drohten Ausfallquoten von bis zu 28 Prozent des Sichtfelds an Teleskopen wie dem Very Large Telescope in Chile.
Parallel zu dieser regulatorischen Herausforderung erweitern andere Beobachtungen das Verständnis planetarer Systeme. Ein internationales Team um die Universität St Andrews hat mit dem James-Webb-Weltraumteleskop die Atmosphäre des Planeten WD 1856 b analysiert, der einen Weißen Zwerg in 80 Lichtjahren Entfernung umkreist. Die in Nature publizierte spektroskopische Untersuchung weist Methan und Aerosole nach und zeigt eine unerwartet hohe Temperatur von 390 bis 412 Kelvin. Die Forscher deuten dies als Restwärme eines vergangenen Aufheizprozesses und stützen damit die Hypothese, dass Gasriesen das Ende ihres Sterns überdauern und erst Milliarden Jahre später durch gravitative Störungen in eine enge Umlaufbahn wandern können.
Unabhängig davon treibt die NASA ihre Pläne für eine dauerhafte Mondbasis voran. Mit einem Gesamtbudget von rund 30 Milliarden US-Dollar und ersten Frachtaufträgen im Umfang von 590 Millionen Dollar an Astrobotic, Firefly und Intuitive Machines soll die erste Phase bis 2028 abgeschlossen sein. Während Firefly bereits eine erfolgreiche Landung am Mondäquator absolvierte, kämpft Blue Origin mit Verzögerungen nach der Explosion einer New-Glenn-Rakete. Die nächste wegweisende Entscheidung fällt jedoch auf der Erde: Die US-amerikanische Federal Communications Commission prüft derzeit die Anträge von SpaceX und Reflect Orbital. Die ESO hat ihre Studie gemeinsam mit der Royal Astronomical Society und der Internationalen Astronomischen Union als Stellungnahme eingereicht und erwartet eine regulatorische Weichenstellung, die über die Zukunft der optischen Astronomie mitentscheidet.
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Eine neue Studie warnt, dass der kommerzielle Wettlauf, die erdnahe Umlaufbahn mit bis zu 1,7 Millionen Satelliten zu füllen, verheerende Folgen für die Astronomie haben könnte. Der Nachthimmel würde heller werden, und Teleskope würden große Teile ihrer Bilder durch Satellitenspuren verlieren. Forscher fordern eine weltweite Obergrenze von 100.000 Satelliten, um unsere Fähigkeit zur Erforschung des Universums zu erhalten.
Die NASA bereitet den Bau einer permanenten Basis auf dem Mond vor, gestützt auf ein Budget von 30 Milliarden Dollar, während die USA ihre Führung im All im harten Wettbewerb mit China behaupten wollen. Erste Aufträge an Privatfirmen für die Lieferung wissenschaftlicher Instrumente und Technologie wurden vergeben. Der Mondaußenposten wird als strategischer Vorteil im neuen Weltraumwettlauf dargestellt.
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