
Rekordsteuern in Japan, Gewinnsprung in Brasilien – fiskalische Divergenzen prägen die Weltwirtschaft
Während Japan und Brasilien von sprudelnden Einnahmen berichten, setzt Deutschland auf neue Schulden und Ägypten auf ein straffes Sparprogramm.
Die japanischen Steuereinnahmen sind im Fiskaljahr 2025 um 12 Prozent auf 84,2 Billionen Yen gestiegen – der sechste Rekord in Folge. Wie das Finanzministerium in Tokio mitteilte, übertrafen alle drei großen Steuerarten die Vorjahreswerte, angetrieben von Lohnzuwächsen, höheren Unternehmensgewinnen und der Inflation. Die Einkommensteuer legte um 19,1 Prozent zu, die Körperschaftsteuer um 21,4 Prozent. Parallel meldete der Gewerkschaftsdachverband Rengo für das Frühjahr 2026 eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 5,01 Prozent, das dritte Jahr in Folge über der Fünf-Prozent-Marke. Die Regierung unter Ministerpräsidentin Sanae Takaichi kann einen Haushaltsüberschuss von 2,6 Billionen Yen verbuchen, der überwiegend in die Tilgung von Staatsanleihen und in Verteidigungsausgaben fließen soll.
In Brasilien verzeichneten die bundeseigenen Unternehmen 2025 einen Gewinn von 169,4 Milliarden Real, ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert der Geschichte. Das Ministerium für Verwaltung und Innovation führt den Anstieg auf die starke Performance von Finanzinstituten und des Erdölsektors zurück. Die Ausschüttungen an die öffentliche Hand stützen den Staatshaushalt; die Regierung in Brasília betont, die Staatskonzerne seien Nettoeinnahmequellen für den Bund. Anders als in Japan, wo die Steuerbasis breit wächst, speist sich der brasilianische Überschuss stark aus Rohstoff- und Finanzgewinnen.
Deutschland schlägt einen entgegengesetzten Weg ein. Nach einer Kabinettsvorlage von Finanzminister Lars Klingbeil soll die Nettokreditaufnahme 2027 auf 118,7 Milliarden Euro steigen, fast acht Milliarden mehr als noch im April geplant. Die Ausgaben wachsen auf 555,4 Milliarden Euro. Um den Etat zu schließen, greift der Bund auf Rücklagen von 6,8 Milliarden Euro zurück, die bis 2019 in wirtschaftlich guten Jahren aufgebaut wurden. Danach verblieben nur noch 3,9 Milliarden Euro. Die Opposition kritisiert, die Konsolidierungsbeiträge der Ministerien seien unkonkret und die Rücklage werde entgegen früherer Zusagen geplündert. Der Bundesrechnungshof erwartet, dass die jährlichen Zinsausgaben bis 2029 auf 66 Milliarden Euro steigen – mehr als das Doppelte des für 2026 veranschlagten Betrags.
Ägypten wiederum setzt auf eine restriktive Fiskalpolitik, um die Auflagen des Internationalen Währungsfonds zu erfüllen. Das Budget für das im Juli begonnene Fiskaljahr 2026/27 sieht Ausgaben von 5,2 Billionen ägyptischen Pfund vor, bei Einnahmen von 4,1 Billionen. Der Schuldendienst verschlingt 46,7 Prozent der Ausgaben. Die Regierung in Kairo will die Steuereinnahmen um 27 Prozent steigern, unter anderem durch eine Ausweitung der Mehrwertsteuer auf die Vermietung von Gewerbeimmobilien und neue Abgaben auf Erdgas und Goldverarbeitung. Der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer wurde auf 27,5 Prozent angehoben. Die IMF-Sprecherin Julie Kozack bezeichnete die Gespräche über die siebte Überprüfung des erweiterten Kreditprogramms als positiv; eine Einigung könnte rund 1,6 Milliarden Dollar freigeben.
Die nächsten Wegmarken liegen in der Aufstellung des japanischen Haushalts 2027, bei der die Regierung die Finanzierungslücke aus der geplanten Senkung der Konsumsteuer auf Lebensmittel schließen muss, sowie in der deutschen Haushaltsdebatte, in der die konkrete Gegenfinanzierung der steigenden Zinslasten im Mittelpunkt stehen wird. Für Ägypten ist der Abschluss der IMF-Überprüfung entscheidend, um weitere Tranchen zu erhalten und das Vertrauen der Märkte zu sichern.
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Brasiliens Staatsunternehmen erzielten 2025 einen Rekordgewinn von 169,4 Milliarden Real, ein Plus von 45 Prozent. Das historische Ergebnis, angetrieben von Finanz- und Ölsektor, unterstreicht die Stärke der öffentlichen Hand in der Wirtschaft.
Deutschland steuert 2027 auf einen neuen Schuldenrekord zu: Der Finanzminister will die staatlichen Rücklagen anzapfen, um ein Defizit von fast 119 Milliarden Euro zu decken. Der Anstieg der Neuverschuldung um acht Milliarden über den bisherigen Planungen signalisiert einen fiskalischen Engpass, der neue Steuern und Ausgabenkürzungen erzwingt.
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