
Divergenz zwischen Fed und EZB: Schwacher US-Arbeitsmarkt dämpft Zinserwartungen nur vorübergehend
Während Ökonomen in Aix-en-Provence trotz schwacher US-Beschäftigungsdaten weitere Zinsschritte der Fed für nötig halten, sehen sie den Zyklus der EZB als beendet – fallende Ölpreise könnten die Inflationsbekämpfung sogar erschweren.
Die geldpolitische Schere zwischen den Vereinigten Staaten und der Eurozone öffnet sich weiter. Auf dem wirtschaftspolitischen Jahrestreffen im französischen Aix-en-Provence vertraten die Chefvolkswirte von Allianz und BNP Paribas die Auffassung, dass die Federal Reserve trotz des unerwartet schwachen US-Arbeitsmarktberichts in diesem Jahr noch einmal an der Zinsschraube drehen müsse. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft war im Juni nur um 57.000 Stellen gestiegen, nachdem die Vormonate deutlich nach unten revidiert worden waren. Die Arbeitslosenquote sank zwar auf 4,2 Prozent, was jedoch auf einen kräftigen Rückgang der Erwerbsbeteiligung zurückging. Die Terminmärkte preisten daraufhin eine Zinserhöhung im Juli nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 20 Prozent ein, nach 33 Prozent vor der Veröffentlichung. Dennoch blieb die Erwartung eines Viertelpunkt-Schritts im weiteren Jahresverlauf bestehen, wenngleich nicht vor Dezember.
Aus Sicht der französischen Ökonomen bleibt der Inflationsdruck in den USA strukturell höher als in Europa. Ludovic Subran (Allianz) verwies auf die anhaltenden Impulse durch künstliche Intelligenz, fiskalische Anreize und die Energiemärkte und erwartet einen Inflationshöchststand von über 3,7 Prozent. „Die Fed könnte den Leitzins im September anheben müssen. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen Europa und den USA“, sagte er. Isabelle Mateos y Lago (BNP Paribas) ergänzte, die Argumente für weitere Zinsschritte der Fed seien intakt, auch wenn eine Juli-Erhöhung nach den Arbeitsmarktdaten weniger wahrscheinlich geworden sei. Gilles Moec (AXA) wies darauf hin, dass die Geldpolitik in den USA bereits restriktiv wirke, während dies in Europa nicht der Fall gewesen sei; beide Notenbanken könnten daher die Zinsen auch einfach auf dem aktuellen Niveau belassen.
Ein paradoxer Effekt fallender Rohölpreise verkompliziert die Lage. Brasilianische Marktbeobachter und die US-Bank Bank of America (BofA) beschreiben, dass günstigere Energie nicht nur dämpfend auf die Gesamtinflation wirkt, sondern zugleich die Konsumnachfrage anheizen und so den Preisdruck aufrechterhalten kann. Seit der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise im April bewegen sich Ölpreis und die Rendite zweijähriger Staatsanleihen wieder gegenläufig – ein Zeichen dafür, dass der Markt die Inflations- und Zinserwartungen neu kalibriert hat. BofA arbeitet in einem Szenario mit drei Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte im Jahr 2026, was den Leitzinskorridor auf 5,0 bis 5,25 Prozent heben würde. Die Bank räumt jedoch ein, dass dieses Szenario nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten an Wahrscheinlichkeit verloren hat und auch die Kommunikation des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh zuletzt weniger restriktiv ausfiel.
Für die Europäische Zentralbank hingegen scheint der Zyklus abgeschlossen. Subran bezeichnete die Zinserhöhung vom Vormonat als präventiven Schritt und sieht angesichts der auf 2,8 Prozent gesunkenen Inflation im Euroraum keinen weiteren Handlungsbedarf. Die Teuerung war in Frankreich, Deutschland und Italien stärker als erwartet zurückgegangen, begünstigt durch das Abebben des Nahostkonflikts und die daraus resultierende Ölpreisentspannung. Für Schwellenländer wie Brasilien bedeuten höhere US-Zinsen Gegenwind: Ein festerer Dollar und abfließende Kapitalströme erhöhen den Wechselkursdruck und erschweren die Inflationssteuerung. BofA-Volkswirt David Beker sieht die brasilianische Selic dennoch bei 14,25 Prozent zum Jahresende, da die Inflationserwartungen von der Zielmarke abgekoppelt bleiben.
Das nächste faktische Etappenziel ist die Fed-Sitzung am 29. Juli. Die Marktteilnehmer werden insbesondere darauf achten, ob die Währungshüter die Abkühlung am Arbeitsmarkt als ausreichend erachten, um den Zinserhöhungszyklus zu beenden, oder ob die Sorge vor einer wieder anziehenden Kerninflation überwiegt.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
The Argentine government presents the debt plan as a guarantee of stability, reassuring markets.
It omits any reference to the global oil context, focusing solely on the internal narrative of control and predictability.
No mention is made of the impact of the oil drop on Argentine finances or global rate expectations.
Global markets react urgently to the oil drop, questioning central banks' ability to stay on course.
A hierarchy of threats is created, linking the oil drop to geopolitical and monetary policy risks, amplifying uncertainty.
The positive impact of lower oil prices on consumers or importing economies is not discussed.
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