
Himmelblau und Schwarz: Zwei Filmstars, zwei Couture-Häuser, ein Abend
Bei der Premiere von Olivia Wildes Beziehungskomödie 'The Invite' in Los Angeles trafen die Modewelten von Chanel und Saint Laurent aufeinander – und spiegelten die Spannungen des Films.
An einem Juniabend in Los Angeles, vor dem DGA Theatre, trat Penélope Cruz in ein Kleid aus himmelblauem Chanel-Haute-Couture. Das Oberteil, ein skulpturales Korsett, war mit Pailletten und Perlen besetzt, die wie ein Blütenregen über den tiefen Ausschnitt fielen. Wenige Schritte entfernt posierte Olivia Wilde in einem schwarzen Taftkleid von Saint Laurent: viktorianisch anmutende, voluminöse Ärmel, ein tiefer V-Ausschnitt, eine geometrisch freigelegte Taille und eine weite, gerüschte Rockpartie. Die beiden Schauspielerinnen, die in Wildes drittem Spielfilm 'The Invite' ein ungleiches Paar verkörpern, inszenierten auf dem roten Teppich eine Begegnung zweier französischer Modehäuser – und zweier Haltungen zur Weiblichkeit.
Der Film, der an diesem Abend erstmals dem Publikum gezeigt wurde, ist eine Adaption des spanischen Stücks 'Los vecinos de arriba' von Cesc Gay, das bereits 2021 unter dem Titel 'Sentimental' verfilmt worden war. Die Drehbuchautoren Rashida Jones und Will McCormack verlegten die Handlung in ein geräumiges Apartment in San Francisco. Dort laden Angela (Wilde) und Joe (Seth Rogen), ein Ehepaar in der Krise, ihre Nachbarn Piña (Cruz) und Hawk (Edward Norton) zum Abendessen ein. Was als Versuch beginnt, sich über den Lärm der nächtlichen Sexpartys der Nachbarn zu beschweren, entwickelt sich zu einem Kammerspiel, in dem die Fassaden beider Paare bröckeln. Piña, eine Psychotherapeutin und Sexologin, und Hawk, ein ehemaliger Feuerwehrmann, schlagen den Gastgebern Gruppensex vor – und zwingen Angela und Joe, sich den unausgesprochenen Verletzungen ihrer Ehe zu stellen.
Olivia Wilde, die auch Regie führte, hatte den Film innerhalb von 21 Tagen und in chronologischer Reihenfolge gedreht – ein für Independent-Produktionen ungewöhnliches Verfahren. Gemeinsam mit dem Ensemble, zu dem auch die renommierte Paartherapeutin Esther Perel als Beraterin stieß, überarbeitete sie das Drehbuch in Workshops und ließ persönliche Erfahrungen einfließen. 'Es war eine Erleichterung, mir das Herz aus der Brust zu reißen und es auf den Tisch zu legen', sagte Wilde dem 'Time'-Magazin über die kathartische Wirkung der Dreharbeiten. Der Film, der im Januar 2026 beim Sundance Festival einen Bieterwettstreit auslöste, wurde schließlich von A24 für über zwölf Millionen Dollar erworben – ein Betrag, der das Vertrauen des Verleihs in die Mischung aus schwarzem Humor und Beziehungsdrama unterstreicht.
Die Resonanz auf den Film fiel in den USA und Brasilien, wo er kurz nach der Premiere anlief, überwiegend positiv aus. Die 'New York Post' nannte ihn die lustigste Komödie des Jahres, der 'Guardian' lobte das Starensemble, und 'Variety' zog Vergleiche zu den neurotischen Beziehungsstudien Woody Allens. Brasilianische Kritiker beschrieben den Abend als 'chaotisch und berauschend, wie ein gutes Abendessen sein sollte', bemängelten jedoch, dass der Film in seinen tieferen Momenten nicht die gleiche Wucht entfalte wie in den komödiantischen Passagen. Auf Rotten Tomatoes erreichte 'The Invite' eine Zustimmungsrate von 94 Prozent.
So blieb von der Premiere in Los Angeles nicht nur das Bild zweier Frauen in gegensätzlichen Couture-Roben, sondern auch die Erinnerung an einen Film, der die Zerbrechlichkeit von Beziehungen mit der Präzision eines Kammerspiels seziert. Während Cruz in himmelblauem Chanel die romantische Leichtigkeit verkörperte, stand Wilde in skulpturalem Schwarz für die dramatische Zuspitzung – ein Dialog, der sich im Film selbst in jeder Geste und jedem Wortwechsel fortsetzt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 3 Sprachen
Die lateinamerikanische Presse rückt Penélope Cruz' Gedanken über das Altern und frühere Unsicherheiten in den Vordergrund und rahmt den Film als bissige, chaotische Komödie über ein Abendessen zwischen einem kriselnden Paar und seinen liberalen Nachbarn. Der Fokus liegt auf Star-Power und der Mischung aus Humor und intimer Katharsis.
Die atlantische Presse konzentriert sich auf das transformative Ende und Olivia Wildes persönliche Katharsis und beschreibt den Film als intelligente Beziehungskomödie, die die Schichten zweier völlig unterschiedlicher Paare freilegt. Die Berichterstattung unterstreicht die emotionale Reise der Regisseurin und den Vertriebsdeal mit A24.
Erweitere deinen Horizont
Trump prüft umfassende Militäroptionen gegen Iran, hält vorerst an Diplomatie fest
7 Sprachen · 16 Quellen
Aus Economy & MarketsUSA lehnen Verlängerung des USMCA ab: Zehn-Jahres-Frist für Freihandelszone läuft an
3 Sprachen · 12 Quellen
Aus TechnologyWhatsApp führt Nutzernamen ein: Chatten ohne Preisgabe der Telefonnummer
4 Sprachen · 5 Quellen