
Flirrende Hitze und flüchtiger Regen: Der Sommeranfang zwischen Dhaka, Teheran und Tel Aviv
Während die Temperaturen in Nahost und Südasien auf knapp 40 Grad steigen, kämpfen die Menschen mit Sandstürmen und hoffen auf kurze Abkühlung durch sporadische Regengüsse.
Am Sonntagmorgen lag die Luft in Dhaka bleischwer über den Straßen. Die Sonne stach hernieder auf das Gewirr aus Rikschas, Marktständen und Ziegelbauten, das Thermometer kletterte auf 34,2 Grad. Erst am Nachmittag öffnete der Himmel seine Schleusen, ein kurzer, heftiger Regenguss verwandelte die Stadt für eine flüchtige Stunde in einen dampfenden Kessel – Erleichterung, die nur vorübergehend währte, bevor die Hitze mit unverminderter Kraft zurückkehrte. Der Monsun ist zwar in die Region eingezogen, doch er verharrt nach Angaben des Wetterdienstes noch träge über Westbengalen und Bihar, so dass die ersehnte Abkühlung ausbleibt.
Zur gleichen Zeit gab die Wetterbehörde in Teheran eine orangefarbene Warnung für die iranische Hauptstadt heraus. 39 Grad wurden hier gemessen, und für die Abendstunden werden starke bis stürmische Winde erwartet, die vor allem in den südlichen und westlichen Vierteln dichte Staubwolken aufwirbeln und die Sichtweite drastisch reduzieren können. Der Warnhinweis nennt mögliche Gefahren: herabfallende Trümmer, einstürzende Gerüste und eine Beeinträchtigung des Luftverkehrs. Gleichzeitig rücken im Nordwesten und in den Alborz-Bergen erste Gewitter auf, die zusammen mit heftigen Böen Sturzfluten in den Tälern auslösen können.
An der anderen Seite des Persischen Golfs malt der nationale Wetterdienst der Vereinigten Arabischen Emirate ein ruhigeres, aber nicht weniger drückendes Bild. In Abu Dhabi werden am nächsten Tag 41 Grad erwartet, in Dubai 38 Grad, dazu eine relative Luftfeuchte von bis zu 90 Prozent. Nachts bildet sich Küstennebel, der am frühen Morgen den Verkehr behindern kann. Das Meer bleibt glatt, doch die feuchte Schwüle macht selbst einfache Verrichtungen zur Erschöpfungsprobe.
In Israel wiederum richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Jordangraben und die Wüste Juda. Der nationale Wetterdienst hat dort eine orangefarbene Hitzewarnung aktiviert: In Eilat werden 37 Grad erwartet, in Jerusalem nur 28 Grad, aber die starke Bodenstrahlung und die eingeschlossene Feuchte in den Senken treiben die gefühlte Temperatur in gefährliche Höhen. Die Warnung ist Teil eines Routineprotokolls, das in diesen Breiten jeden Sommer greift; die Behörden mahnen dennoch zu erhöhter Wachsamkeit bei Aktivitäten im Freien.
Am östlichen Rand des iranischen Hochlands indessen bläst ein Wind, der weit mehr ist als ein flüchtiges Wetterereignis: der sogenannte 120-Tage-Wind von Sistan. Von Mai bis September fegt er nahezu ununterbrochen über die karge, grenznahe Landschaft zu Afghanistan und Pakistan, ein Naturphänomen, das die Region tief geprägt hat. Schon jetzt gilt für die Provinz eine gelbe Warnstufe, und in den nächsten Tagen wird für Zabol sogar ein Sandsturm vorhergesagt. Mit Geschwindigkeiten, die zu den beständigsten der Welt zählen, treibt der Wind den Staub über Hunderte von Kilometern, erodiert Felder und zwingt die Bewohner zu einem Leben hinter Masken – eine uralte Choreografie aus Widerstand und Anpassung, die den Sommer bestimmt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 3 Sprachen
The Iranian summer begins with stark contrasts: while the southeast and northern regions are hit by showers and thunderstorms, Tehran reaches 39°C. Authorities issue orange alerts for strong winds and dust, with risks of flooding and infrastructure damage. The public is urged to be cautious, especially in areas prone to extreme weather.
Israel faces the first day of summer with an intense heatwave, especially in the Jordan Valley and the Dead Sea area, where an orange alert for heat stress is issued. Temperatures are normal for the season, but the heat load is considered dangerous in low-lying areas. Meteorologists advise avoiding prolonged sun exposure during peak hours.
Verwandte Artikel
Trump droht Iran mit neuen Schlägen, während Verhandlungen in der Schweiz beginnen
6 Sprachen · 18 Quellen
Geopolitik & PolitikUnter dem Schatten von Ormuz: USA und Iran nehmen Friedensgespräche in der Schweiz auf
5 Sprachen · 20 Quellen
Geopolitik & PolitikÄthiopiens Premier vor Wiederwahl nach umstrittener Parlamentsabstimmung
7 Sprachen · 11 Quellen