
EU führt Drei-Euro-Zoll auf Kleinpakete ein – Frankreich setzt nationale Abgabe aus
Die pauschale Abgabe pro Warenkategorie soll die Flut von Billigimporten aus China eindämmen und wird im November durch eine Bearbeitungsgebühr ergänzt, während nationale Alleingänge suspendiert werden.
Mit dem 1. Juli 2026 endet in der Europäischen Union die Zollbefreiung für Sendungen unter 150 Euro. An ihre Stelle tritt ein pauschaler Zoll von drei Euro, der für jede in einem Paket enthaltene Warenkategorie erhoben wird. Nach Angaben der EU-Kommission gelangten im vergangenen Jahr rund 5,9 Milliarden solcher Kleinsendungen aus Drittstaaten in die Gemeinschaft – mehr als 16 Millionen pro Tag, über 90 Prozent davon mit Ursprung in China. Die schiere Menge, so die Brüsseler Begründung, habe die Zollverwaltungen an den Rand der Kontrollfähigkeit gebracht und zugleich eine Wettbewerbsverzerrung zulasten europäischer Anbieter geschaffen, die strengeren Auflagen unterliegen.
Der neue Zoll ist nicht als Stückzahlabgabe, sondern als Pauschale je zolltariflicher Position ausgestaltet. Enthält eine Lieferung etwa ein T-Shirt und eine Sonnenbrille, fallen sechs Euro an; fünf T-Shirts hingegen lösen nur einmal drei Euro aus. Rechtlich schuldet den Betrag der Einführer – in der Regel die Plattform oder der Verkäufer. Verbraucherschutzorganisationen wie der europäische Dachverband BEUC und Altroconsumo in Italien weisen jedoch darauf hin, dass die Kosten über den Endpreis oder die Versandgebühren an die Kunden weitergegeben werden können, sofern dies transparent ausgewiesen ist. Die Pauschale gilt als Übergangslösung bis Juli 2028, wenn ein zentrales digitales Zollsystem der EU die Erhebung der regulären Wertzölle ermöglichen soll. Ergänzt wird sie ab November 2026 durch eine unionsweite Bearbeitungsgebühr von voraussichtlich bis zu zwei Euro je Paket.
Nationale Vorstöße werden damit obsolet. Frankreich setzt seine zum 1. März eingeführte Abgabe von zwei Euro pro Warenkategorie zum 1. Juli aus. Aus dem Handelsministerium in Paris hieß es, die Maßnahme sei von Plattformen wie Shein und Temu systematisch umgangen worden, indem Sendungen über andere Mitgliedstaaten – insbesondere Belgien – eingeschleust wurden. Nach Zollangaben wurden so rund 90 Prozent des Volumens an der französischen Abgabe vorbeigelenkt; das monatliche Aufkommen blieb mit 2,3 Millionen Euro weit hinter den budgetierten 400 Millionen Euro zurück. Italien hatte einen ähnlichen nationalen Beitrag von zwei Euro zunächst auf Oktober verschoben; die EU-Regeln sehen vor, dass solche nationalen Abgaben mit Inkrafttreten der europäischen Bearbeitungsgebühr entfallen müssen. Der italienische Logistikverband Confetra berichtet, bereits die Ankündigung des nationalen Beitrags habe in den ersten Monaten des Jahres zu einem Einbruch der Paketmengen um mehr als die Hälfte geführt, da Händler auf günstigere Zugangspunkte in Nachbarländer auswichen.
Die Kommission verweist neben den Wettbewerbsaspekten auf Sicherheitsrisiken: Bei stichprobenartigen Kontrollen im Jahr 2025 entsprachen mehr als 60 Prozent der geprüften Waren – darunter Spielzeug, Kosmetika und Elektronik – nicht den EU-Sicherheitsstandards. Beobachter in Brüssel gehen davon aus, dass große E-Commerce-Anbieter ihre Lieferketten anpassen und Warenlager innerhalb der Union aufbauen werden, um die Abgabe zu umgehen. Das nächste konkrete Datum ist der 1. November 2026, an dem die Bearbeitungsgebühr in Kraft treten soll; bis dahin müssen die Mitgliedstaaten ihre nationalen Sonderwege zurückgenommen haben.
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Europa rüstet sich für eine neue Abgabe von 3 Euro auf Pakete unter 150 Euro, während Frankreich seine eigene 2-Euro-Steuer nach chaotischer Einführung aussetzt. Die Flut von Milliarden Billigartikeln asiatischer Plattformen wird als Tsunami dargestellt, der den lokalen Handel bedroht, doch das italienische Regulierungschaos und die französische Kehrtwende nähren Zweifel an der tatsächlichen Wirksamkeit.
Die Europäische Union führt eine Abgabe von 3 Euro auf Sendungen mit geringem Wert ein, um den massiven Zustrom von Waren, hauptsächlich aus China, einzudämmen und Sicherheitsrisiken zu begegnen. Der Schritt wird als technische Antwort auf die Importflut dargestellt, die den Zolldruck verringern und strengere Kontrollen gewährleisten soll.
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