
Kulturkampf zum 250. Jahrestag: Trumps Geschichtspolitik spaltet die USA
Die Feierlichkeiten zu 250 Jahren Unabhängigkeit werden von einem Streit über historische Deutungshoheit überlagert – mit einer umstrittenen Ausstellung in Philadelphia und einer von der Regierung organisierten Messe in Washington.
Die 250-Jahr-Feiern der Vereinigten Staaten werden von einem kulturpolitischen Konflikt um die Deutung der eigenen Geschichte überschattet. Im Zentrum steht die Anordnung der Trump-Administration, eine Ausstellung über die Sklaven George Washingtons im „President’s House“ in Philadelphia zu entfernen. Die Regierung beruft sich auf eine Exekutivverordnung zur „Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte“, die Museen mit Bundesmitteln untersagt, „spaltende, auf Rasse fokussierte Ideologien“ zu verbreiten. Bürgerrechtsaktivisten und die Stadtverwaltung von Philadelphia reagierten mit scharfem Protest; an den leeren Vitrinen brachten Aktivisten Zettel mit Aufschriften wie „Wir halten die Wahrheit für selbstverständlich“ an.
Gleichzeitig veranstaltet die Regierung unter dem Label „Freedom250“ eine eigene patriotische Messe auf der National Mall in Washington. Die „Great American State Fair“ wird von Kritikern, darunter der demokratische Abgeordnete Sean Casten, wegen geringer Besucherzahlen verspottet. In sozialen Medien kursierende Videos zeigen eine Jugendkapelle, die vor nahezu leeren Rängen spielt. Die Organisatoren von Freedom250 hingegen sprechen von über 150.000 Besuchern in den ersten drei Tagen; Präsident Trump bezeichnete die Messe als „voll mit glücklichen Menschen“. Reporter des Senders Fox News stützen diese Darstellung und verweisen darauf, dass Bilder nicht die ganze Geschichte erzählten.
Aus Sicht der Trump-Administration und ihrer Unterstützer soll das Jubiläum die „Grossartigkeit“ der Nation und den unternehmerischen Geist der Amerikaner feiern. Meinungsbeiträge in konservativen Medien betonen die Rolle kleiner Unternehmen, der heimischen Energieproduktion und des „bündnisartigen“ Verhältnisses zu Israel als Grundpfeiler des amerikanischen Erfolgs. Demgegenüber verweisen Beobachter in Europa und Israel auf eine tiefe Verunsicherung über den Zustand der amerikanischen Demokratie. Die Neue Zürcher Zeitung beschreibt einen „Kulturkampf“ um die historische Wahrheit, während die israelische Zeitung Haaretz die von den Gründervätern eingebauten Sicherungen gegen Demagogen durch die Macht von Geld, Technologie und Parteiloyalität ausgehebelt sieht.
Die Kontroverse fällt in eine Zeit, in der die parteipolitische Polarisierung die ursprünglich überparteilich geplante Jubiläumskommission America250 in den Hintergrund gedrängt hat. Die von Trump initiierte Parallelveranstaltung Freedom250 verleiht den Feierlichkeiten einen parteiischen Anstrich, was sich auch in der Programmgestaltung mit Auftritten von Ministern und regierungsnahen Persönlichkeiten niederschlägt. Die Entscheidung über den Verbleib der Ausstellung in Philadelphia steht noch aus; der 4. Juli als Höhepunkt der Feierlichkeiten dürfte die gegensätzlichen Geschichtsbilder erneut sichtbar machen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Zum 250. Jahrestag wird die Verbindung zwischen Amerika und Israel als ein heiliger Bund gefeiert, der in gemeinsamen biblischen Werten verwurzelt ist, und nicht als bloßer transaktionaler Vertrag. Dieses dauerhafte Bündnis wird als göttliche Mission dargestellt, die den Vereinigten Staaten selbst vorausgeht, und stärkt ein Narrativ von Exzeptionalismus und moralischer Führung.
Der 250. Jahrestag Amerikas wird von einem Kulturkampf um das historische Gedächtnis überschattet, da die Trump-Regierung eine Ausstellung entfernen will, die George Washingtons Sklavenhaltervergangenheit thematisiert. Dieser Konflikt offenbart tiefe Risse im nationalen Narrativ; Bürgerrechtler und lokale Behörden prangern an, was sie als Versuch sehen, die Gründungssünden des Landes reinzuwaschen.
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