
Der Palast, der kein Zuhause mehr ist: Charles III. und das Ende einer Wohntradition
Nach fast zwei Jahrhunderten wird der Buckingham-Palast nicht mehr Residenz des britischen Monarchen sein – eine Entscheidung, die den Palast zum öffentlichen Raum macht und die Finanzen des Königshauses offenlegt.
Seit dem Jahr 2019 hat kein britischer Monarch mehr im Buckingham-Palast übernachtet. Die königlichen Gemächer stehen leer, während Handwerker veraltete Stromleitungen, Bleirohre und Heizkessel austauschen – viele davon erstmals seit sechzig Jahren. In dieser Stille, unterbrochen vom Baulärm einer 369 Millionen Pfund teuren Sanierung, fiel nun eine Entscheidung, die eine fast zweihundertjährige Wohntradition beendet: König Charles III. und Königin Camilla werden den Palast auch nach Abschluss der Arbeiten nicht als Residenz beziehen.
Stattdessen bleibt das Paar in der nahegelegenen Clarence House wohnen, die Charles bereits seit 2003 als sein Londoner Zuhause betrachtet. Die Ankündigung, eingebettet in den jährlichen Finanzbericht des Königshauses, begründet den Schritt mit dem Wunsch, den öffentlichen Zugang zu dem historischen Gebäude deutlich auszuweiten. Wenn der Monarch anwesend ist, schränken Sicherheitsvorkehrungen Besucherzahlen und zugängliche Bereiche ein. James Chalmers, der königliche Schatzmeister, nannte den Palast dennoch das „Hauptquartier der Monarchie“ und das „Kronjuwel unserer nationalen Bauwerke“. Die königliche Standarte werde weiterhin über dem Dach wehen, wann immer sich der König in London aufhält – unabhängig davon, in welchem der beiden Häuser er sich gerade befindet.
Seit Königin Victoria 1837 den Palast zur offiziellen Residenz erhob, war Buckingham Palace das steingewordene Zentrum der britischen Monarchie. Hier überstand die königliche Familie die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs, hier fanden Staatsbankette und Gartengesellschaften statt, hier drängten sich die Massen unter dem berühmten Balkon. Dass nun ein Monarch freiwillig auf das Wohnrecht in diesen 775 Räumen verzichtet, markiert eine Zäsur. Parallel zu dieser räumlichen Neuordnung setzt Charles III. auf eine bisher ungekannte finanzielle Transparenz: Erstmals legte ein amtierender König seine Steuerzahlungen offen. Mit 12,9 Millionen Pfund für das Steuerjahr 2024/25 und insgesamt über 30 Millionen Pfund seit seiner Thronbesteigung 2022 zählt er zu den hundert größten Steuerzahlern des Landes. Auch Thronfolger William veröffentlichte seine Abgaben.
Die Resonanz auf der Insel ist geteilt. Während Tourismusverbände die erweiterte Öffnung begrüßen – jährlich besuchen bereits rund 700.000 Menschen den Palast –, warnt die rechtskonservative Zeitung „Daily Express“, der König riskiere „den schlimmsten Fehler seiner Regentschaft“. Die antimonarchistische Gruppe Republic kritisiert, die Regierung habe 370 Millionen Pfund für die Renovierung bewilligt, und nun wolle Karl das Gebäude nicht einmal bewohnen. Aus kontinentaleuropäischer Sicht mag die Entscheidung pragmatisch wirken: Ein historisches Monument wird zum öffentlichen Gut, während die Monarchie ihre Privatsphäre in ein kleineres, bereits vertrautes Haus verlagert. Die gleichzeitige Reduzierung des staatlichen Zuschusses, des „Sovereign Grant“, von 137,9 Millionen Pfund auf 100 Millionen ab 2027/28 unterstreicht den Willen zur Mäßigung.
So bleibt das Bild eines Palastes, der tagsüber von königlichen Audienzen und Besucherströmen belebt wird, nachts jedoch in eine historische Stille zurücksinkt. Der König und die Königin werden private Räume für Arbeitspausen behalten, doch die Zeiten, in denen ein Monarch hinter diesen Mauern zur Ruhe kam, sind vorerst vorbei. Die Standarte weht über einem Haus, das nicht mehr Heim, sondern Bühne ist – ein Symbol, dessen Bedeutung sich leise verschiebt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 6 Sprachen
König Charles hat beschlossen, nach einer 370 Millionen Pfund teuren Renovierung nicht im Buckingham-Palast zu wohnen, und bricht damit mit einer jahrhundertealten Tradition. Der Schritt wirft Fragen zu den königlichen Finanzen und Kürzungen öffentlicher Mittel auf. Es ist eine pragmatische Geste, aber auch ein Zeichen für eine Monarchie unter finanziellem Druck.
Die Entscheidung von König Charles, nicht im Buckingham-Palast zu wohnen, wird als eine Öffnung für die Öffentlichkeit dargestellt, mit verbessertem Zugang zum historischen Gebäude. Der Umzug ins Clarence House wird als moderne, bürgernahe Wahl beschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Nutzen für Besucher und einer zugänglicheren Monarchie.
Erweitere deinen Horizont
IMO setzt Evakuierung aus der Straße von Hormus nach Angriff auf Frachter aus
7 Sprachen · 23 Quellen
Aus Economy & MarketsApple erhöht Preise für MacBooks und iPads drastisch – KI-Boom treibt Speicherchipkosten
8 Sprachen · 18 Quellen
Aus TechnologyWeißes Haus bremst OpenAI: GPT-5.6 nur für ausgewählte Partner
5 Sprachen · 7 Quellen