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Medien & UnterhaltungMontag, 22. Juni 2026

Der Mann mit dem goldenen Ohr: Zum Tod des Musikmoguls Clive Davis

Mit 94 Jahren starb in Manhattan der legendäre Plattenboss, der Whitney Houston, Bruce Springsteen und Alicia Keys entdeckte und die Popmusik über sechs Jahrzehnte prägte.

Am Abend des 11. Februar 2012 bereitete sich Clive Davis im Beverly Hilton auf seine jährliche Gala vor, die am Vorabend der Grammy-Verleihung die Elite der Musikindustrie versammelte. Whitney Houston, seine bedeutendste Entdeckung, sollte auftreten. Doch Stunden zuvor wurde die Sängerin leblos in ihrem Hotelzimmer aufgefunden. Davis, der fest an ihre Genesung geglaubt hatte, schrieb später in seinen Memoiren: „Vielleicht hätte ich skeptischer sein sollen, aber ich war immer optimistisch. Es fühlte sich an wie in alten Zeiten.“ Die Party fand dennoch statt – als eine Art Totenwache, die den Schock der Branche spiegelte.

Clive Davis, der am Montag im Alter von 94 Jahren in seiner New Yorker Wohnung starb, war kein Musiker, sondern ein Jurist, der zum mächtigsten Talentsucher der Popgeschichte wurde. 1932 in Brooklyn geboren, verlor er früh seine Eltern und finanzierte sein Studium an der New York University und der Harvard Law School mit Stipendien. 1960 trat er in die Rechtsabteilung von Columbia Records ein, sieben Jahre später war er Präsident des Labels. Auf dem Monterey Pop Festival 1967 sah er Janis Joplin und spürte, wie er später sagte, ein Kribbeln im Rücken – der Rock sei die Zukunft. Er verpflichtete Joplin, Bruce Springsteen, Billy Joel, Aerosmith und viele andere. Nach seiner Entlassung bei Columbia 1973 – Vorwürfe der Veruntreuung, die sich als haltlos erwiesen – gründete er Arista Records und entdeckte 1983 eine 19-jährige Whitney Houston, die er zum Weltstar formte.

Davis’ Ohr für Hits und seine Fähigkeit, Karrieren über Genregrenzen hinweg zu steuern, machten ihn zu einer prägenden Figur der Branche. Er führte Columbia in die Rock-Ära, holte Patti Smith und Lou Reed zu Arista, mentorierte Sean „Diddy“ Combs im Hip-Hop und lancierte in den 2000ern Alicia Keys und Kelly Clarkson. Selbst gestandene Künstler revitalisierte er: Carlos Santanas Album Supernatural (1999) gewann acht Grammys, Rod Stewart interpretierte auf Davis’ Anregung das Great American Songbook und verkaufte Millionen. Barry Manilow, den Davis seit den frühen Jahren begleitete, sagte einmal: „Er ist einfach brillant darin, Ideen auszuwählen, von denen er glaubt, dass das Publikum sie annimmt.“ Davis selbst, der fünf Grammys erhielt und 2000 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, blieb bis ins hohe Alter aktiv – noch mit 80 leitete er die Geschicke von Künstlern und suchte nach neuen Stimmen.

Seine alljährliche Pre-Grammy-Gala, die er seit 1976 ausrichtete, wurde zum gesellschaftlichen Fixpunkt des Musikbetriebs, ein Spiegel seiner Vernetzung und seines Gespürs für den Moment. Die Nachricht von seinem Tod, nach einem Atemwegsinfekt und kurzem Krankenhausaufenthalt, löste weltweit Würdigungen aus. Seine Familie erklärte, er habe „die größten Künstler der modernen Musikgeschichte entdeckt, betreut und gefördert“ und einen „unauslöschlichen Eindruck in der Kultur“ hinterlassen. Davis, der sich in seiner Autobiografie 2013 zu seiner Bisexualität bekannte, hatte stets betont, dass Offenheit in allen Lebensbereichen ein Schlüssel zum Glück sei. Der Mann, der nie selbst auf der Bühne stand, hinterlässt eine Stille, in der seine Entdeckungen weiterklingen – von Springsteens Gitarrenriffs bis zu Houstons „I Will Always Love You“, einem Lied, dessen a-cappella-Intro er gegen alle Widerstände durchsetzte.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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28%
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Atlantische / angloamerikanische PresseSubsaharisch-afrikanische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse
TriumphPragmatismus

Die Musikindustrie trauert um einen Giganten, der den populären Sound über fünfzig Jahre lang geformt hat. Clive Davis, der Manager mit dem goldenen Ohr, starb im Alter von 94 Jahren nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt. Sein Vermächtnis als Architekt von Karrieren von Whitney Houston bis Bruce Springsteen wird als bleibender kultureller Abdruck gefeiert.

Subsaharisch-afrikanische Presse/ Anglophon
DistanzPragmatismus

Musikmanager Clive Davis ist im Alter von 94 Jahren gestorben, wie Berichte melden. Er war mit Atemwegsproblemen im Krankenhaus. Die kurze Meldung erinnert an seine Zeit bei Columbia Records und seine Offenheit für verschiedene Genres.

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Montag, 22. Juni 2026

Der Mann mit dem goldenen Ohr: Zum Tod des Musikmoguls Clive Davis

Mit 94 Jahren starb in Manhattan der legendäre Plattenboss, der Whitney Houston, Bruce Springsteen und Alicia Keys entdeckte und die Popmusik über sechs Jahrzehnte prägte.

Am Abend des 11. Februar 2012 bereitete sich Clive Davis im Beverly Hilton auf seine jährliche Gala vor, die am Vorabend der Grammy-Verleihung die Elite der Musikindustrie versammelte. Whitney Houston, seine bedeutendste Entdeckung, sollte auftreten. Doch Stunden zuvor wurde die Sängerin leblos in ihrem Hotelzimmer aufgefunden. Davis, der fest an ihre Genesung geglaubt hatte, schrieb später in seinen Memoiren: „Vielleicht hätte ich skeptischer sein sollen, aber ich war immer optimistisch. Es fühlte sich an wie in alten Zeiten.“ Die Party fand dennoch statt – als eine Art Totenwache, die den Schock der Branche spiegelte.

Clive Davis, der am Montag im Alter von 94 Jahren in seiner New Yorker Wohnung starb, war kein Musiker, sondern ein Jurist, der zum mächtigsten Talentsucher der Popgeschichte wurde. 1932 in Brooklyn geboren, verlor er früh seine Eltern und finanzierte sein Studium an der New York University und der Harvard Law School mit Stipendien. 1960 trat er in die Rechtsabteilung von Columbia Records ein, sieben Jahre später war er Präsident des Labels. Auf dem Monterey Pop Festival 1967 sah er Janis Joplin und spürte, wie er später sagte, ein Kribbeln im Rücken – der Rock sei die Zukunft. Er verpflichtete Joplin, Bruce Springsteen, Billy Joel, Aerosmith und viele andere. Nach seiner Entlassung bei Columbia 1973 – Vorwürfe der Veruntreuung, die sich als haltlos erwiesen – gründete er Arista Records und entdeckte 1983 eine 19-jährige Whitney Houston, die er zum Weltstar formte.

Davis’ Ohr für Hits und seine Fähigkeit, Karrieren über Genregrenzen hinweg zu steuern, machten ihn zu einer prägenden Figur der Branche. Er führte Columbia in die Rock-Ära, holte Patti Smith und Lou Reed zu Arista, mentorierte Sean „Diddy“ Combs im Hip-Hop und lancierte in den 2000ern Alicia Keys und Kelly Clarkson. Selbst gestandene Künstler revitalisierte er: Carlos Santanas Album Supernatural (1999) gewann acht Grammys, Rod Stewart interpretierte auf Davis’ Anregung das Great American Songbook und verkaufte Millionen. Barry Manilow, den Davis seit den frühen Jahren begleitete, sagte einmal: „Er ist einfach brillant darin, Ideen auszuwählen, von denen er glaubt, dass das Publikum sie annimmt.“ Davis selbst, der fünf Grammys erhielt und 2000 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, blieb bis ins hohe Alter aktiv – noch mit 80 leitete er die Geschicke von Künstlern und suchte nach neuen Stimmen.

Seine alljährliche Pre-Grammy-Gala, die er seit 1976 ausrichtete, wurde zum gesellschaftlichen Fixpunkt des Musikbetriebs, ein Spiegel seiner Vernetzung und seines Gespürs für den Moment. Die Nachricht von seinem Tod, nach einem Atemwegsinfekt und kurzem Krankenhausaufenthalt, löste weltweit Würdigungen aus. Seine Familie erklärte, er habe „die größten Künstler der modernen Musikgeschichte entdeckt, betreut und gefördert“ und einen „unauslöschlichen Eindruck in der Kultur“ hinterlassen. Davis, der sich in seiner Autobiografie 2013 zu seiner Bisexualität bekannte, hatte stets betont, dass Offenheit in allen Lebensbereichen ein Schlüssel zum Glück sei. Der Mann, der nie selbst auf der Bühne stand, hinterlässt eine Stille, in der seine Entdeckungen weiterklingen – von Springsteens Gitarrenriffs bis zu Houstons „I Will Always Love You“, einem Lied, dessen a-cappella-Intro er gegen alle Widerstände durchsetzte.

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Die Musikindustrie trauert um einen Giganten, der den populären Sound über fünfzig Jahre lang geformt hat. Clive Davis, der Manager mit dem goldenen Ohr, starb im Alter von 94 Jahren nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt. Sein Vermächtnis als Architekt von Karrieren von Whitney Houston bis Bruce Springsteen wird als bleibender kultureller Abdruck gefeiert.

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Musikmanager Clive Davis ist im Alter von 94 Jahren gestorben, wie Berichte melden. Er war mit Atemwegsproblemen im Krankenhaus. Die kurze Meldung erinnert an seine Zeit bei Columbia Records und seine Offenheit für verschiedene Genres.

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