
Italien: Zwei vermisste Schwestern lebend gefunden – Mutter und Großvater festgenommen
Die Mädchen wurden in der Wohnung einer Verwandten in Formia entdeckt; die Mutter, ihr Partner und der Großvater sitzen wegen Freiheitsberaubung in Haft. Auch in Iran und den USA bleiben Vermisstenfälle ungeklärt.
In Italien sind zwei Schwestern, die seit der Nacht zum 7. Juni aus einer betreuten Wohneinrichtung in Civitella Alfedena (Abruzzen) verschwunden waren, am Abend des 21. Juni in Formia (Latina) lebend aufgefunden worden. Die 12-jährige Sarah und die 16-jährige Alisya befanden sich in der Wohnung einer etwa 80-jährigen entfernten Verwandten mütterlicherseits. Die Staatsanwaltschaft Sulmona ordnete die Festnahme der Mutter Valentina D’Acunto, ihres Lebensgefährten Vincenzo Esposito und des Großvaters Marco D’Acunto an; ihnen wird gemeinschaftliche Freiheitsberaubung vorgeworfen. Die ältere Frau, in deren Wohnung die Mädchen untergebracht waren, wird auf freiem Fuß als Beschuldigte geführt.
Nach Angaben von Staatsanwalt Luciano D’Angelo waren die Schwestern in einem Zimmer „segregiert“ – sie durften weder das Zimmer verlassen noch die Fensterläden öffnen und verbrachten die Zeit vor dem Fernseher. Der Ermittlungsdurchbruch gelang durch die Überwachung einer Videotelefonie: Die Mutter hatte eine unter Beobachtung stehende, wenige Tage vor dem Verschwinden in Neapel illegal aktivierte SIM-Karte kontaktiert. Zuvor hatte die Mutter über ihren Anwalt erklärt, sie befürchte, die Mädchen seien tot; diese Aussage werten die Ermittler nun als mögliches Täuschungsmanöver. Der Vater Stefano Di Giacinto, der nach eigenen Angaben jahrelang um das Sorgerecht kämpfte, reagierte mit Erleichterung und zugleich mit schweren Vorwürfen gegen die Mutter.
Die beiden Minderjährigen wurden in eine geschützte Einrichtung überstellt und stehen unter der Vormundschaft des Bürgermeisters von Minturno. Die Behörden kündigten an, sie mit besonderen Verfahren für Minderjährige anzuhören. Offen bleibt, inwieweit weitere Personen in das Verschwinden eingeweiht waren; die Ermittlungen der Carabinieri und der ROS dauern an.
In anderen Weltregionen beschäftigen ähnliche Vermisstenfälle die Behörden. Im Iran wird die 19-jährige Mobina Mohammadalipourthani seit Mitte Juni vermisst; sie blieb in Teheran zurück, während die Familie verreiste, und ist seither ohne Lebenszeichen. Die Mutter appellierte öffentlich um Hinweise. In den USA ermittelt das FBI im Fall der 84-jährigen Nancy Guthrie, Mutter der Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie, die seit Februar aus ihrem Haus in Arizona verschwunden ist. Zwei Notizen gingen bei Medien ein, die zweite erklärte, sie sei tot, ohne Lösegeldforderung. In Schweden schließlich hat die Gemeinde Alvesta nach einem versuchten Tötungsdelikt an zwei Mädchen Mitte Juni eine Selbstanzeige bei der Aufsichtsbehörde IVO eingereicht, weil die Familie zuvor Kontakt zum Sozialdienst hatte. Die Ermittlungen in allen Fällen sind nicht abgeschlossen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das Verschwinden der beiden Schwestern entpuppte sich als Entführung, inszeniert von der Mutter, ihrem Lebensgefährten und dem Großvater, komplett mit einer Irreführung, die das Schlimmste befürchten ließ. Die Gemeinde atmet auf, ist aber erschüttert über eine krankhafte Elternliebe, die jede Regel mit Füßen trat. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Verantwortung der beteiligten Erwachsenen.
Zwei seit zwei Wochen vermisste Schwestern wurden wohlbehalten aufgefunden, und ihr Vater spricht von einem neuen Leben voller Sonnenschein. Die Behörden haben die Mutter und weitere Angehörige wegen Entführung festgenommen, doch der Fokus liegt auf der Wiedervereinigung und dem künftigen Seelenfrieden der Mädchen.
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