
Ente Merlín wird zur Marke: Mexikos inoffizielles WM-Maskottchen bei Präsidentin Sheinbaum
Die Familie des viralen Tieres registriert Name und Bild, während der Zutritt zum Estadio Ciudad de México ungewiss bleibt.
Die Ente Merlín, die während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zum inoffiziellen Maskottchen avancierte, ist am Montag von der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum in der morgendlichen Pressekonferenz empfangen worden. Die Besitzerfamilie um Karla Gómez leitete noch am selben Tag die Eintragung von Name und Abbildung des Tieres als Marke beim mexikanischen Institut für geistiges Eigentum (IMPI) ein. Damit erhält die Familie rechtliche Handhabe gegen die unautorisierte kommerzielle Nutzung des Phänomens, das seit dem Eröffnungsspiel der WM in sozialen Netzwerken weltweit kursiert.
Aus Sicht der Familie Gómez dient die Registrierung vor allem der Kontrolle über „ausbeuterische Unternehmen“, die ohne Gegenleistung von der Popularität Merlíns profitiert hätten. Gegenüber dem Sender Fórmula Noticias erklärte Karla Gómez, man wolle künftig selbst Merchandising-Artikel vertreiben und Kooperationen eingehen – bevorzugt mit mexikanischen Firmen wie dem Getränkehersteller Corporativo Pascual, der sich aus ihrer Sicht uneigennützig gezeigt habe. Die FIFA hatte Merlín zuvor zum „Botschafter“ der Stadt Mexiko ernannt, ohne dass damit nach Angaben der Familie finanzielle Zuwendungen verbunden waren. Der frühere mexikanische Präsident Felipe Calderón forderte öffentlich, der Familie müssten Tantiemen oder eine substantielle Unterstützung zukommen.
Die mexikanische Regierung unter Sheinbaum stellt den Empfang als Ausdruck eines „humanistischen“ Regierungsstils dar und hat der Familie Verbesserungen der Lebensverhältnisse durch Sozialprogramme in Aussicht gestellt. In der Konferenz wurde die Ente als Symbol der arbeitenden mexikanischen Familien präsentiert. Beobachter in Mexiko-Stadt wiesen jedoch auf einen Kontrast hin: Während die Präsidentin der Entenfamilie eine Plattform bot, blieben wiederholte Gesuche von Kollektiven zur Suche nach Verschwundenen unbeantwortet. Die städtische Fauna-Behörde warnte ihrerseits vor Nachahmungseffekten, die zu unüberlegten Käufen von Enten als Haustieren und späteren Aussetzungen führen könnten.
Die Zutrittsfrage für das anstehende Spiel der mexikanischen Nationalmannschaft gegen Tschechien bleibt ungeklärt. Das Reglement des Estadio Ciudad de México sowie der FIFA-Verhaltenskodex untersagen den Zutritt von Tieren, mit Ausnahme von Assistenzhunden. Eine Einladung der Bank Azteca für die Tribüne könnte daher nur mit einer Sondergenehmigung wirksam werden. Merlín, der nach dem Tod der Vorgängerin Waffle als Geschenk zur Familie kam und durch schützende Söckchen – nach dem Diebstahl seiner Schuhe – sowie eine spezielle Ernährung auffällt, ist unterdessen längst über Mexiko hinaus zum Medienereignis geworden; Blätter wie das brasilianische Valor Econômico oder das libanesische An-Nahar berichteten über den Besuch im Präsidentenpalast. Das Markenregistrierungsverfahren läuft, eine Entscheidung über den Stadionbesuch steht noch aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Ente Merlín, das inoffizielle Maskottchen der WM 2026, wurde von Präsidentin Sheinbaum im Nationalpalast empfangen. Die Präsidentin betonte die menschliche Geschichte der Familie und versprach Unterstützung, während die Besitzerin die Markenanmeldung einleitete, um aus der Berühmtheit der Ente Kapital zu schlagen. Ein Spiegelbild mexikanischen Humanismus und Unternehmergeists.
Während Präsidentin Sheinbaum mit einer viralen Ente posiert, bleiben Sicherheitsbedenken für die WM ungelöst. Das herzerwärmende Foto lenkt von den Sicherheitsherausforderungen des Turniers ab. Der Markenantrag der Ente ist ein kluger Schachzug, doch der Zeitpunkt wirft Fragen nach den Prioritäten auf.
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