
Zwischen Rekordjagd und brutalem Test: Die US Open in Shinnecock Hills
Scottie Scheffler strebt am Sonntag den Karriere-Grand-Slam an, während Adam Scott einen Meilenstein erreicht und Rory McIlroy den Kurs als ultimative Prüfung preist.
Die Rückkehr der U.S. Open nach Shinnecock Hills auf Long Island verspricht eine der härtesten Prüfungen des modernen Golfsports. Rory McIlroy, der im April seinen zweiten Masters-Titel in Folge gewann, bezeichnete den traditionsreichen Links-ähnlichen Kurs als „besten Championship-Test des Landes“. Er verlange alles: Präzision vom Tee, kreatives Eisenspiel und taktisches Feingefühl rund um die notorisch tückischen Grüns. Schon 2018 triumphierte Brooks Koepka hier mit einem Gesamtergebnis von eins über Par – es war das erste Major seit 2013, das mit einem Score über dem Platzstandard gewonnen wurde. Die USGA hat für die ersten beiden Runden erneut prominente Paarungen zusammengestellt, darunter Koepka an der Seite der Lokalmatadore Cameron Young und Chris Gotterup.
Aus amerikanischer Perspektive ruht die größte Aufmerksamkeit auf Scottie Scheffler. Der Weltranglistenerste kann am Sonntag, seinem 30. Geburtstag, als erster Golfer überhaupt an diesem Tag ein Major gewinnen und gleichzeitig als siebter Spieler der Geschichte den Karriere-Grand-Slam vollenden. Seit Anfang 2023 geht Scheffler bei jedem Major als Favorit oder Co-Favorit an den Start, doch in der laufenden Saison 2026 hat er seine dominante Form noch nicht erreicht. Die Wettmärkte sehen ihn dennoch mit einer Quote von +455 an der Spitze. Ein Sieg würde ihn endgültig in eine Sphäre heben, die bisher nur Legenden wie Tiger Woods, Jack Nicklaus oder Gary Player erreicht haben.
Einen stilleren, aber nicht minder historischen Meilenstein setzt der Australier Adam Scott. Mit seinem Start in Shinnecock bestreitet er sein 100. Major in Folge – eine Marke, die vor ihm nur Jack Nicklaus erreichte. Der 44-Jährige, dessen Schwung seit Jahren als einer der ästhetischsten der Tour gilt, hadert dennoch mit seiner Ausbeute: Seit dem legendären Playoff-Sieg beim Masters 2013 blieb er ohne weiteren Major-Titel. „Selbst mit meinen Mathekenntnissen kann ich die Quote ausrechnen“, kommentierte Scott trocken. Die Konstanz des Australiers, der 2014 für elf Wochen die Weltrangliste anführte, nötigt Respekt ab, doch der Hunger auf einen zweiten großen Triumph bleibt ungestillt.
Aus europäischer Sicht richtet sich der Blick besonders auf den Schweden Ludvig Åberg. Der 24-Jährige geht mit einem neuen Putter an den Start: Nach einem enttäuschenden vierten Platz bei der PGA Championship tauschte er sein traditionelles Blade-Modell gegen einen halbmondförmigen Mallet-Putter. Der Wechsel war lange vorbereitet, doch erst die Frustration über verpasste Chancen auf den Grüns ließ ihn die Notbremse ziehen. Åbergs Team hofft, dass das veränderte Setup auf den schnellen, ondulierten Oberflächen von Shinnecock für mehr Stabilität sorgt. Unterdessen sorgte Jordan Spieth bereits in der Trainingsrunde für einen Schreckmoment, als ein abgeirrter Schlag nur knapp den Kopf eines Zuschauers verfehlte – eine typische Episode für den Texaner, dessen Karriere von spektakulären Rettungsaktionen und kuriosen Situationen geprägt ist.
Die 156 Teilnehmer erwartet ein Kurs, der keine Schwächen verzeiht. Während Scheffler auf den größten Coup seiner Laufbahn hofft, McIlroy seine bestechende Form bestätigen will und Scott Geschichte schreibt, könnte Shinnecock erneut einen Sieger mit einem Ergebnis über Par hervorbringen. Die Kombination aus knochentrockenen Fairways, tiefem Rough und unberechenbaren Grüns macht die 126. U.S. Open zu einem Schauspiel, bei dem Geduld und Strategie über reine Schlagkraft triumphieren dürften.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die US Open in Shinnecock Hills werden als Bühne für historische Leistungen und dramatische Erzählungen dargestellt. Schefflers Jagd nach dem Karriere-Grand-Slam an seinem 30. Geburtstag ist die zentrale Geschichte, während Adam Scotts 100. Major-Teilnahme in Folge sowohl Bewunderung als auch selbstironischen Humor hervorruft. Selbst kuriose Vorfälle im Training, wie Spieths Schlag, der fast einen Zuschauer trifft, werden Teil des Spektakels.
Der Fokus liegt auf technischer Vorbereitung und lokalem Interesse: Der schwedische Golfer Åberg debütiert mit einem neuen Mallet-Putter in Shinnecock Hills. Der Wechsel wird als kalkulierte Entscheidung nach Frustration bei der PGA Championship dargestellt, wobei sein Trainer verhaltenen Optimismus äußert. Die Erzählung ist ruhig, analytisch und auf Ausrüstung und Leistung konzentriert, nicht auf große historische Bögen.
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