
Asiatische Küstenstaaten verschärfen maritime Kontrollen: Taiwan weist chinesisches Schiff ab, Iran beschlagnahmt Trawler
Während Taiwan ein chinesisches Forschungsschiff aus seinen Hoheitsgewässern drängt und Peking eine neue Spionage-Website verurteilt, gehen Iran und Indonesien gegen illegale Fischerei und Schildkrötenhandel vor.
In der Nacht zum Freitag drängte die taiwanische Küstenwache das chinesische Forschungsschiff Xiangyanghong 22 aus den beschränkten Gewässern vor Suao (Landkreis Yilan) ab. Das Schiff war zuvor in die ausschließliche Wirtschaftszone Taiwans eingedrungen und hatte trotz mehrfacher Funkwarnungen Kurs auf die 12- bis 24-Seemeilen-Zone genommen. Zwei taiwanische Patrouillenboote flankierten den chinesischen Frachter und erzeugten durch Manöver Wellen, um den Betrieb zu stören; um 4.20 Uhr verließ das Schiff das Gebiet in nördlicher Richtung. Bereits am Vortag hatte die Küstenwache westlich der Penghu-Inseln ein chinesisches Fischerboot mit sechs Besatzungsmitgliedern aufgebracht, das ohne Kennung in beschränkten Gewässern operierte; der Fang von 750 Kilogramm wurde ins Meer zurückgeworfen.
Die Vorfälle reihen sich in eine Serie maritimer Auseinandersetzungen. Aus Sicht des taiwanischen Ozeanrats und der Küstenwache handelt es sich um eine gezielte chinesische Strategie, mit Forschungs- und Regierungsschiffen in die östliche AWZ Taiwans einzudringen und die Hoheitsgewalt zu untergraben. Ministerin Kuan Bi-ling sprach von ‚dreisten‘ Aktionen, die selbst an Feiertagen nicht unterbrochen würden. Peking hingegen berief sich auf eine meeresökologische Untersuchung des Ministeriums für natürliche Ressourcen in ‚chinesischen Hoheitsgewässern‘ und wies Taiwans Zuständigkeit zurück. Parallel verurteilte das Pekinger Büro für Taiwan-Angelegenheiten eine neue Website des taiwanischen Nationalen Sicherheitsbüros, die es Bürgern der Volksrepublik ermöglicht, vertraulich Informationen zu übermitteln. Sprecher Chen Binhua warf Taipeh ‚Spionage, Infiltration und Sabotage‘ vor und drohte mit strafrechtlicher Verfolgung. Taiwan verteidigte das Portal als üblichen Meldeweg, wie ihn auch Geheimdienste der USA, Großbritanniens und Israels nutzten.
Die chinesische Forschungsmission erfolgte kurz nach japanisch-philippinischen Gesprächen über eine Überschneidungszone der AWZ, an denen Taiwan nicht beteiligt war. Taipeh forderte daraufhin, in die Verhandlungen einbezogen zu werden. Beobachter in Peking sehen in der Fahrt der Xiangyanghong 22 eine Bekräftigung des chinesischen Jurisdiktionsanspruchs östlich Taiwans. Unterdessen meldete die iranische Fischereibehörde in der Provinz Bushehr die Beschlagnahmung von vier Schiffen, darunter drei Lendgen und ein nicht identifiziertes Boot, die verbotene Grundschleppnetzfischerei betrieben hatten. 900 Kilogramm Meeresfrüchte sowie illegales Gerät wurden sichergestellt, die Fälle an die Justiz übergeben. Auf Bali vereitelte die indonesische Polizei den Handel mit 21 geschützten Grünen Meeresschildkröten; ein 67-jähriger Verdächtiger wurde festgenommen, das Netzwerk soll bis nach Madura reichen.
Die Vorfälle unterstreichen die zunehmende Bedeutung maritimer Rechtsdurchsetzung in Asien. Während Taiwan und China ihre gegensätzlichen Souveränitätsansprüche mit Küstenwachen und Forschungsschiffen austragen, gehen andere Küstenstaaten gegen illegale Fischerei und Artenschmuggel vor. Für Europa bleibt die Stabilität der Taiwanstraße mit Blick auf Halbleiterlieferketten und Handelsrouten von zentralem Interesse. Die taiwanische Küstenwache kündigte an, die Bewegungen chinesischer Schiffe weiter zu überwachen; Peking hat die Untersuchung abgeschlossen. Die iranischen Verfahren sind bei der Kommission für Fischereiverstöße anhängig, in Indonesien dauern die Ermittlungen an. Eine diplomatische Entspannung ist derzeit nicht absehbar.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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China führte eine routinemäßige ökologische Untersuchung in seinen Gewässern östlich von Taiwan durch. Unterdessen verlegen die USA Seestreitkräfte in den Indopazifik, ein Schritt, der als Versuch gesehen wird, China einzudämmen und regionale Spannungen zu verschärfen.
Die USA setzen einen Notfallplan 'Inselmauer' im Pazifik um, um Chinas aggressive Handlungen wie Wasserwerferangriffe und Blockaden durch Fischereiflotten zu kontern. Die Rückkehr amerikanischer Marineeinheiten in die Region signalisiert eine erneute Abschreckungshaltung angesichts wachsender Instabilität.
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