
Erster Patient in klinischer Studie zu Ebola-Therapien in der DR Kongo aufgenommen
Die Weltgesundheitsorganisation hat eine adaptive Studie zu zwei experimentellen Wirkstoffen gegen das Bundibugyo-Virus gestartet, während sich der Ausbruch auf die Millionenstadt Kisangani ausweitet.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Donnerstag in der Demokratischen Republik Kongo eine internationale klinische Studie zu zwei potenziellen Ebola-Therapien begonnen. Ein erster Patient wurde in die PARTNERS-Studie (Platform Adaptive Randomised Trial for New and Repurposed Filovirus TreatmentS) eingeschlossen, wie WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf mitteilte. Geprüft werden der monoklonale Antikörper MBP134 und das Virostatikum Remdesivir – einzeln und in Kombination. Für den im Osten des Landes zirkulierenden Bundibugyo-Stamm des Ebolavirus existiert bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Behandlung. Die Studie wird vom Institut National de Recherche Biomédicale in Kinshasa, dem Institut für Tropenmedizin in Antwerpen und der Universität Oxford koordiniert.
Der Ausbruch, der am 15. Mai offiziell erklärt wurde, hat nach jüngsten Angaben des nationalen Gesundheitsinstituts INSP 1.406 bestätigte Fälle und 438 Todesfälle verursacht – eine Letalität von rund 31 Prozent. Das Epizentrum liegt in der Provinz Ituri, doch inzwischen wurde ein erster Fall in Kisangani bestätigt, einer Handelsstadt mit 1,5 Millionen Einwohnern und Hauptstadt der Provinz Tshopo. Die Leiche einer 24-jährigen Schwangeren war heimlich per Motorrad aus der Gesundheitszone Nia Nia in Ituri dorthin gebracht worden. Auch in den Nachbarprovinzen Haut-Uele, Nord-Kivu und Süd-Kivu sind Fälle aufgetreten. In Uganda, das 20 bestätigte Fälle und zwei Todesopfer meldet, wurde seit dem 21. Juni kein neuer Ebola-Fall registriert.
Die Bekämpfung wird durch tiefes Misstrauen in der Bevölkerung erschwert. In Nia Nia setzten Demonstranten ein Ebola-Behandlungszentrum in Brand, woraufhin sieben isolierte Verdachtsfälle flohen und zwei Leichen entwendet wurden; ein Polizist kam ums Leben. Aus Sicht von Hilfsorganisationen wie der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften meidet etwa die Hälfte der Menschen mit Symptomen Gesundheitseinrichtungen aus Angst, nicht zurückzukehren. Parallel warnt die WHO vor einer zusätzlichen Belastung durch Malaria: In den betroffenen Provinzen Ituri und Nord-Kivu mussten 2024 geplante Verteilaktionen für imprägnierte Moskitonetze aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria bereitet die Verlegung von Malariamedikamenten in die Ausbruchsgebiete vor.
Zeitgleich hat Uganda der WHO einen bestätigten Fall des Marburg-Virus gemeldet, ein einjähriges Kind im westlichen Distrikt Kyegegwa. Der Fall wurde durch die im Zuge des Ebola-Ausbruchs verstärkte Überwachung entdeckt. Bislang zeigt keiner der identifizierten Kontakte Symptome. Die WHO unterstützt die ugandischen Behörden bei der Ermittlung der Infektionsquelle. Für das Marburg-Virus, ein mit Ebola verwandtes hämorrhagisches Fieber, liegt die durchschnittliche Letalität bei etwa 50 Prozent; auch hier gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder antiviralen Therapien.
Die PARTNERS-Studie ist adaptiv angelegt, sodass weitere Wirkstoffe aufgenommen werden können, sobald neue Evidenz vorliegt. Nach Angaben der Universität Oxford könnten erste Ergebnisse innerhalb weniger Monate vorliegen und noch während des laufenden Ausbruchs Behandlungsentscheidungen leiten. Der designierte WHO-Koordinator für Ebola, Julien Harneis, hat unterdessen seine Arbeit in Kinshasa aufgenommen, um die operativen Herausforderungen gemeinsam mit den nationalen Behörden und Partnern anzugehen.
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Die klinische Studie im Kongo ist ein notwendiger Schritt, doch der Ausbruch bleibt äußerst ernst. Für den Bundibugyo-Stamm gibt es keine zugelassene Behandlung, und die hohen Fall- und Todeszahlen unterstreichen die Dringlichkeit. Die Welt darf nicht nachlässig werden.
Die WHO hat im Kongo eine Studie zu zwei Ebola-Behandlungen gestartet und sucht nach schnellen Antworten, während sich der Ausbruch ausbreitet. Die Lage war so ernst, dass die kongolesische Nationalmannschaft nach 21 Tagen Isolation beinahe die WM 2026 verpasst hätte. Die Studie macht Hoffnung, doch die menschlichen Kosten sind bereits hoch.
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