
Kanada dominiert Marokko im Achtelfinale – Saibari verletzt ausgewechselt
Im ersten K.o.-Spiel der WM 2026 setzt Gastgeber Kanada Marokko unter Druck, während die Nordafrikaner früh ihren Schlüsselspieler verlieren.
Mit aggressivem Pressing und einer Serie früher Eckbälle hat Kanada das Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Marokko eröffnet und die Nordafrikaner im NRG Stadium von Houston in die Defensive gedrängt. Vor heimischer Kulisse, die durch die Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag zusätzlich aufgeladen war, setzte die Mannschaft von Jesse Marsch von Beginn an auf Tempo. Torhüter Yassine Bounou vereitelte in der Anfangsphase mehrfach den Rückstand, als er gegen Tani Oluwaseyi und Jonathan David glänzend parierte. Ein schwerer Rückschlag für Marokko war die verletzungsbedingte Auswechslung von Ismael Saibari nach zwanzig Minuten – der offensive Mittelfeldspieler, der nach dem Turnier zum FC Bayern München wechseln wird, musste mit muskulären Problemen vom Platz und wurde durch Soufiane Rahimi ersetzt.
Der Weg beider Teams in diese Runde spiegelt die tektonischen Verschiebungen im internationalen Fußball wider. Kanada, das als Co-Gastgeber erstmals ein WM-Achtelfinale erreicht hat, setzte sich in der Runde der letzten 32 mit einem späten Tor von Stephen Eustáquio gegen Südafrika durch. In der Gruppenphase hatte das Team um Alphonso Davies, der nach überstandener Verletzung zunächst auf der Bank Platz nahm, Bosnien-Herzegowina ein Unentschieden abgetrotzt und Katar deklassiert. Marokko, das seit dem Halbfinaleinzug 2022 als etablierte Größe gilt, eliminierte die Niederlande im Elfmeterschießen und hatte zuvor in einer Gruppe mit Brasilien, Schottland und Haiti den zweiten Platz belegt. Aus lateinamerikanischer Perspektive wird die Partie als Beleg für das Ende der traditionellen Dominanz Europas und Südamerikas gewertet: Erstmals in der 96-jährigen WM-Geschichte treffen zwei Mannschaften außerhalb dieser Konföderationen in einem Achtelfinale aufeinander – ein Umstand, den argentinische und kolumbianische Medien als historischen Wendepunkt hervorheben.
Die taktische Ausrichtung beider Seiten war von Beginn an erkennbar. Kanada setzte auf Tempo über die Flügel, angetrieben von Tajon Buchanan und dem genesenen Davies, während Marokko unter Trainer Mohamed Ouahbi mit einer kompakten Defensive um Achraf Hakimi und Noussair Mazraoui Stabilität suchte, aber kaum Entlastung fand. In brasilianischen und mexikanischen Kommentaren wurde die Dominanz der Kanadier betont, während italienische Beobachter die defensive Anfälligkeit Marokkos ohne den verletzten Saibari unterstrichen. Der englische Schiedsrichter Michael Oliver leitete die hitzige Partie, in der Kanada bereits in den ersten Minuten drei Eckbälle erzwang und Marokko kaum zur Entfaltung kommen ließ.
Der Sieger dieser Partie trifft im Viertelfinale auf den Gewinner des Duells zwischen Frankreich und Paraguay, das am Abend in Philadelphia ausgetragen wird. Während Frankreich als einer der Turnierfavoriten mit Kylian Mbappé antritt, der bereits sechs Tore erzielt hat, sorgte Paraguay mit dem Ausschalten Deutschlands im Elfmeterschießen für eine der größten Überraschungen des Turniers. Für Kanada und Marokko geht es nicht nur um den Einzug in die Runde der letzten Acht, sondern auch um die Fortsetzung eines historischen Laufs, der die globale Fußballkarte neu zeichnet.
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