
Ölpreise steigen nach neuen US-Angriffen auf Iran – Waffenruhe von Trump für beendet erklärt
Die Eskalation im Persischen Golf treibt Rohöl über 78 Dollar, belastet Anleihen und schürt Inflationssorgen – die Lage am Hormus bleibt kritisch.
Die Erklärung von US-Präsident Donald Trump, das vorläufige Waffenstillstandsabkommen mit Iran sei „vorbei“, und die unmittelbar darauf folgenden neuen Militärschläge der Vereinigten Staaten haben die Rohölpreise am Donnerstag sprunghaft steigen lassen. Brent-Rohöl notierte im asiatischen Handel bei 78,88 Dollar je Barrel, ein Plus von 1,1 Prozent, nachdem es am Vortag bereits um mehr als 5 Prozent zugelegt hatte. West Texas Intermediate (WTI) kletterte auf 74,37 Dollar. Das US-Zentralkommando bestätigte Angriffe auf rund 90 militärische Ziele entlang der iranischen Küste, darunter Luftabwehrsysteme, Drohnendepots und Marineinfrastruktur, mit dem erklärten Ziel, die Straße von Hormus für die Schifffahrt offen zu halten.
Die erneute Blockade der für den globalen Energietransport zentralen Wasserstraße – durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases floss – ist der unmittelbare Preistreiber. Nach iranischen Angriffen auf drei Tanker am Dienstag und der Wiedereinführung von US-Sanktionen gegen iranisches Öl ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge nach Angaben von Marktbeobachtern nahezu zum Erliegen gekommen. Analysten von ING und Goldman Sachs verweisen auf die fragile Lage: Die Exporte aus dem Persischen Golf lägen bei nur 71 Prozent des Vorkriegsniveaus, und die jüngsten Feindseligkeiten untergrüben das Vertrauen der Reeder, die sich nun zurückhielten. Die Risikoprämie auf Öl sei zurückgekehrt, nachdem sie in den Wochen nach dem vorläufigen Abkommen vom Juni fast vollständig verschwunden war.
Die Reaktionen an den Finanzmärkten spiegeln die wachsende Sorge vor einer erneuten Inflationswelle. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen auf 4,58 Prozent, japanische Staatsanleihen erreichten mit 2,88 Prozent den höchsten Stand seit 1996. In Asien erholten sich die Aktienmärkte teilweise – der Nikkei legte um 2,3 Prozent zu, der Kospi um 3,8 Prozent, gestützt durch eine Erholung bei Halbleiterwerten. Europäische Börsen tendierten schwächer, der STOXX 600 gab nach. In Lateinamerika fiel der brasilianische Ibovespa, während der mexikanische Peso unter Druck geriet. Aus Washingtoner Sicht ist die Geduld mit Teheran erschöpft; Trump drohte mit weiteren Schlägen, ließ aber die Tür für Verhandlungen offen. Iran seinerseits meldete Angriffe auf US-Militärstandorte in Bahrain und Kuwait und kündigte eine großangelegte Vergeltungskampagne an.
Die weitere Entwicklung hängt entscheidend davon ab, ob die 60-tägige Verhandlungsfrist doch noch zu einer Deeskalation führt. Beobachter in Singapur (DBS Bank) und Sydney (IG Markets) erwarten, dass die Kriegsrisikoprämie die Preise noch monatelang stützen wird, selbst wenn der mittelfristige Trend abwärts gerichtet bleibt. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Jahr stieg auf 87 Prozent. Der nächste Impulsgeber dürften Signale aus den Gesprächen zwischen Washington und Teheran sein – oder deren endgültiges Scheitern.
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
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| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.20 | neutral |
Die Märkte beruhigen sich, die Spannung ist vorübergehend. Präsident Trump hat bereits die Tür für die Diplomatie geöffnet.
Indem Trumps Aussage über ein schnelles Ende und die Möglichkeit von Gesprächen hervorgehoben wird, verharmlost die Erzählung die Auswirkungen der Feindseligkeiten.
Sie lässt das Ausmaß und den Ort der neuen US-Angriffe sowie etwaige iranische Vergeltungsmaßnahmen aus, die kurzfristig den Waffenstillstand destabilisieren könnten.
Regierungen in Schwierigkeiten sehen ihre Bemühungen, die Treibstoffpreise zu senken, vereitelt. Die internationale Gemeinschaft muss eingreifen, um die Verbraucher zu schützen.
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Sie lässt Trumps Aussagen über ein schnelles Ende des Konflikts und die anschließende Preisstabilisierung aus, die den Alarm reduzieren würden.
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