
London, Rom und Tokio besiegeln 4,6-Milliarden-Pfund-Vertrag für Kampfjet der nächsten Generation
Die Unterzeichnung des Entwicklungsauftrags für das GCAP-Programm festigt die trilaterale Kooperation, während das konkurrierende europäische Projekt FCAS gescheitert ist und globale Rüstungsinvestitionen steigen.
Großbritannien, Italien und Japan haben dem Gemeinschaftsunternehmen Edgewing einen Auftrag im Umfang von 4,6 Milliarden Pfund (6,1 Milliarden US-Dollar) für die nächste Entwicklungsphase ihres gemeinsamen Kampfflugzeugs der sechsten Generation erteilt. Wie das britische Verteidigungsministerium am Freitag mitteilte, sichert der 18-monatige Vertrag den Übergang von der Konzeptbewertung zur detaillierten Konstruktion. Die britische Regierung hatte zuvor nach monatelangen haushaltspolitischen Verzögerungen eine mehrjährige Finanzierungszusage von 8,6 Milliarden Pfund für das als Global Combat Air Programme (GCAP) bekannte Vorhaben vorgelegt und damit Bedenken in Tokio und Rom über eine mögliche Unterfinanzierung ausgeräumt.
Aus Sicht der beteiligten Hauptstädte festigt der Vertragsschluss die industriepolitische Zusammenarbeit. Der britische Staatsminister für die Streitkräfte, Luke Pollard, bezeichnete die Vereinbarung als „wichtigen Schritt“ zur Auslieferung eines modernen Tarnkappenjets. Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi erklärte, öffentlicher und privater Sektor der drei Länder würden das Projekt gemeinsam effizient vorantreiben. In Rom hatte Verteidigungsminister Guido Crosetto bereits im Juni die Öffnung des Programms für weitere Partner als Möglichkeit zur Kostenteilung ins Spiel gebracht. Das von BAE Systems, Leonardo und der japanischen JAIEC paritätisch getragene Joint Venture Edgewing mit Sitz in Großbritannien und einem italienischen Geschäftsführer soll die Maschine bis 2035 einsatzbereit machen.
Die Einigung erfolgt vor dem Hintergrund tiefgreifender Verschiebungen in der europäischen Rüstungskooperation. Das von Frankreich, Deutschland und Spanien getragene Konkurrenzprojekt FCAS war im Juni nach jahrelangen Streitigkeiten zwischen Airbus und Dassault über Arbeitsanteile gescheitert. Airbus-Chef Guillaume Faury warnte daraufhin auf dem Wirtschaftsforum in Aix-en-Provence, Europa drohten bei verpassten Chancen „für Jahrzehnte fragmentierte nationale Lösungen“. Laut italienischen Industriekreisen gilt Deutschland aufgrund seiner technologischen Expertise als besonders interessanter Kandidat für einen GCAP-Beitritt; auch Saudi-Arabien und Kanada haben Interesse signalisiert. Parallel dazu bewilligte Indiens Verteidigungsbeschaffungsrat am Freitag Rüstungsvorhaben im Wert von umgerechnet 6,3 Milliarden Dollar, darunter Kamikaze-Drohnen und elektronische Kampfsysteme, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern.
Während große Mächte ihre Luftkampffähigkeiten modernisieren, verdeutlichen Berichte aus anderen Weltregionen die ungleiche Verteilung von Rüstungsressourcen. In Kolumbien gaben Angehörige der Streitkräfte gegenüber dem Sender Caracol Radio an, sie hätten untereinander Geld gesammelt, um kommerzielle Aufklärungsdrohnen zu kaufen, weil die offizielle Ausstattung unzureichend sei. Die Armeeführung bestätigte die Vorfälle, betonte jedoch, es handele sich nicht um eine institutionelle Anordnung. Das GCAP-Abkommen markiert unterdessen den zweiten internationalen Auftrag für Edgewing nach einem ersten Vertrag im April und leitet die Detailkonstruktion ein; die Indienststellung des als Nachfolger des japanischen F-2 und des Eurofighter Typhoon konzipierten Jets bleibt für 2035 avisiert.
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The sixth-generation fighter contract marks a triumph of Russian technology, demonstrating the ability to develop advanced weapons systems despite sanctions. European cooperation is secondary to national self-sufficiency.
The signing of the sixth-generation fighter contract raises doubts about European cohesion, with partners struggling to reach an agreement. The lack of a common strategy risks weakening Europe's position in defense.
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