
Gold erholt sich nach US-Arbeitsmarktdaten – Zinserhöhungserwartungen sinken
Schwächere Beschäftigungszahlen in den USA lassen die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung schrumpfen und treiben den Goldpreis auf den höchsten Stand seit Ende Juni.
Der Goldpreis hat sich in dieser Woche um mehr als zwei Prozent erholt und damit eine vierwöchige Verlustserie beendet. Auslöser war ein am Donnerstag veröffentlichter US-Arbeitsmarktbericht, der mit lediglich 57.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft deutlich hinter den erwarteten 110.000 zurückblieb. Der Spotpreis stieg am Freitag um 1,4 Prozent auf 4.179 Dollar je Feinunze, den höchsten Stand seit dem 23. Juni. Auch Silber, Platin und Palladium verzeichneten kräftige Wochengewinne.
Die schwachen Daten dämpften die Erwartungen an eine baldige Straffung der Geldpolitik durch die Federal Reserve. An den Terminmärkten sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 66 Prozent vor der Veröffentlichung auf rund 54 Prozent, wie das FedWatch-Tool der CME zeigt. Da höhere Zinsen die Opportunitätskosten des zinslosen Goldes erhöhen, wirkte diese Neubewertung unmittelbar stützend auf den Preis. Der Dollarindex gab im Wochenverlauf nach, was Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums zusätzlich verbilligte.
Auf dem wirtschaftspolitischen Jahrestreffen in Aix-en-Provence betonten französische Chefökonomen jedoch, dass die Fed trotz der Arbeitsmarktschwäche weiter unter Zugzwang stehe. Ludovic Subran von Allianz verwies auf eine Inflationsrate, die über 3,7 Prozent steigen dürfte, sowie auf fiskalische Impulse und den Energiebedarf der KI-Wirtschaft. Isabelle Mateos y Lago von BNP Paribas hält das Argument für weitere Zinsschritte der Fed für intakt, auch wenn eine Juli-Erhöhung nach den Daten unwahrscheinlicher geworden sei. Für die Europäische Zentralbank hingegen sehen die Ökonomen kaum noch Handlungsbedarf; Subran erklärte, der Zinszyklus im Euroraum sei nach der präventiven Erhöhung vom Vormonat beendet. Die Inflation der Eurozone fiel zuletzt auf 2,8 Prozent und lag damit unter den Prognosen.
Bei einer Podiumsdiskussion der EZB in Sintra bekräftigte der Fed-Vorsitzende Warsh das Festhalten am Inflationsziel von zwei Prozent und lehnte jede Form von Forward Guidance ab. Er werde sich weder zu Zinsentscheidungen noch zum Wirtschaftsausblick äußern, sagte Warsh, und betonte die Unabhängigkeit der Notenbank. Die Märkte preisen dennoch mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent eine Zinserhöhung auf der Septembersitzung ein, wie Oren Klachkin von Nationwide anmerkte. Die nächste Zusammenkunft des Offenmarktausschusses beginnt am 28. Juli; dort wird sich zeigen, ob die Währungshüter die Abkühlung am Arbeitsmarkt als ausreichend erachten, um vorerst stillzuhalten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trotz der Golderholung zeigen sich die lateinamerikanischen Märkte skeptisch: Schwache Arbeitsmarktdaten schließen weitere Zinserhöhungen der Fed nicht aus. Analysten betonen die Divergenz zwischen Fed und EZB und bleiben pragmatisch und vorsichtig.
Gold verzeichnet einen starken Wochengewinn nach enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten, die die Erwartungen an eine Zinserhöhung dämpfen. Der Ton ist beschreibend und neutral, fokussiert auf die unmittelbare Preisbewegung.
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