
Wenn das Gedächtnis plötzlich aussetzt: Katie Couric und Bryan Johnson machen seltene Leiden öffentlich
Die US-Journalistin erlitt eine transiente globale Amnesie, der Biohacker Bryan Johnson gab eine Autoimmungastritis bekannt – und in Argentinien wird an den rätselhaften Fall der „giftigen Frau“ von 1994 erinnert.
Ende Juni verlor die amerikanische Journalistin Katie Couric während eines Festivals in Aspen plötzlich die Orientierung: Sie konnte weder den Monat noch das Jahr oder den amtierenden Präsidenten nennen. Wie US-Medien übereinstimmend berichten, diagnostizierten Ärzte nach dem Ausschluss eines Schlaganfalls eine transiente globale Amnesie (TGA) – eine seltene, vorübergehende Störung des Erinnerungsvermögens, die binnen 24 Stunden vollständig abklingt. Betroffen sind jährlich drei bis acht von 100.000 Menschen, überwiegend jenseits des 50. Lebensjahres. Couric selbst beschrieb die Stunden des Anfalls als „großes schwarzes Loch“, für das ihr Gehirn die Aufnahmetaste nicht gedrückt habe.
Fast zeitgleich machte der 48-jährige Technologieunternehmer und Biohacker Bryan Johnson eine Autoimmungastritis (AIG) publik. Bei dieser chronischen Erkrankung greift das Immunsystem die säureproduzierenden Zellen der Magenschleimhaut an, was die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen beeinträchtigt. Johnson, bekannt für sein extremes Anti-Aging-Programm „Blueprint“, vermutet die Wurzeln in jahrelangem Fast-Food-Konsum und hohem beruflichem Druck. Aus den USA wird zudem der Fall der Ernährungsberaterin Lori Taylor bekannt, die jahrelang unter unerklärlicher Eisenunterversorgung, Haarausfall und vor allem unter „Brain Fog“ litt – einem kognitiven Nebel, der selbst alltägliche Worte verschluckte. Die Diagnose AIG erfolgte bei ihr erst nach einer Endoskopie und dem Nachweis von Antikörpern gegen Belegzellen.
In Argentinien erinnerte die Zeitung Clarín derweil an einen medizinischen Kriminalfall aus dem Jahr 1994: Gloria Ramírez, eine 31-jährige Krebspatientin, starb in einem kalifornischen Krankenhaus unter mysteriösen Umständen. Während der Behandlung kollabierten 23 der 37 anwesenden Mitarbeiter; einige erlitten schwere neurologische und hepatische Schäden. Die Haut der Patientin wies einen öligen Film auf, Blutproben verströmten einen ammoniakartigen Geruch. Trotz intensiver Suche nach toxischen Substanzen blieb die Ursache ungeklärt. Der Fall der „mujer tóxica“ gilt bis heute als ungelöstes Rätsel der Notfallmedizin.
Die drei Fälle beleuchten unterschiedliche Facetten unerwarteter neurologischer und immunologischer Störungen. Während die TGA in der Regel folgenlos bleibt und nur bei etwa 15 Prozent der Patienten nach zehn Jahren erneut auftritt, erfordert die AIG eine lebenslange Substitution von Vitaminen und Spurenelementen. Die Schilderungen von Couric und Johnson lenken die Aufmerksamkeit auf Symptome, die oft fehlgedeutet werden. Mediziner raten, bei plötzlichem Gedächtnisverlust oder anhaltender kognitiver Erschöpfung unverzüglich eine Abklärung auf Schlaganfall und Mangelzustände einzuleiten.
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