
Djokovic gewinnt längstes Viertelfinale – Zverev und Wildcard Fery im Halbfinale
Novak Djokovic bezwingt Félix Auger-Aliassime in einem Fünf-Satz-Marathon, Alexander Zverev erreicht erstmals das Halbfinale, und Wildcard Arthur Fery setzt seine märchenhafte Reise fort; bei den Damen kommt es zu einem ukrainisch-tschechischen Duell.
Novak Djokovic hat im Alter von 39 Jahren das längste Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte gewonnen. Der Serbe bezwang Félix Auger-Aliassime nach 5:15 Stunden mit 7:6(10), 3:6, 6:3, 6:7(4), 7:6(4) und zog zum 15. Mal ins Halbfinale des Rasenklassikers ein. Djokovic, der im Tiebreak des fünften Satzes keinen einzigen unerzwungenen Fehler produzierte, scherzte anschließend über den gleichaltrigen Lionel Messi, der zeitgleich Argentinien mit einem Tor und einer Vorlage zum WM-Sieg gegen Ägypten geführt hatte: „Es wäre schön, 90 Minuten so zu spielen wie er.“ Die Parallele zwischen den beiden 39-Jährigen wurde international breit rezipiert.
Titelverteidiger Jannik Sinner setzte sich glatt in drei Sätzen gegen Jan-Lennard Struff durch. Alexander Zverev beendete eine Serie von sieben Niederlagen gegen Taylor Fritz mit einem 6:4, 6:4, 6:2 und erreichte als erster Deutscher seit Tommy Haas 2009 das Halbfinale. Der 29-Jährige, der zuvor in Paris seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann, trifft nun auf den britischen Wildcard-Spieler Arthur Fery. Der 23-Jährige, aufgewachsen in Wimbledon und vor dem Match von Königin Camilla begrüßt, deklassierte den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli mit 6:4, 7:6(4), 6:0. Fery ist nach Goran Ivanišević 2001 der zweite Wildcard-Teilnehmer im Halbfinale und der fünfte britische Mann in der Open Era, der diese Runde erreicht. In Italien endete der Tag mit doppelter Enttäuschung: Neben Cobolli schied auch Jasmine Paolini im Damen-Viertelfinale aus.
Bei den Damen sicherte sich die Ukrainerin Marta Kostyuk mit einem 6:3, 6:2 über Paolini den zweiten Grand-Slam-Halbfinaleinzug in Folge. Die 24-Jährige, die während des Turniers von russischen Angriffen auf Kiew erfuhr und die IOC-Entscheidung zur Aufhebung des Neutralitätsstatus für Russland kritisierte, trifft auf die Tschechin Linda Noskova. Noskova, 21, bezwang Elise Mertens mit 6:3, 7:5 und steht erstmals in einem Major-Halbfinale. Im zweiten Halbfinale kommt es zum Duell zwischen Coco Gauff und Karolína Muchová. Alle vier Halbfinalistinnen sind ohne Wimbledon-Titel; eine neue Championne ist damit garantiert.
Die Halbfinals am Freitag versprechen hochkarätige Duelle. Djokovic, der mit einem achten Titel zu Roger Federer aufschließen könnte, trifft auf Sinner, der ihn im Vorjahr an gleicher Stelle bezwang und im direkten Vergleich mit 6:5 führt. Zverev, der bei einem Finaleinzug auf Platz zwei der Weltrangliste vorrücken würde, bekommt es mit dem Publikumsliebling Fery zu tun, der bereits jetzt einen Sprung von Rang 114 auf 36 sicher hat. Die Damen spielen ihre Halbfinals bereits am Donnerstag. Für Kostyuk geht es darum, als erste Ukrainerin ein Wimbledon-Finale zu erreichen; Noskova will ihren ersten großen Titel.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
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Der britische Tennis feiert seinen einheimischen Helden Arthur Fery, während er Kostyuks unkomplizierten Sieg als Randnotiz anerkennt.
Indem Kostyuks Routinesieg mit Ferys Aschenputtel-Geschichte gegenübergestellt wird, hebt die Erzählung den lokalen Blickwinkel über das internationale Ergebnis.
Der atlantica-Block, der sich stark auf Fery konzentriert, lässt die Bedeutung von Kostyuks Leistung als ukrainische Spielerin außer Acht, insbesondere im Kriegskontext.
Der italienische Tennis trauert um Paolinis Ausscheiden, blickt aber optimistisch in ihre Zukunft und lobt ihre Widerstandsfähigkeit.
Indem Paolinis Einsatz und die Qualität ihrer Gegnerin betont werden, mildert die Berichterstattung die Niederlage und stellt sie als Lernerfahrung dar.
Der Block europea_continentale lässt jede Diskussion über den politischen Kontext des Erfolgs einer ukrainischen Spielerin aus und konzentriert sich ausschließlich auf den sportlichen Aspekt.
Die lateinamerikanische Presse hebt den finanziellen Hintergrund von Arthur Fery hervor und lenkt die Aufmerksamkeit von den tatsächlichen Tennisergebnissen ab.
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Der Block latinoamericana lässt das gesamte Kostyuk-Paolini-Match aus und ignoriert damit eine große Geschichte und die Leistung der ukrainischen Spielerin.
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