
Verhandlungen am Vierwaldstättersee: Vance spricht von Fortschritten, Iran unterbricht Gespräche nach Trump-Drohungen
Während US-Vizepräsident J.D. Vance erste Fortschritte bei den Friedensgesprächen mit Iran verkündet, verlässt die Teheraner Delegation aus Protest gegen militärische Drohungen von Präsident Trump den Verhandlungsort.
Unter Vermittlung Katars und Pakistans haben die USA und Iran am Sonntag in der Schweiz Gespräche über eine dauerhafte Friedenslösung aufgenommen. US-Vizepräsident J.D. Vance verkündete nach den ersten Stunden am Verhandlungsort auf dem Bürgenstock «große Fortschritte». Aus Teheraner Sicht stand jedoch die Einstellung der Kämpfe in Libanon im Zentrum; die staatliche Nachrichtenagentur Irna zitierte den Sprecher des Außenministeriums mit den Worten, die fortgesetzten israelischen Angriffe auf Hizbullah-Stellungen seien das «wichtigste Thema». Am Abend verließ die iranische Delegation laut halbamtlichen Agenturen den Verhandlungsort – aus Protest gegen Drohungen von US-Präsident Donald Trump, der auf seiner Plattform Truth Social mit massiven Militärschlägen gegen Iran gedroht hatte, sollte die Miliz ihre Angriffe nicht einstellen.
Die iranische Führung pochte zugleich auf ihr Recht zur Urananreicherung, schloss jedoch den Bau einer Atomwaffe aus. Auf der Website des Präsidenten Massud Peseschkian hieß es, Iran könne «schriftlich zusichern», keine Bombe anzustreben, werde aber «unser Recht auf Anreicherung nicht aufgeben». Washingtoner Unterhändler forderten nach Angaben aus Verhandlungskreisen internationalen Zugang zu den iranischen Atomanlagen, die nach früheren Militärschlägen bisher nicht inspiziert werden konnten. Im Gegenzug stellte die amerikanische Seite eine begrenzte Freigabe eingefrorener iranischer Guthaben in Höhe von rund sechs Milliarden Dollar in Katar in Aussicht, die für humanitäre Zwecke verwendet werden sollen.
Die Gespräche, die unter der Bezeichnung «Lake Lucerne Summit» bereits am Mittwoch in einem Rahmenabkommen vereinbart worden waren, werden von den ungelösten Spannungen um die Straße von Hormus überschattet. Die iranische Armee erklärte die Wasserstraße am Samstag erneut für gesperrt – eine Reaktion auf die anhaltenden israelischen Operationen. Vertreter des US-Zentralkommandos widersprachen und betonten, die Passage sei offen und werde von amerikanischen Kräften überwacht. Ungeachtet dessen zeigen Schiffsbewegungsdaten einen drastischen Einbruch des Tankerverkehrs, was die Sorge vor einer neuerlichen Störung der globalen Energieversorgung nährt.
Das Memorandum sieht eine Frist von 60 Tagen für ein umfassendes Abkommen vor, das neben dem Atomprogramm auch einen regionalen Waffenstillstand und die Freigabe iranischer Ölexporte umfassen soll. Aus Dohaer Sicht besteht Hoffnung auf eine «umfassende und dauerhafte Einigung in allen Punkten». Die iranische Seite machte jedoch deutlich, dass ohne ein Ende der Feindseligkeiten in Libanon die nächste Verhandlungsphase nicht begonnen werden könne. Die Gespräche sollen am Montag fortgesetzt werden; westliche Diplomaten dämpften indes die Erwartungen und sprachen von einem Beginn eines längeren Prozesses, nicht von einem finalen Durchbruch.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trotz der Fortschrittsbehauptungen des US-Vizepräsidenten verließ die iranische Delegation aus Protest gegen Trumps Drohungen zum Libanon die Gespräche. Der Iran pocht auf sein Recht zur Urananreicherung, und die Lage bleibt angespannt.
Die USA und der Iran haben bei den Gesprächen in der Schweiz große Fortschritte erzielt, wobei der Vizepräsident eine Transformation der Beziehungen begrüßt. Ein langfristiges Friedensabkommen wird trotz anhaltender Spannungen angestrebt.
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