
Venezuela: Zwei Erdbeben binnen 39 Sekunden – mindestens 164 Tote
Ein sogenannter seismischer Doppelschlag mit Magnituden von 7,2 und 7,5 traf den Norden Venezuelas und löste Tsunami-Warnungen aus; die Schadensbilanz ist noch ungewiss.
Am Abend des 24. Juni erschütterten zwei schwere Erdbeben innerhalb von 39 Sekunden den Norden Venezuelas. Nach Angaben der venezolanischen Interimspräsidentin Delcy Rodríguez kamen mindestens 164 Menschen ums Leben, nahezu 1000 wurden verletzt. Die Erdstöße der Magnituden 7,2 und 7,5 ereigneten sich nahe der Küstenstadt Morón, rund 170 Kilometer westlich der Hauptstadt Caracas, und waren bis in den Norden Brasiliens zu spüren.
Seismologen des United States Geological Survey (USGS) und des spanischen Nationalen Geographischen Instituts stufen das Ereignis als seltenen „seismischen Doppelschlag“ (doublet) ein. Anders als bei einem Hauptbeben mit nachfolgenden schwächeren Nachbeben handelt es sich hier um zwei annähernd gleich starke Erschütterungen, die in engem zeitlichem und räumlichem Zusammenhang stehen. Lucía Lozano, Seismologin des spanischen Instituts, erklärte, die erste Bruchzone habe vermutlich Spannungen auf eine benachbarte Verwerfung übertragen und so den zweiten Bruch ausgelöst. Die flache Herdtiefe von nur etwa zehn bis dreizehn Kilometern verstärkte die Bodenerschütterungen erheblich.
Die Region liegt an der Plattengrenze zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte, wo sich mehrere große Horizontalverschiebungen mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Zentimetern pro Jahr aneinander vorbeischieben. Aus geologischer Sicht sind starke Beben dort nicht ungewöhnlich; das letzte vergleichbare Ereignis war ein Beben der Stärke 7,7 im Jahr 1900. Dennoch gilt ein Doppelschlag dieser Magnitude als außergewöhnlich. Vergleichbare Fälle wurden 2023 in der Türkei und Syrien sowie 1997 in Pakistan dokumentiert.
Die Schadensbilanz bleibt vorläufig. Während die venezolanischen Behörden von mindestens 164 Toten und eingestürzten Gebäuden in Caracas und im Bundesstaat La Guaira berichten, veröffentlichte das USGS eine vorläufige Schätzung, die von 10.000 bis 100.000 möglichen Todesopfern ausgeht. Diese breite Spanne erklärt sich aus Unsicherheiten bei der Bevölkerungsdichte, der Bauweise und den lokalen Bodenverhältnissen. Der internationale Flughafen Simón Bolívar wurde wegen Schäden geschlossen, und für mehrere Karibikstaaten waren zeitweise Tsunami-Warnungen in Kraft.
Die venezolanische Regierung rief den Notstand aus. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden, während die Behörden vor Nachbeben warnen, die über Monate hinweg auftreten können. Die genaue Zahl der Opfer und das volle Ausmaß der Zerstörung sind noch nicht absehbar.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Zwei starke Erdbeben erschütterten Venezuela im Abstand von nur 39 Sekunden – ein seltenes seismisches Dublett, das die Tragödie vervielfachte. Experten erklären, dass der erste Bruch wahrscheinlich Spannungen auf eine benachbarte Verwerfung übertrug und so das zweite Beben auslöste. Das ungewöhnliche Phänomen mit über 160 Toten lenkte die Aufmerksamkeit auf die Mechanik solcher zeitlich eng beieinanderliegenden Großbeben.
Ein seismisches Doppelereignis der Stärken 7,2 und 7,5 erschütterte Venezuela – ein Phänomen, das Seismologen als außergewöhnlich bezeichnen. Der Leiter des spanischen nationalen Erdbebennetzes betonte, dass zwei Beben ähnlicher Größe in so kurzem zeitlichem Abstand höchst ungewöhnlich sind. Der Dublett-Mechanismus, bei dem ein Verwerfungsbruch einen weiteren auslöst, wird untersucht, um die Verwüstung zu verstehen.
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