
Uruguays WM-Aus: Bielsa übernimmt Verantwortung, Urteil der Presse fällt vernichtend aus
Nach der 0:1-Niederlage gegen Spanien scheidet Uruguay ohne Sieg in der Vorrunde aus – interne Spannungen und ein Torwartfehler besiegeln das frühe Ende.
Es war die 41. Minute im Estadio Akron von Guadalajara, als Fernando Muslera eine Flanke von Álex Baena unterlief. Der 40‑jährige Torhüter, Rekordspieler der Celeste bei Weltmeisterschaften, ließ den Ball durch die Hände gleiten, und Baena traf zum 1:0 für Spanien. Es war der dritte folgenschwere Fehler Musleras in diesem Turnier – eine statistische Marke, die laut Opta seit 1966 keinem Schlussmann unterlaufen war. Uruguay, das bereits gegen Saudi-Arabien und Kap Verde nur remisiert hatte, verlor und schied mit mageren zwei Punkten als Gruppenletzter aus.
Trainer Marcelo Bielsa fand nach dem Abpfiff deutliche Worte. „Was ich dem uruguayischen Fußball gegeben habe, ist nichts“, sagte der 70‑Jährige, der sein Amt nach dem Turnier aufgibt. Auf die Frage, wie man sich an ihn erinnern werde, antwortete er: „Als jemand, der nichts hinterlassen hat.“ Bielsa, der mit Uruguay den vierten Platz in der südamerikanischen Qualifikation und den dritten Rang bei der Copa América erreicht hatte, wertete diese Erfolge angesichts des WM‑Scheiterns als bedeutungslos. Zugleich wies er darauf hin, dass Muslera selbst um seine Auswechslung zur Halbzeit gebeten habe – eine Geste, die das Vertrauen im Team illustrierte.
Hinter den Kulissen hatten sich die Spannungen seit Monaten aufgebaut. Bereits während der Copa América 2024 war es zum Bruch mit Luis Suárez gekommen, der Bielsas Regiment öffentlich kritisierte und danach zurücktrat. Der Stürmer nannte die Atmosphäre im Trainingskomplex der Celeste „herzzerreißend“ und beklagte übertriebene Regeln. Suárez’ Verbündeter Nahitan Nández wurde vor dem Turnier überraschend nicht nominiert, was Bielsa mit „rein sportlichen Gründen“ erklärte. Der argentinische Coach, von Suárez als abweisend geschildert, stand fortan im Zentrum eines medialen Konflikts, der das Land spaltete. Die uruguayische Presse sprach nach dem Aus von einer „der schlimmsten WM-Eliminierungen der letzten 50 Jahre“ und nannte die Celeste „die Enttäuschung Südamerikas“.
Zusätzlich erhielt die Debatte durch Stimmen aus dem Nachbarland Argentinien Nahrung. Diego Lugano, ehemaliger Kapitän Uruguays und nun TV‑Experte, warf Bielsa vor, er habe „das Umfeld vergiftet und nie verstanden, wo er war“. Der frühere Weltklassestürmer Diego Forlán kritisierte die Auswechslung von Federico Valverde, die das Team geschwächt habe. Der uruguayische Verband reagierte mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Der gecharterte Rückflug wurde gestrichen, die Spieler mussten einzeln auf Linienflügen heimkehren – ein symbolischer Tadel für das blamable Abschneiden.
Für Uruguay steht nach dem zweiten Vorrunden-Aus in Folge eine gründliche Aufarbeitung an. Bielsa verlässt die Bühne mit einer Bilanz von 14 Siegen, 15 Unentschieden und 8 Niederlagen. Die Mannschaft reiste ohne den Trainer ab, der noch in der Nacht vereinzelt zum Mannschaftsbus ging und kaum Kontakt zu den Spielern suchte. Die Ära Bielsa endet mit einem leisen Abgang – und der Frage, wie es nach zwanzig Monaten permanenter Unruhe weitergehen soll.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Latin American media portrayed Uruguay's elimination as Bielsa's personal failure, describing a toxic environment and fierce criticism from former players. The coach was accused of contaminating the dressing room and being more focused on his million-dollar contract than on the team. Goalkeeper Muslera's error was just the last straw in a situation already full of tensions.
Continental European media highlighted the punishment imposed by the Uruguayan federation, which canceled the players' private return flight after the disappointing World Cup. The tone is between ironic and scandalized, emphasizing the drastic reaction to poor performance. The disciplinary aspect is highlighted more than the game dynamics.
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