
USA bombardieren Iran nach Drohnenangriff auf Frachter – Waffenruhe in der Krise
Die Vereinigten Staaten haben als Vergeltung für einen iranischen Drohnenangriff auf ein Handelsschiff Ziele im Süden Irans angegriffen; Teheran droht mit Gegenschlag und beharrt auf der Kontrolle der Strasse von Hormus.
Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten haben am Freitagabend iranische Raketen- und Drohnendepots sowie Küstenradarstellungen im Süden des Landes bombardiert. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bezeichnete die Angriffe als „kraftvolle Antwort“ auf einen iranischen Drohnenangriff vom Vortag, bei dem das unter der Flagge Singapurs fahrende Frachtschiff M/V Ever Lovely nahe der omanischen Küste beschädigt worden war. Präsident Donald Trump hatte den Vorfall zuvor als „törichte Verletzung“ der Waffenruhe verurteilt. Nach Angaben des britischen Seesicherheitszentrums UKMTO wurde das Schiff von einem unbekannten Projektil getroffen, als es eine von der UNO empfohlene, an der omanischen Küste entlangführende Route nutzte – eine Passage, die Teheran nicht autorisiert hatte.
Aus Washingtoner Sicht stellt der iranische Angriff eine nicht hinnehmbare Aggression gegen die zivile Schifffahrt und einen klaren Bruch des am 18. Juni unterzeichneten Memorandums of Understanding dar. Die USA und der Golfkooperationsrat hatten in einer gemeinsamen Erklärung die Forderung Irans nach Wegzöllen zurückgewiesen und auf „freier, bedingungsloser und uneingeschränkter Schifffahrt“ bestanden. Teheran hingegen bekräftigte durch Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi, dass eine sichere Passage nur unter Berücksichtigung der Rolle Irans als Küstenstaat gewährleistet werden könne. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) kündigten eine „schnelle und entschiedene“ Vergeltung an und erklärten, die US-Angriffe würden nicht unbeantwortet bleiben. Der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Azizi, bezeichnete die iranischen Maßnahmen als „Verwaltung des Waffenstillstands“, nicht als dessen Verletzung.
Der Schlagabtausch hat die ohnehin fragile, seit April geltende und durch das 14-Punkte-Abkommen formalisierte Waffenruhe in eine schwere Krise gestürzt. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) setzte ihre Evakuierungsoperation für Hunderte im Golf festsitzende Schiffe aus und fordert Sicherheitsgarantien. Widersprüchliche Anweisungen – die USA empfehlen die omanische Route, der Iran besteht auf von ihm genehmigten Korridoren – schaffen eine gefährliche Lage für die Handelsschifffahrt. Die Ölpreise gaben dennoch nach, da ein Teil des Tankerverkehrs fortgesetzt wurde und Saudi Aramco die Verladungen im Terminal Ras Tanura wieder aufnahm.
Der Krieg war Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ausgebrochen, woraufhin Teheran die Strasse von Hormus faktisch schloss. Das Interimsabkommen sieht eine 60-tägige Verhandlungsfrist für eine dauerhafte Regelung vor, die auch das iranische Nuklearprogramm und Sanktionserleichterungen umfasst. Parallel dazu unterzeichneten Israel und der Libanon mit den USA ein Rahmenabkommen, das von der Hisbollah als Untergrabung des umfassenderen Friedensprozesses kritisiert wurde. Die US-Angriffe waren nach Angaben eines Pentagon-Vertreters begrenzt und signalisierten keine Wiederaufnahme umfassender Feindseligkeiten. Die Drohung Irans mit Vergeltung und die ausgesetzte IMO-Mission lassen die Lage jedoch äußerst gespannt. Die nächste Runde der technischen Gespräche in der Schweiz dürfte die Kontrolle über die Wasserstraße in den Mittelpunkt rücken; die Positionen beider Seiten liegen hier weit auseinander.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Drohnenangriff in der Straße von Hormus wird als gefährliche Eskalation dargestellt, die einen hart erkämpften Waffenstillstand verletzt und die globalen Ölströme bedroht. Die USA werden als Verteidigungskraft porträtiert, die die meisten Drohnen abfängt, während das iranische Vorgehen als rücksichtslos verurteilt wird. Der Vorfall löst Alarm über die Haltbarkeit der Waffenruhe und die Sicherheit der Handelsschifffahrt aus.
Der Vorfall wird als diplomatischer Bruch mit unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen gemeldet, da die Ölpreise fallen und die Aktienmärkte reagieren. Trumps Anschuldigung wird ohne Billigung zur Kenntnis genommen, während das Fehlen einer militärischen Antwort hervorgehoben wird. Der Fokus bleibt auf der Fragilität der US-iranischen Verständigung und den praktischen Auswirkungen auf den Handel.
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