
Volkswagen plant Abbau von bis zu 100.000 Stellen und Schließung von vier deutschen Werken
Der Wolfsburger Konzern verdoppelt seine bisherigen Sparziele und erwägt die Trennung der Kernmarke – die Aktie fällt auf ein 16-Jahres-Tief.
Die Volkswagen AG bereitet einem Medienbericht zufolge die tiefgreifendste Restrukturierung ihrer Geschichte vor. Wie das Manager Magazin unter Berufung auf interne Quellen meldet, könnte der Konzern weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze abbauen – doppelt so viele wie die bisher kommunizierten 50.000 Stellen bis 2030. Die VW-Aktie verlor am Freitag 3,4 Prozent und notierte auf dem niedrigsten Stand seit 16 Jahren. Ein Konzernsprecher lehnte eine Stellungnahme zu „internen und vertraulichen Dokumenten“ ab, erklärte jedoch, das gesamte Unternehmen müsse einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen.
Die Pläne sind eine Reaktion auf einen sich verschärfenden Wettbewerbsdruck. In China, dem lange Zeit wichtigsten Einzelmarkt, verlor Volkswagen 2024 die Spitzenposition an BYD und rutschte 2025 hinter Geely auf Rang drei. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller mit Hybrid- und Elektromodellen nach Europa: Ihr gemeinsamer Marktanteil erreichte im Mai 2026 laut ACEA elf Prozent. Hinzu kommen die von Washington verhängten Importzölle und eine schwächelnde Nachfrage im Heimatmarkt. Der Nettogewinn des Konzerns brach im ersten Quartal 2025 um 28 Prozent ein.
Das Restrukturierungspaket sieht vor, die Produktion in den Werken Hannover, Zwickau, Emden und im Audi-Werk Neckarsulm nach Auslaufen der jeweiligen Modellzyklen einzustellen. Die Investitionen sollen in den kommenden fünf Jahren um rund 15 Prozent auf gut 130 Milliarden Euro gekürzt werden. Zudem prüfen Vorstandschef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz, die Kernmarke VW samt Komponentengeschäft als eigenständige Gesellschaften aus dem Konzern herauszulösen. Die Details sollen dem Aufsichtsrat am 9. Juli vorgelegt werden.
Gegen die Einschnitte formiert sich Widerstand. Der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall erklärten, sie würden „alles in unserer Macht Stehende tun, um solche Pläne zu verhindern“. Auch das Land Niedersachsen als zweitgrößter Anteilseigner lehnt Werksschließungen ab. Die Bundesregierung betonte, sie wolle „jede Schließung von Standorten in Deutschland vermeiden“, verwies aber zugleich darauf, dass unternehmerische Entscheidungen nach wirtschaftlichen Kriterien zu treffen seien. In der Vergangenheit waren vergleichbare Sparvorhaben nach Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern mehrfach abgeschwächt worden.
Die Entwicklung bei Volkswagen ist Teil einer branchenweiten Neuausrichtung. Auch Mercedes-Benz und BMW haben zusätzliche Sparprogramme angekündigt. Die nächste Wegmarke ist die Aufsichtsratssitzung am 9. Juli, auf der das Management seine Vorschläge präsentieren wird. Ob und in welchem Umfang die Pläne umgesetzt werden, hängt maßgeblich vom Ausgang der dann beginnenden Verhandlungen mit den Sozialpartnern ab.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Volkswagen arbeitet an einem drastischen Sparkurs mit bis zu 100.000 Stellenstreichungen und vier gefährdeten deutschen Werken. Der Umbau geht weit über frühere Effizienzpläne hinaus und offenbart die tiefe Krise der europäischen Autoindustrie angesichts der schleppenden Elektrowende und des chinesischen Wettbewerbsdrucks. Das Management will mit radikalen Schritten Margen und Zukunftsinvestitionen sichern.
Der deutsche Riese, der Russland verlassen hat, bereitet sich nun darauf vor, hunderttausend Mitarbeiter zu entlassen. Nach dem Rückzug vom russischen Markt ist Volkswagen zu drastischen Einschnitten mit Werksschließungen in Deutschland gezwungen. Die Krise des Autobauers wird als Folge seiner geopolitischen Entscheidungen und des Verlusts an Wettbewerbsfähigkeit dargestellt.
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