
Ukrainische Raketen treffen Rüstungswerk in Wolgograd – Gegenseitige Angriffe intensivieren sich
Kiew bestätigt einen Treffer auf das Titan-Barrikady-Werk, während Moskau von neuen Drohnen- und Raketenschlägen gegen ukrainische Energieanlagen und Wohngebiete berichtet.
In der Nacht zum Samstag hat die Ukraine nach eigenen Angaben mit weitreichenden Raketen das russische Rüstungsunternehmen Titan-Barrikady in Wolgograd angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die neu entwickelten FP-5-Flamingo-Marschflugkörper hätten das Werk erfolgreich getroffen und einen Brand ausgelöst. Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte einen Angriff auf ein Industrieunternehmen, bei dem zehn Menschen verletzt und Produktionsanlagen beschädigt worden seien. Nach Darstellung des ukrainischen Generalstabs stellt die Fabrik unter anderem Startrampen und Transportfahrzeuge für das ballistische Raketensystem Iskander-M her, mit dem Russland regelmäßig ukrainische Städte beschieße.
Der Angriff ist Teil einer von Selenskyj öffentlich gemachten 40-tägigen Operation, die den Druck auf Moskau erhöhen und ein Ende des Krieges erzwingen soll. Aus Kiewer Sicht sollen gezielte Schläge gegen die russische Rüstungsindustrie und Energieinfrastruktur die militärische Schlagkraft des Gegners schwächen und die wirtschaftlichen Kosten der Invasion steigern. Parallel meldete der ukrainische Geheimdienst SBU einen zweiten Drohnenangriff binnen eines Monats auf die Ölpumpstation Wtorowo in der Region Wladimir, die für die Treibstoffversorgung Moskaus von Bedeutung ist. Russische Behörden haben diesen Angriff bislang nicht bestätigt.
Moskau setzte unterdessen seine Angriffe auf ukrainisches Territorium fort. Nach Angaben regionaler Behörden kamen in den Gebieten Dnipropetrowsk und Sumy mindestens zwei Zivilisten durch Drohnenangriffe ums Leben, mehr als zwanzig weitere wurden verletzt. In Saporischschja wurde ein Wohnhochhaus teilweise zerstört. Der staatliche Energiekonzern Naftogaz berichtete von massiven Angriffen mit ballistischen Raketen und Drohnen auf Produktionsanlagen in den Regionen Poltawa und Charkiw, die zu Schäden an kritischer Energieinfrastruktur geführt hätten. Aus russischer Sicht handelt es sich um Vergeltung für ukrainische Angriffe; das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte zudem, die Ortschaft Nowoskeljuwate im Gebiet Dnipropetrowsk eingenommen zu haben, was unabhängig nicht überprüfbar ist.
Die Eskalation fällt in eine Phase neuer diplomatischer Signale. Selenskyj erklärte, die Ukraine habe ihren wichtigsten Partnern und „Freunden Putins“ ein Friedensangebot übermittelt, ohne dies näher zu konkretisieren. Aus europäischer Sicht wird die Ausweitung der ukrainischen Langstreckenfähigkeiten als Versuch gewertet, vor möglichen Verhandlungen eine günstigere Ausgangsposition zu schaffen. In Moskau hingegen bekräftigte Präsident Wladimir Putin zuletzt seine bekannten Maximalforderungen, darunter den Abzug ukrainischer Truppen aus den nicht vollständig besetzten Gebieten. Der Krieg, der in sein fünftes Jahr geht, verzeichnet damit eine weitere Intensivierung wechselseitiger Schläge tief im Hinterland beider Staaten, während belastbare Gesprächskanäle weiterhin nicht erkennbar sind.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der ukrainische Präsident beanspruchte einen erfolgreichen Angriff auf eine Militäranlage in Wolgograd mit selbst hergestellten Raketen. Unterdessen forderten gegenseitige Angriffe auf beiden Seiten Opfer: Russische Angriffe töteten Zivilisten in den Gebieten Dnipropetrowsk und Sumy, und ein ukrainischer Angriff auf Horliwka forderte ein Todesopfer.
Ukrainische Streitkräfte griffen eine Raketenfabrik in Wolgograd an, die Selenskyj als legitimes Ziel bezeichnete, da sie Waffen produziere, die gegen die Ukraine eingesetzt würden. In der Nacht töteten russische Angriffe zwei Zivilisten in der Ukraine, während ein ukrainischer Angriff auf Horliwka nach Angaben örtlicher Behörden ein Todesopfer forderte.
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