
Erster militärischer Schlagabtausch zwischen den USA und Iran seit dem Waffenstillstandsabkommen
Nach US-Luftangriffen auf iranische Küstenstellungen als Reaktion auf einen Drohnenangriff auf ein Handelsschiff erklärt Teheran Vergeltungsschläge gegen amerikanische Stellungen in der Region.
In der Nacht zum Samstag haben die Vereinigten Staaten und der Iran erstmals seit der Unterzeichnung des Waffenstillstands-Memorandums am 17. Juni direkte Militärschläge gegeneinander geführt. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte Angriffe auf iranische Raketen- und Drohnendepots sowie Küstenradarstellungen, die es als Reaktion auf einen „ungerechtfertigten Angriff auf die Handelsschifffahrt“ durch iranische Kräfte am Donnerstag bezeichnete. Der Iran meldete seinerseits über die Revolutionsgarden, man habe „Stationierungsorte der terroristischen US-Armee in der Region“ getroffen. Unabhängig bestätigt wurden diese iranischen Vergeltungsschläge zunächst nicht; die US-Seite äußerte sich nicht zu möglichen Treffern.
Aus Washingtoner Sicht stellte der Drohnenangriff auf ein Handelsschiff im Golf von Oman eine klare Verletzung der Waffenruhe dar. Präsident Donald Trump nannte den Vorfall einen „tölpelhaften Verstoß“, Vizepräsident J.D. Vance drohte, Gewalt werde mit Gewalt beantwortet. Teheran hingegen wertet die amerikanischen Luftangriffe als eklatanten Bruch des Memorandums und der UN-Charta. Das iranische Außenministerium erklärte, die Angriffe auf Küstenüberwachungsanlagen verstießen gegen Absatz 1 des Abkommens und gegen Artikel 2 Absatz 4 der Charta; die eigenen Schläge seien durch das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 gedeckt. Gleichzeitig beschuldigte Teheran Israel, mit US-Koordination den Waffenstillstand im Südlibanon gebrochen zu haben, und zog damit eine direkte Verbindung zwischen den Schauplätzen.
Die militärische Eskalation rückt die Kontrolle über die Straße von Hormus ins Zentrum der Auseinandersetzung. Nach Darstellung der Revolutionsgarden obliegt die Regelung der Durchfahrt gemäß Absatz 5 des „Islamabad-Memorandums“ vollständig der Islamischen Republik. Iranische Medien berichteten, die Marine der Garden werde künftig „entschlossen“ gegen Schiffe vorgehen, die nicht die von Iran festgelegten Routen nutzten; Warnschüsse auf nicht autorisierte Schiffe seien bereits abgegeben worden. Die USA bekräftigten dagegen, sie würden weiterhin für den freien und sicheren Schiffsverkehr sorgen. Bahrains Regierung, die die US-Fünfte Flotte beherbergt, verurteilte einen iranischen Drohnenangriff auf ihr Territorium als schwerwiegende Souveränitätsverletzung.
Das Memorandum vom 17. Juni war unter Vermittlung der Schweiz zustande gekommen und sollte den am 28. Februar mit amerikanisch-israelischen Luftschlägen begonnenen Krieg beenden. Es sieht neben der Waffenruhe auch eine Regelung für die Entsorgung von 440 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertem Uran unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vor. IAEA-Chef Rafael Grossi hatte zuletzt gewarnt, eine dauerhafte Einigung werde starke Garantien gegen eine iranische Nuklearwaffe erfordern. Die nun erfolgten Feindseligkeiten belasten die ohnehin fragilen Verhandlungen über eine endgültige Beilegung des Konflikts.
Trotz der Gefechte fielen die Ölpreise deutlich, da die Schifffahrt durch Hormus wieder anlief und Saudi Aramco die Verladung in Ras Tanura nach viermonatiger Pause aufnahm. Die Lage an der strategischen Wasserstraße bleibt jedoch angespannt. Beide Seiten haben für den Fall weiterer Angriffe mit einer Ausweitung der Gewalt gedroht. Die nächsten Schritte der Vermittler sind ungewiss; das Abkommen steht vor seiner bislang schwersten Belastungsprobe.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Arab Levant and Maghreb media report Iran's condemnation of US strikes as a 'flagrant violation' of the June memorandum, but also highlight condemnation by Bahrain and other Arab states of the Iranian drone attack. The focus is on the risk of further escalation in the strategic Strait of Hormuz.
Gulf Arab media frame the clash as the first serious incident since the June agreement, giving voice to both US and Iranian accounts. There is concern for regional stability and the safety of navigation in the Strait of Hormuz.
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