
Sinner vor Wimbledon: Neue Strategie gegen die Hitze nach dem Kollaps von Paris
Nach seiner überraschenden Zweitrunden-Niederlage in Roland Garros hat der Weltranglistenerste Jannik Sinner das Training umgestellt und fühlt sich bereit für die Titelverteidigung.
Die Bilder gingen um die Welt: Jannik Sinner, die Nummer eins der Tenniswelt, führte in der zweiten Runde der French Open gegen Juan Manuel Cerundolo mit 2:0 Sätzen und 5:1 im dritten Durchgang, ehe er unter der sengenden Hitze von Paris kollabierte. Krämpfe, ein apathischer Blick, die überraschende Niederlage – es war ein Einbruch, der Fragen aufwarf. Der Italiener zog sich zurück, unterzog sich im Mailänder San-Raffaele-Krankenhaus allgemeinen Untersuchungen und verzichtete auf die üblichen Rasen-Vorbereitungsturniere. „Alle Tests waren sehr gut“, sagte er nun in London, „aber wir sind sicher, dass wir unter heißeren Bedingungen trainieren müssen.“
Für die Titelverteidigung in Wimbledon, die am Montag beginnt, hat Sinner mit seinem Team die physische Vorbereitung umgestellt. Aus italienischen Medien verlautet, er habe abergläubische Rituale abgelegt und setze auf längere, zusammenhängende Einheiten in Kraftraum und auf dem Platz, um den Körper an extreme Belastungen zu gewöhnen. „Wir haben kleine Details verändert, keine großen Dinge“, erklärte der 24-Jährige. „Es ist ein langer Prozess, wir werden die Ergebnisse hier noch nicht sehen. Da steckt keine Magie dahinter.“ Britische Beobachter verweisen darauf, dass Sinner erstmals ohne ein vorheriges Rasenturnier nach Wimbledon kommt – ein Umstand, den er selbst gelassen sieht: „Wenn man ohne Turnier hierherkommt, hat man keine Zweifel, man spielt einfach.“
Das Thema Hitze beschäftigt das Turnier seit Tagen. London erlebte eine Rekordhitze, und Wimbledon hat eine Hitzeregel eingeführt, die bei einem Hitzeindex von über 30,1 Grad eine zehnminütige Pause erlaubt. In der Qualifikation wurde sie bereits ausgelöst. Sinner, der in der Vergangenheit mehrfach mit hohen Temperaturen zu kämpfen hatte, gibt sich betont ruhig: „Ich fühle mich gut. Rasen ist ein ganz anderer Belag.“ Die Diskussion um die Spielerwohlfahrt wird indes von einem Streit um die Preisgeldverteilung überlagert. Spieler planen, ihre Medienpräsenz auf 15 Minuten zu beschränken – ein symbolischer Protest dagegen, dass nur rund 15 Prozent der Einnahmen an die Athleten fließen. Sinner wich dem Thema aus: „Ich bin hier, um über Tennis zu sprechen.“
Sportlich eröffnet der Südtiroler am Montag um 13.30 Uhr Ortszeit auf dem Centre Court gegen den Serben Miomir Kecmanovic. In seiner Turnierhälfte lauert Novak Djokovic, der siebenmalige Champion, während der verletzte Carlos Alcaraz fehlt. Sinner, der im Vorjahr im Finale gegen Alcaraz triumphierte, geht als Favorit in das Turnier. „Ich weiß, wie schwer es ist, hier weit zu kommen“, sagte er. „Die ersten Runden sind mental immer sehr hart.“ Der nächste Schritt auf dem Weg zur möglichen Titelverteidigung ist der Auftakt am Montag.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Jannik Sinner hat sein Training mit längeren Einheiten ohne Pausen umgestellt, um sich an die Hitze in Wimbledon zu gewöhnen. Nach seinem Zusammenbruch bei Roland Garros zeigt sich die Nummer eins der Welt bereit und zuversichtlich, den Titel mit kleinen Anpassungen zu verteidigen.
Extreme Hitze in Wimbledon könnte nach der Hitzeregel zu einer Spielunterbrechung führen. Sinners frühere Probleme bei hohen Temperaturen, einschließlich seines Zusammenbruchs bei Roland Garros, werfen Fragen zur Spielersicherheit auf.
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