
Ukraine: Parlament bestätigt neuen Premier – Proteste gegen Entlassung des Verteidigungsministers
Die Ernennung von Serhij Korezkyj zum Regierungschef und die gleichzeitige Abberufung des populären Verteidigungsministers Fedorow lösen in Kiew Massenproteste und Irritation bei westlichen Partnern aus.
Das ukrainische Parlament hat am Donnerstag Serhij Korezkyj, den bisherigen Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, mit 289 von 318 Stimmen zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Die Bestätigung ist Teil einer von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeleiteten Kabinettsumbildung, die vor allem wegen der gleichzeitigen Entlassung des Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow Hunderte Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude in Kiew auf die Straße brachte.
Selenskyj begründete die Nominierung Korezkyjs mit dessen Erfahrung im Energiesektor; er sei „die am besten vorbereitete Person“, um das Land auf einen weiteren Kriegswinter vorzubereiten. Korezkyj selbst verwies vor der Abstimmung auf die unter seiner Führung sichergestellte Gasversorgung trotz russischer Angriffe und erklärte, er wolle die Prinzipien von Verantwortung, Professionalität und fairen Regeln in die Regierungsarbeit einbringen. Der 48-Jährige verfügt über keine nennenswerte politische Laufbahn, was in Kiewer politischen Kreisen Überraschung auslöste.
Die Entlassung Fedorows, der das Verteidigungsressort erst seit Januar 2026 führte, stieß dagegen auf breiten Widerspruch. Nach Darstellung ukrainischer Medien und Abgeordneter hatte Fedorow in kurzer Zeit das Vertrauen westlicher Partner gewonnen, die Drohnenbeschaffung ausgeweitet und die Modernisierung des Verteidigungssektors vorangetrieben. Kritiker, darunter Kriegsveteranen und zivilgesellschaftliche Gruppen, warnten, der Schritt könne die Militärreformen mitten im Krieg gefährden. Auf Transparenten war „Schande“ und „Fedorow ist der Verteidigungsminister“ zu lesen. Aus dem Umfeld des Präsidenten verlautete hingegen, es habe wachsende Spannungen zwischen Fedorow und der Armeeführung gegeben; zudem sei die Reform der Wehrpflicht ins Stocken geraten.
In Brüssel wurde die Personalentscheidung nach Angaben aus EU-Kreisen mit Befremden aufgenommen, da Fedorow als Garant für eine effiziente Zusammenarbeit mit den westlichen Verbündeten galt. Die bisherige Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko, die das Amt genau ein Jahr innehatte, reichte am Dienstag ihren Rücktritt ein, wodurch nach ukrainischem Recht das gesamte Kabinett zurücktrat. Als neuer Verteidigungsminister ist Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch; eine offizielle Bestätigung stand zunächst aus. Das Parlament sollte noch am Donnerstag über weitere Kabinettsposten abstimmen.
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
The Ukrainian parliament acts routinely, approving a technocratic premier to handle energy challenges. The protests are a minor side effect.
By presenting the appointment as a technical and necessary choice, the event is normalized, downplaying the controversy and the scale of protests.
Does not mention the internal criticism within Zelensky's party nor the accusation of wanting only 'yes men'.
Zelensky is centralizing power, purging anyone who is not a 'yes man'. The popular and internal revolt shows his grip is cracking.
By personifying the state in Zelensky, a government reshuffle is transformed into a personal conflict between the president and democratic forces, making the move appear autocratic.
Does not give space to Zelensky's official justification based on Koretskyi's energy experience for the war winter.
President Zelensky changed the government without explaining why, while people protest the loss of a popular minister. The choice of a businessman raises doubts.
By highlighting the lack of explanations and the protests, judgment is suspended, inviting the reader to question whether the decision is right.
Does not mention the internal criticism within Zelensky's party nor the accusation of wanting 'yes men'.
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