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Geopolitik & PolitikDonnerstag, 2. Juli 2026

Trump verlangt von Nato-Partnern Verteidigungsausgaben von fünf Prozent des BIP

Vor dem Bündnisgipfel in Ankara erhöht Washington den Druck auf die europäischen Verbündeten, obwohl deren Militärausgaben bereits stark gestiegen sind.

Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik an den Verteidigungsausgaben der Bündnispartner erneuert. In einer Mitteilung auf Truth Social bezifferte er die kumulierten amerikanischen Militärausgaben für den Zeitraum 2014 bis 2025 auf 999 Milliarden Dollar und stellte sie den deutlich niedrigeren Summen anderer Mitgliedstaaten gegenüber – darunter 90,5 Milliarden für Großbritannien, 66,5 Milliarden für Frankreich und 48,8 Milliarden für Italien. Die Zahlen seien „lächerlich“, schrieb Trump, und die Vereinigten Staaten zögen aus dem Engagement „keinerlei Nutzen“. Nach Darstellung von Militärexperten handelt es sich bei der genannten Summe jedoch um die gesamten US-Verteidigungsausgaben, die zu einem erheblichen Teil in den indopazifischen Raum, den Nahen Osten und die nukleare Modernisierung fließen, nicht um Nato-spezifische Zuwendungen.

Aus Washingtoner Sicht wird der Gipfel in Ankara zum Maßstab für die von Trump geforderte Lastenverschiebung. Der amerikanische Nato-Botschafter Matthew Whitaker erklärte, der Präsident erwarte, dass sich alle Verbündeten „unverzüglich auf den Weg“ zu Verteidigungsausgaben von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts machten – ein Ziel, das beim vorangegangenen Treffen in Den Haag vereinbart worden sei. Einige Staaten wie Polen, die nordischen und baltischen Länder sowie Deutschland gingen voran, andere hinkten hinterher. Whitaker kündigte zudem bilaterale Gespräche über die Nutzung von Militärbasen an; eine vom Pentagon geleitete Überprüfung der Truppenstationierung werde „ausschließlich auf Bedrohungen und Erfordernissen“ beruhen. Das Weiße Haus zeigte sich zudem enttäuscht über die mangelnde Unterstützung einiger Verbündeter im Krieg gegen den Iran.

In den europäischen Hauptstädten verweist man unterdessen auf erhebliche Steigerungen der Verteidigungsetats. Nach Nato-Angaben haben 2025 erstmals alle 32 Mitglieder das Zwei-Prozent-Ziel erreicht; die europäischen Verbündeten und Kanada steigerten ihre Ausgaben real um 20 Prozent auf 574 Milliarden Dollar. Deutschland durchbrach die Schuldenbremse, um 114 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitzustellen, Polen steuert auf fünf Prozent des BIP zu, und Norwegen gibt pro Kopf mehr aus als die USA. In europäischen Regierungskreisen wird dieser Anstieg maßgeblich auf Trumps politischen Druck und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zurückgeführt. Zugleich wird darauf verwiesen, dass die amerikanische Militärpräsenz in Europa – mit Stützpunkten, Überflugrechten und logistischen Netzwerken – essenziell für die globale Machtprojektion Washingtons sei und die transatlantischen Handels- und Investitionsströme ein Volumen von mehreren Billionen Dollar erreichten.

Die Dynamik birgt Widersprüche. Trumps Druck hat die europäischen Verteidigungsanstrengungen beschleunigt, gerade weil viele Regierungen einen möglichen Rückzug der USA fürchteten. Gleichzeitig stärkt seine offene Unterstützung für rechtspopulistische Parteien wie die AfD in Deutschland oder den Rassemblement National in Frankreich Kräfte, die höhere Militärausgaben, die Entkopplung von chinesischer Technologie und Sanktionen gegen Moskau ablehnen. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde die AfD zweitstärkste Kraft; die französische Präsidentschaftswahl 2027 gilt als nächster Test. Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der vergangene Woche in Washington mit Trump zusammentraf, stellte für Ankara „Milliarden an neuen Rüstungsaufträgen“ in Aussicht, von denen auch US-Unternehmen profitieren dürften. Der Gipfel wird zeigen, ob die Allianz den Spagat zwischen amerikanischen Forderungen und innenpolitischen Zwängen der Mitgliedstaaten bewältigen kann.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Iranische & verwandte PresseIndische & südasiatische Presse
Iranische & verwandte Presse/ Regime
IronieDistanz

Iranische Medien berichten über Trumps jüngste Beschwerde zu den NATO-Ausgaben, betonen den unverhältnismäßigen Beitrag der USA und den fehlenden Nutzen, mit einem Ton distanzierter Ironie über die wiederkehrenden transatlantischen Spannungen.

Indische & südasiatische Presse
SkepsisPragmatismus

Indische Medien überprüfen Trumps Behauptung und stellen fest, dass die Zahl von 999 Milliarden Dollar die kumulierten US-Verteidigungsausgaben sind, nicht die jährlichen NATO-Beiträge, und dass die Darstellung irreführend ist. Sie betonen die Notwendigkeit eines genauen Kontexts in der Debatte über Lastenteilung.

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Trump verlangt von Nato-Partnern Verteidigungsausgaben von fünf Prozent des BIP

Vor dem Bündnisgipfel in Ankara erhöht Washington den Druck auf die europäischen Verbündeten, obwohl deren Militärausgaben bereits stark gestiegen sind.

Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik an den Verteidigungsausgaben der Bündnispartner erneuert. In einer Mitteilung auf Truth Social bezifferte er die kumulierten amerikanischen Militärausgaben für den Zeitraum 2014 bis 2025 auf 999 Milliarden Dollar und stellte sie den deutlich niedrigeren Summen anderer Mitgliedstaaten gegenüber – darunter 90,5 Milliarden für Großbritannien, 66,5 Milliarden für Frankreich und 48,8 Milliarden für Italien. Die Zahlen seien „lächerlich“, schrieb Trump, und die Vereinigten Staaten zögen aus dem Engagement „keinerlei Nutzen“. Nach Darstellung von Militärexperten handelt es sich bei der genannten Summe jedoch um die gesamten US-Verteidigungsausgaben, die zu einem erheblichen Teil in den indopazifischen Raum, den Nahen Osten und die nukleare Modernisierung fließen, nicht um Nato-spezifische Zuwendungen.

Aus Washingtoner Sicht wird der Gipfel in Ankara zum Maßstab für die von Trump geforderte Lastenverschiebung. Der amerikanische Nato-Botschafter Matthew Whitaker erklärte, der Präsident erwarte, dass sich alle Verbündeten „unverzüglich auf den Weg“ zu Verteidigungsausgaben von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts machten – ein Ziel, das beim vorangegangenen Treffen in Den Haag vereinbart worden sei. Einige Staaten wie Polen, die nordischen und baltischen Länder sowie Deutschland gingen voran, andere hinkten hinterher. Whitaker kündigte zudem bilaterale Gespräche über die Nutzung von Militärbasen an; eine vom Pentagon geleitete Überprüfung der Truppenstationierung werde „ausschließlich auf Bedrohungen und Erfordernissen“ beruhen. Das Weiße Haus zeigte sich zudem enttäuscht über die mangelnde Unterstützung einiger Verbündeter im Krieg gegen den Iran.

In den europäischen Hauptstädten verweist man unterdessen auf erhebliche Steigerungen der Verteidigungsetats. Nach Nato-Angaben haben 2025 erstmals alle 32 Mitglieder das Zwei-Prozent-Ziel erreicht; die europäischen Verbündeten und Kanada steigerten ihre Ausgaben real um 20 Prozent auf 574 Milliarden Dollar. Deutschland durchbrach die Schuldenbremse, um 114 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitzustellen, Polen steuert auf fünf Prozent des BIP zu, und Norwegen gibt pro Kopf mehr aus als die USA. In europäischen Regierungskreisen wird dieser Anstieg maßgeblich auf Trumps politischen Druck und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zurückgeführt. Zugleich wird darauf verwiesen, dass die amerikanische Militärpräsenz in Europa – mit Stützpunkten, Überflugrechten und logistischen Netzwerken – essenziell für die globale Machtprojektion Washingtons sei und die transatlantischen Handels- und Investitionsströme ein Volumen von mehreren Billionen Dollar erreichten.

Die Dynamik birgt Widersprüche. Trumps Druck hat die europäischen Verteidigungsanstrengungen beschleunigt, gerade weil viele Regierungen einen möglichen Rückzug der USA fürchteten. Gleichzeitig stärkt seine offene Unterstützung für rechtspopulistische Parteien wie die AfD in Deutschland oder den Rassemblement National in Frankreich Kräfte, die höhere Militärausgaben, die Entkopplung von chinesischer Technologie und Sanktionen gegen Moskau ablehnen. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde die AfD zweitstärkste Kraft; die französische Präsidentschaftswahl 2027 gilt als nächster Test. Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der vergangene Woche in Washington mit Trump zusammentraf, stellte für Ankara „Milliarden an neuen Rüstungsaufträgen“ in Aussicht, von denen auch US-Unternehmen profitieren dürften. Der Gipfel wird zeigen, ob die Allianz den Spagat zwischen amerikanischen Forderungen und innenpolitischen Zwängen der Mitgliedstaaten bewältigen kann.

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Iranische Medien berichten über Trumps jüngste Beschwerde zu den NATO-Ausgaben, betonen den unverhältnismäßigen Beitrag der USA und den fehlenden Nutzen, mit einem Ton distanzierter Ironie über die wiederkehrenden transatlantischen Spannungen.

Indische & südasiatische Presse
SkepsisPragmatismus

Indische Medien überprüfen Trumps Behauptung und stellen fest, dass die Zahl von 999 Milliarden Dollar die kumulierten US-Verteidigungsausgaben sind, nicht die jährlichen NATO-Beiträge, und dass die Darstellung irreführend ist. Sie betonen die Notwendigkeit eines genauen Kontexts in der Debatte über Lastenteilung.

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