
CSIS-Studie: Über zwei Millionen Verluste im Ukraine-Krieg – Russlands Geländegewinne kommen fast zum Erliegen
Eine neue Analyse des Center for Strategic and International Studies beziffert die Gesamtopfer des Krieges auf mehr als zwei Millionen Soldaten, während Moskaus Vormarsch auf wenige Dutzend Meter pro Tag schrumpft.
Die militärischen Verluste im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben nach Berechnungen des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington die Schwelle von zwei Millionen überschritten. Die am Mittwoch veröffentlichte Studie schätzt die Zahl der getöteten, verwundeten und vermissten russischen Soldaten seit Februar 2022 auf rund 1,4 Millionen, darunter 400.000 bis 450.000 Tote. Auf ukrainischer Seite gehen die Autoren von 525.000 bis 625.000 Ausfällen aus, wovon 125.000 bis 150.000 Soldaten gefallen seien. Parallel dazu verlangsamte sich der russische Geländegewinn dramatisch: Zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 kontrollierten Moskaus Truppen demnach lediglich 40 Quadratkilometer zusätzliches Territorium – weniger als acht Prozent der im Vorjahreszeitraum eroberten Fläche.
Aus Sicht der US-amerikanischen Denkfabrik ist die Diskrepanz zwischen den enormen personellen Opfern und den minimalen territorialen Erträgen ein Indiz für eine zunehmende Erosion der russischen Offensivfähigkeit. Die Analyse verweist auf eine monatliche Verlustrate von 30.000 bis 34.000 Mann, während die Rekrutierungsquote bei etwa 27.000 liege. Britische Geheimdienstkreise stützen diese Einschätzung: Die Direktorin des GCHQ, Anne Keast-Butler, sprach im Mai von nahezu 500.000 getöteten russischen Soldaten. In Moskau hingegen werden keine offiziellen Verlustzahlen veröffentlicht; westliche Regierungsstellen gehen von systematischer Untertreibung aus. Die ukrainische Führung wiederum macht die Ausweitung der eigenen Drohnenkampagne sowie gezielte Schläge gegen Treibstofflager und Raffinerien tief im russischen Hinterland für die Verlangsamung des gegnerischen Vormarsches verantwortlich.
Die CSIS-Studie ordnet die Dynamik in einen größeren militärhistorischen Zusammenhang ein. Die täglichen Vorstöße von durchschnittlich 50 bis 90 Metern entlang der Hauptfronten entsprächen dem Tempo der langsamsten Offensiven des Ersten Weltkriegs. Eine mehr als 20 Kilometer tiefe Todeszone aus Minenfeldern, Befestigungen und allgegenwärtigen Drohnen verhindere jede schnelle Bewegung. Erstmals seit August 2024 verzeichnete Russland im Frühjahr 2026 zudem monatliche Nettoverluste an besetztem Gebiet – allein im April und Mai summierten sie sich auf rund 400 Quadratkilometer. Die Autoren führen dies auch auf taktische Mängel, Korruption und niedrige Moral in den russischen Streitkräften zurück, während Kiews Drohnenprogramm die sogenannte „Kill Zone“ massiv ausgeweitet habe.
Die Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump ihr Engagement in dem Konflikt deutlich zurückgefahren haben. Bei einem Gipfel in Frankreich erklärte Trump, der Krieg habe für Washington keine Priorität, abgesehen von Waffenverkäufen an die Ukraine. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Gewicht, wie lange Moskau seine personellen Reserven noch mobilisieren kann. Die CSIS-Studie verweist auf die Entsendung nordkoreanischer Soldaten sowie die Rekrutierung von Strafgefangenen und Schuldnern als Indiz dafür, dass die regulären Aushebungen an Grenzen stoßen. Die nächsten belastbaren Daten werden von den halbjährlichen Lageberichten westlicher Nachrichtendienste erwartet, während die Kämpfe im Donbass und um Kursk unvermindert anhalten.
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Die CSIS-Studie zeigt erschütternde Verluste von über zwei Millionen, die die enormen menschlichen Kosten des Krieges verdeutlichen. Der Bericht stellt auch fest, dass der russische Vormarsch fast zum Stillstand gekommen ist, was auf einen langwierigen Konflikt ohne klares Ende hindeutet. Diese Daten unterstreichen die Notwendigkeit erneuter diplomatischer Bemühungen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.
Der CSIS-Bericht bestätigt, dass der Krieg einen düsteren Meilenstein mit über zwei Millionen Opfern erreicht hat, während die russischen Streitkräfte feststecken. Die europäische Sicherheit ist durch diesen langwierigen Konflikt direkt bedroht und erfordert eine koordinierte Antwort. Die Studie untermauert die Notwendigkeit fortgesetzter Unterstützung für die Ukraine, um weitere russische Gewinne zu verhindern.
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