
Trump weist Verschwörungstheorien zu Grahams Tod zurück und kritisiert FBI
Der US-Präsident widerspricht zudem dem vorläufigen Obduktionsbericht und erklärt, der Senator sei an einer „kaum erkennbaren“ Erkrankung gestorben.
Präsident Donald Trump hat die Bundespolizei FBI am Dienstag im Weißen Haus angewiesen, keine Ressourcen auf die Untersuchung von Verschwörungstheorien zum Tod von Senator Lindsey Graham zu verwenden. „Ich denke, das FBI verschwendet seine Zeit, wenn es das tut“, sagte Trump im Oval Office mit Blick auf Spekulationen über eine mögliche Fremdeinwirkung. Zuvor waren FBI-Agenten am Wohnsitz des Verstorbenen auf dem Capitol Hill gesichtet worden; Direktor Kash Patel hatte erklärt, die Behörde unterstütze die örtlichen Ermittler und stelle alle notwendigen Mittel zur Verfügung. Aus Ermittlerkreisen in Washington verlautete, die Maßnahmen erfolgten aus übergroßer Vorsicht, es gebe jedoch keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden.
Der 71-jährige republikanische Senator aus South Carolina war in der Nacht zum Sonntag an einer Aortendissektion gestorben. Das vorläufige Ergebnis der Gerichtsmedizin des District of Columbia führt den Riss der Hauptschlagader auf eine arteriosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung zurück. Trump widersprach dieser Darstellung und erklärte, er habe sich von Ärzten des Weißen Hauses unterrichten lassen; die Ursache sei „etwas völlig anderes“ und nicht mit verstopften Arterien verbunden. Der Präsident verwies auf den Tod von Grahams Vater, der im Alter von 69 Jahren einem Herzinfarkt erlegen war, und bezeichnete das Leiden als „kaum erkennbar“. Aus medizinischer Sicht gilt eine Aortendissektion als lebensbedrohlicher Notfall, der oft ohne Vorwarnung eintritt und mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Arterienverkalkung einhergeht.
In Teilen der republikanischen Anhängerschaft und in sozialen Netzwerken waren unmittelbar nach dem Tod Spekulationen über eine Vergiftung oder einen gezielten Anschlag aufgekommen. Auslöser war Grahams kurz zuvor beendete Reise nach Kiew, wo er mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über neue Sanktionen gegen Russland beraten hatte. Der Senator galt als einer der entschiedensten Befürworter einer harten Linie gegenüber Moskau und Teheran. Trump wies solche Mutmaßungen zurück: „Ich sehe da nicht viel Böses.“ Bereits am Montagabend hatte er auf Newsmax erklärt, er glaube an die „Rennpferd-Theorie“ – wer gesundheitliche Probleme habe, habe sie eben.
Für die europäischen Verbündeten, insbesondere in Berlin und Warschau, entfällt mit Graham eine verlässliche transatlantische Stimme im US-Kongress, die stets für robuste Ukraine-Hilfen und eine Eindämmung Russlands eintrat. Die Nachfolge im Senat hat Gouverneur Henry McMaster geregelt: Grahams Schwester Darline Graham Nordone wurde am Dienstag vereidigt und wird das Mandat bis Januar 2027 ausüben. Eine Sonderwahl für die im November anstehenden Midterms ist für den kommenden Monat angesetzt. Das endgültige Obduktionsergebnis steht noch aus; die Gerichtsmedizin wartet auf toxikologische und mikroskopische Untersuchungen.
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Trump spielt die FBI-Ermittlungen herunter, aber die medizinischen Fakten widersprechen ihm.
Durch den Vergleich von Trumps Aussagen mit dem Bericht des Gerichtsmediziners wird eine Diskrepanz erzeugt, die die Glaubwürdigkeit der offiziellen Version untergräbt.
Trump wirft dem FBI vor, Zeit mit Verschwörungstheorien zu verschwenden, ohne weitere Details.
Indem nur Trumps Worte ohne Kontext berichtet werden, wird seine Version als die einzige verfügbare Information dargestellt.
Lässt den Bericht des Gerichtsmediziners aus, der Trumps Behauptung über die Todesursache widerspricht.
Trump sagt, das FBI verschwende Zeit und er wünschte, Graham hätte besser auf sich aufgepasst.
Durch die Einbeziehung von Trumps persönlichem Kommentar ('Ich wünschte, er hätte besser auf sich aufgepasst') wird die Figur des Präsidenten vermenschlicht und die Aufmerksamkeit von der Kontroverse abgelenkt.
Lässt den Bericht des Gerichtsmediziners aus, der Trumps Behauptung über die Todesursache widerspricht.
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