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Geopolitik & PolitikFreitag, 3. Juli 2026

Trump eröffnet 250-Jahr-Feiern am Mount Rushmore – zwischen Selbstinszenierung und nationaler Krise

Der US-Präsident beginnt das Jubiläumswochenende mit einer Rede vor den Granitköpfen seiner Vorgänger, während Umfragen eine tief gespaltene Nation zeigen.

Präsident Donald Trump reist an diesem Freitag zum Mount Rushmore in South Dakota, um dort mit einer Rede und einem Feuerwerk die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten einzuläuten. Die Veranstaltung, die das Weiße Haus als offiziellen Jubiläumsakt ausweist, bildet den Auftakt zu einem Wochenende, an dessen Höhepunkt Trump am Samstag auf der National Mall in Washington vor Zehntausenden Anhängern sprechen und eine große Feuerwerksshow verfolgen wird. Begleitet wird er von Innenminister Doug Burgum, der Trump wiederholt in eine Reihe mit George Washington und Theodore Roosevelt gestellt und sich für die Hinzufügung von Trumps Konterfei in den Granitfelsen ausgesprochen hat. Trump selbst hatte bereits 2020 öffentlich bekundet, sein Gesicht dort neben Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt eingemeißelt zu sehen, und bezeichnete die Idee als „gut“. Ein entsprechender Gesetzentwurf einer republikanischen Abgeordneten blieb jedoch folgenlos; stattdessen verfolgt Trump andere Prestigeprojekte wie einen neuen Ballsaal am Weißen Haus, einen monumentalen Gedenkbogen und die Renovierung emblematischer Denkmäler der Hauptstadt.

Aus dem politischen Washington dringen gegensätzliche Bewertungen des Jubiläums. Während das Weiße Haus und republikanische Kreise den Auftritt als Würdigung großer Präsidenten und als optimistischen Blick in die Zukunft rahmen, werfen demokratische Abgeordnete Trump in einem Bericht mit dem Titel „Von der Eitelkeit zum Wahnsinn: Wie das Weiße Haus dem amerikanischen Volk seinen 250. Geburtstag stahl“ vor, die Feierlichkeiten für persönliche Profilierung zu missbrauchen. Indigene Gemeinschaften in South Dakota kritisieren die Wiederzulassung des Feuerwerks, das fast drei Jahrzehnte lang aus Umweltschutzgründen verboten war und zuletzt 2020 auf Trumps Betreiben hin stattfand. Meinungsumfragen der Quinnipiac University untermauern die Skepsis: 61 Prozent der Bürger sehen die Ideale der Unabhängigkeitserklärung nicht verwirklicht, und nur vier von zehn Amerikanern empfinden Stolz auf das Jubiläum. Mancherorts wird das Hissen der Nationalflagge inzwischen als politisches Bekenntnis zu Trump verstanden und bewusst vermieden.

Die Feierlichkeiten fallen in eine Phase erheblicher innenpolitischer Spannungen. Trumps Zustimmungswerte liegen nach Angaben aus Washington nahe historischen Tiefständen, belastet durch den Krieg gegen den Iran, den die USA gemeinsam mit Israel führen, und die daraus resultierenden hohen Benzinpreise. Republikanische Parlamentarier befürchten laut Berichten aus dem Kongress, der Konflikt könne die Partei bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheit in mindestens einer Kammer kosten. Gleichzeitig hat Trumps eigene Stiftung „Freedom 250“ die ursprünglich überparteiliche Planungsgruppe „America250“ weitgehend verdrängt, was nach Darstellung von Demokraten zu schlecht besuchten Veranstaltungen wie einer „Great American State Fair“ in Washington führte. Eine für das Wochenende angekündigte Hitzewelle mit Temperaturen um 41 Grad Celsius könnte die Mobilisierung zusätzlich dämpfen; Trump selbst kündigte trotzdem eine „sehr lange Rede“ an.

Für Beobachter in europäischen Hauptstädten ist der Auftritt am Mount Rushmore auch ein Symbol für Trumps Bestreben, sein Vermächtnis in der amerikanischen Denkmallandschaft zu verankern. Neben dem umstrittenen Wunsch nach einem eigenen Felsporträt treibt er den Bau eines präsidialen Bibliotheksturms in Miami und eines neuen Festsaals im Weißen Haus voran. Der National Park Service hat indes klargestellt, dass am Mount Rushmore kein Platz für ein weiteres Präsidentengesicht sei und das Kunstwerk als vollendet gilt. Nach der Rede in South Dakota wird Trump am Samstag mit einer zweiten Reise an Bord eines von Katar geschenkten Großraumjets nach Washington zurückkehren, wo die zentrale Jubiläumsveranstaltung mit Militärüberflügen und dem selbsternannten „größten Feuerwerk der Welt“ stattfinden soll.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 5 Sprachen

44%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseLateinamerikanische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Progressiv
IronieDistanz

Trump begeht das 250-jährige Jubiläum der USA am Mount Rushmore, einem Denkmal, über das er zuvor gescherzt hat, selbst dort verewigt zu werden. Die Veranstaltung wird als patriotisches Fest dargestellt, dient aber auch seinem persönlichen Vermächtnis.

Lateinamerikanische Presse
IronieSkepsis

Trump reist zum Mount Rushmore, wo viele vermuten, dass er sein eigenes Gesicht gemeißelt sehen möchte, um die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag zu eröffnen. Der Besuch gilt als Vorspiel zu einer gewaltigen politischen Kundgebung in Washington, die Nationalstolz und persönlichen Ehrgeiz vermischt.

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Freitag, 3. Juli 2026

Trump eröffnet 250-Jahr-Feiern am Mount Rushmore – zwischen Selbstinszenierung und nationaler Krise

Der US-Präsident beginnt das Jubiläumswochenende mit einer Rede vor den Granitköpfen seiner Vorgänger, während Umfragen eine tief gespaltene Nation zeigen.

Präsident Donald Trump reist an diesem Freitag zum Mount Rushmore in South Dakota, um dort mit einer Rede und einem Feuerwerk die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten einzuläuten. Die Veranstaltung, die das Weiße Haus als offiziellen Jubiläumsakt ausweist, bildet den Auftakt zu einem Wochenende, an dessen Höhepunkt Trump am Samstag auf der National Mall in Washington vor Zehntausenden Anhängern sprechen und eine große Feuerwerksshow verfolgen wird. Begleitet wird er von Innenminister Doug Burgum, der Trump wiederholt in eine Reihe mit George Washington und Theodore Roosevelt gestellt und sich für die Hinzufügung von Trumps Konterfei in den Granitfelsen ausgesprochen hat. Trump selbst hatte bereits 2020 öffentlich bekundet, sein Gesicht dort neben Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt eingemeißelt zu sehen, und bezeichnete die Idee als „gut“. Ein entsprechender Gesetzentwurf einer republikanischen Abgeordneten blieb jedoch folgenlos; stattdessen verfolgt Trump andere Prestigeprojekte wie einen neuen Ballsaal am Weißen Haus, einen monumentalen Gedenkbogen und die Renovierung emblematischer Denkmäler der Hauptstadt.

Aus dem politischen Washington dringen gegensätzliche Bewertungen des Jubiläums. Während das Weiße Haus und republikanische Kreise den Auftritt als Würdigung großer Präsidenten und als optimistischen Blick in die Zukunft rahmen, werfen demokratische Abgeordnete Trump in einem Bericht mit dem Titel „Von der Eitelkeit zum Wahnsinn: Wie das Weiße Haus dem amerikanischen Volk seinen 250. Geburtstag stahl“ vor, die Feierlichkeiten für persönliche Profilierung zu missbrauchen. Indigene Gemeinschaften in South Dakota kritisieren die Wiederzulassung des Feuerwerks, das fast drei Jahrzehnte lang aus Umweltschutzgründen verboten war und zuletzt 2020 auf Trumps Betreiben hin stattfand. Meinungsumfragen der Quinnipiac University untermauern die Skepsis: 61 Prozent der Bürger sehen die Ideale der Unabhängigkeitserklärung nicht verwirklicht, und nur vier von zehn Amerikanern empfinden Stolz auf das Jubiläum. Mancherorts wird das Hissen der Nationalflagge inzwischen als politisches Bekenntnis zu Trump verstanden und bewusst vermieden.

Die Feierlichkeiten fallen in eine Phase erheblicher innenpolitischer Spannungen. Trumps Zustimmungswerte liegen nach Angaben aus Washington nahe historischen Tiefständen, belastet durch den Krieg gegen den Iran, den die USA gemeinsam mit Israel führen, und die daraus resultierenden hohen Benzinpreise. Republikanische Parlamentarier befürchten laut Berichten aus dem Kongress, der Konflikt könne die Partei bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheit in mindestens einer Kammer kosten. Gleichzeitig hat Trumps eigene Stiftung „Freedom 250“ die ursprünglich überparteiliche Planungsgruppe „America250“ weitgehend verdrängt, was nach Darstellung von Demokraten zu schlecht besuchten Veranstaltungen wie einer „Great American State Fair“ in Washington führte. Eine für das Wochenende angekündigte Hitzewelle mit Temperaturen um 41 Grad Celsius könnte die Mobilisierung zusätzlich dämpfen; Trump selbst kündigte trotzdem eine „sehr lange Rede“ an.

Für Beobachter in europäischen Hauptstädten ist der Auftritt am Mount Rushmore auch ein Symbol für Trumps Bestreben, sein Vermächtnis in der amerikanischen Denkmallandschaft zu verankern. Neben dem umstrittenen Wunsch nach einem eigenen Felsporträt treibt er den Bau eines präsidialen Bibliotheksturms in Miami und eines neuen Festsaals im Weißen Haus voran. Der National Park Service hat indes klargestellt, dass am Mount Rushmore kein Platz für ein weiteres Präsidentengesicht sei und das Kunstwerk als vollendet gilt. Nach der Rede in South Dakota wird Trump am Samstag mit einer zweiten Reise an Bord eines von Katar geschenkten Großraumjets nach Washington zurückkehren, wo die zentrale Jubiläumsveranstaltung mit Militärüberflügen und dem selbsternannten „größten Feuerwerk der Welt“ stattfinden soll.

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Trump begeht das 250-jährige Jubiläum der USA am Mount Rushmore, einem Denkmal, über das er zuvor gescherzt hat, selbst dort verewigt zu werden. Die Veranstaltung wird als patriotisches Fest dargestellt, dient aber auch seinem persönlichen Vermächtnis.

Lateinamerikanische Presse
IronieSkepsis

Trump reist zum Mount Rushmore, wo viele vermuten, dass er sein eigenes Gesicht gemeißelt sehen möchte, um die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag zu eröffnen. Der Besuch gilt als Vorspiel zu einer gewaltigen politischen Kundgebung in Washington, die Nationalstolz und persönlichen Ehrgeiz vermischt.

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