
Tropensturm Mekkhala: Massenevakuierungen in Japan, Überschwemmungen in Taiwan
Mehr als zwei Millionen Menschen in Japan wurden zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert, während in Taiwan heftige Regenfälle den Schul- und Arbeitsbetrieb lahmlegten; ein zweiter Sturm könnte die Lage verschärfen.
In Japan haben die Behörden am Freitag für mehr als 2,2 Millionen Einwohner in 13 Präfekturen Evakuierungsanordnungen erlassen, während in Taiwan schwere Regenfälle den öffentlichen Alltag in mehreren Regionen zum Erliegen brachten. Auslöser ist der Tropensturm Mekkhala, der zuvor als Taifun eingestuft worden war und nun mit Böen von bis zu 144 Kilometern pro Stunde über den Süden Japans hinwegzieht. Nach Angaben der japanischen Meteorologischen Agentur wurden vor allem im Westen und Süden des Landes Warnungen vor Erdrutschen, Überschwemmungen und über die Ufer tretenden Flüssen herausgegeben. In der Präfektur Kagoshima meldeten lokale Behörden drei Verletzte und 25 überflutete Gebäude.
In Taiwan, das Mekkhala nur streifte, ordneten die Verwaltungen der südlichen Städte Kaohsiung, Tainan und Pingtung sowie der nördlichen Stadt Hsinchu die Schließung von Schulen und öffentlichen Einrichtungen an. Davon waren nach Schätzungen rund sechs Millionen Menschen betroffen. Die taiwanische Wetterbehörde verzeichnete in der Gemeinde Jiuru im Landkreis Pingtung binnen 24 Stunden 667 Millimeter Niederschlag; in Teilen des ländlichen Pingtung fiel seit Donnerstag nahezu ein Meter Regen. Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet. Allerdings evakuierten die Behörden im östlichen Landkreis Hualien vorsorglich knapp 200 Anwohner unterhalb eines durch Erdrutsche aufgestauten Bergsees, der bei einem Bruch eine Flutwelle auslösen könnte.
Die Auswirkungen auf den Verkehr sind erheblich. Japanische Fluggesellschaften strichen nach Angaben des Verkehrsministeriums mehr als 200 Verbindungen von und nach Okinawa und Kagoshima, Dutzende Bahnlinien wurden unterbrochen und mehrere Autobahnen gesperrt. Der Autohersteller Toyota setzte die Produktion in einem Werk auf Kyushu aus, Nissan kündigte Produktionsstopps an. In Taiwan legten Überschwemmungen einen Abschnitt der wichtigsten Nord-Süd-Eisenbahnlinie lahm. Der weltgrößte Chipauftragsfertiger TSMC mit Sitz in Hsinchu teilte mit, seine Fabriken arbeiteten trotz Vorsorgemaßnahmen normal.
Die meteorologische Lage bleibt unsicher, weil sich Mekkhala am Wochenende mit dem Tropensturm Higos vereinigen könnte. Dabei kann der sogenannte Fujiwhara-Effekt auftreten, bei dem zwei Stürme interagieren und ihre Zugbahnen sowie Intensitäten schwer vorhersagbar werden. Die japanische Wetterbehörde warnte, dass eine stationäre Regenfront in Verbindung mit feuchtwarmen Luftmassen die Niederschläge weiter verstärke. In Taiwan rechnen die Meteorologen mit anhaltenden, wenn auch allmählich nachlassenden Regenfällen über mindestens eine Woche – ein Umstand, der nach einem trockenen Winter zur Auffüllung der Stauseen beiträgt, zugleich aber die Gefahr von Hangrutschen wachhält.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Chinesische Staatsmedien berichten nur über die Auswirkungen der Stürme in Japan, mit Details zu Flugausfällen und Werksschließungen, während die gleichzeitigen Störungen in Taiwan unerwähnt bleiben.
Lateinamerikanische Medien rahmen das Ereignis als massive humanitäre Notlage ein, verweisen auf Millionen Evakuierte in Japan und Millionen weitere Betroffene in Taiwan, in einem Ton der Dringlichkeit und des Ausmaßes.
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