
Moskau weist Macrons Darstellung zur US-Neutralität zurück – Streit um Alaska-Gipfel
Russland sieht keine Bestätigung für die Aussage des französischen Präsidenten, Washington gebe seine neutrale Vermittlerrolle auf, und pocht auf in Alaska akzeptierte Vorschläge.
Die Behauptung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die Vereinigten Staaten wollten nicht länger als neutraler Vermittler im Ukraine-Konflikt auftreten, ist in Moskau auf Widerspruch gestoßen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, man habe aus Washington keine offiziellen Bestätigungen für diese Darstellung erhalten und Macron könne nicht als „Anwalt oder Pressesprecher“ der US-Regierung auftreten. Zugleich betonte Peskow, Russland bleibe offen für amerikanische Vermittlungsdienste und schätze das aufrichtige Bemühen von Präsident Donald Trump um eine friedliche Lösung. Aus Pariser Sicht hatte Macron seine Einschätzung mit einem erstmals verabschiedeten US-Dokument begründet, das die Unterstützung der territorialen Integrität der Ukraine sowie militärische und energiepolitische Hilfe für Kiew festschreibe.
Hinter der Kontroverse steht ein grundlegender Dissens über die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im August 2025 in Alaska. Aus Moskauer Perspektive legten die USA dort konkrete Vorschläge zur Beilegung des Konflikts vor, die von russischer Seite akzeptiert worden seien. Außenminister Sergej Lawrow nannte die Darstellung seines Amtskollegen Marco Rubio, es habe lediglich Gespräche über Vorschläge, aber keine Einigung gegeben, „nicht sehr elegant“. Wenn eine Seite Vorschläge unterbreite und die andere zustimme, sei die Aussage, es habe keine Übereinkunft gegeben, schwer nachvollziehbar. Rubio selbst bekräftigte in Washington, es seien in Alaska keine endgültigen Vereinbarungen getroffen worden, die USA stünden aber weiterhin für eine konstruktive Rolle im Friedensprozess bereit.
Die Frage der Neutralität wird in Moskau differenziert bewertet. Peskow räumte ein, von „absoluter Neutralität“ könne keine Rede sein, da die USA den Großteil der Waffen an die Ukraine lieferten und Kiew mit Technologie unterstützten. Dennoch wird der Einfluss Washingtons auf europäische Staaten und die Ukraine als entscheidend für einen möglichen Friedensprozess angesehen. Der außenpolitische Sprecher des Kremls verwies darauf, dass Trump nach der Lösung des Iran-Konflikts eine Intensivierung der Vermittlung in der Ukraine-Frage angekündigt habe. Aus Sicht der Duma wiederum wurde die Position Macrons als Versuch gewertet, den europäischen Gestaltungsanspruch zu untermauern, während die tatsächliche Haltung Trumps erst in direkten Kontakten mit Putin geklärt werden könne.
Die europäische Dimension des Vermittlungsstreits wird durch Macrons wiederholte Vorstöße unterstrichen, Europa müsse in die Verhandlungen einbezogen werden, damit nicht über seinen Kopf hinweg entschieden werde. In Moskau wird dies mit Zurückhaltung aufgenommen; man verweist auf die aus russischer Sicht sabotierende Rolle europäischer Staaten und der Ukraine bei der Umsetzung der Alaska-Prinzipien. Die US-Regierung hat sich zu Macrons Aussagen bislang nicht öffentlich geäußert. Der weitere Fahrplan hängt nun davon ab, ob Washington nach eigener Darstellung die Vermittlungsbemühungen nach der Iran-Einigung wieder aufnimmt und ob es zu einer direkten Klärung zwischen Trump und Putin über den Status der in Alaska diskutierten Vorschläge kommt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Moskau argumentiert, dass Washington nicht als neutraler Vermittler betrachtet werden kann, da es weiterhin Waffen an Kiew liefert. Der Kreml weist die Behauptung von Präsident Macron zurück, die USA hätten ihre Neutralität aufgegeben, und sagt, Paris spreche nicht für Washington. Russland besteht darauf, die amerikanischen Vorschläge beim Gipfel in Alaska angenommen zu haben, was dem US-Dementi einer Einigung widerspricht, und fordert Klarheit über die Rolle der USA.
Präsident Macron erklärt, dass die Vereinigten Staaten in der Ukraine-Frage nicht mehr neutral seien, sondern nun die territoriale Integrität unterstützten und Sanktionen gegen Russland verhängten. Außenminister Lawrow fordert Washington auf, klarzustellen, ob es als Friedensvermittler auftreten will, nachdem Außenminister Rubio bestritten hat, dass beim Treffen in Alaska eine Einigung erzielt wurde. Die USA erklären, weiterhin zu einer konstruktiven Rolle bereit zu sein.
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