
Brasiliens VAR-Protest bei der WM: Ein annulliertes Tor und der Verweis auf Messi
Nach dem 3:0 gegen Schottland legt der brasilianische Verband bei der FIFA Beschwerde gegen die Aberkennung eines Vinícius-Tores ein und zieht eine strittige Szene aus dem Spiel Argentinien gegen Österreich als Vergleich heran.
Brasilien hat die Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 mit einem ungefährdeten 3:0 über Schottland als Erster der Gruppe C abgeschlossen. Die Partie in Miami wurde jedoch von einer Intervention des Videoassistenten überschattet, die den Ton für die kommenden Tage setzen sollte. Vinícius Júnior, der später mit zwei Treffern zum Matchwinner avancierte, hatte in der 21. Minute nach einem Ballgewinn gegen Jack Hendry getroffen. Der mexikanische Schiedsrichter César Ramos annullierte den Treffer nach Ansicht der Bilder, weil er ein vorausgegangenes Foulspiel des Brasilianers erkannte. Die Entscheidung löste auf dem Platz und in der Folge weit über den Rasen hinaus heftige Reaktionen aus.
Die Confederação Brasileira de Futebol (CBF) beließ es nicht bei spontanem Unmut. In einem am Folgetag veröffentlichten Schreiben an FIFA-Präsident Gianni Infantino forderte sie eine einheitliche Anwendung des VAR und kritisierte die aus ihrer Sicht fehlende Konsistenz. Als zentrales Argument diente der CBF eine Szene aus der Begegnung zwischen Argentinien und Österreich: Vor dem Führungstreffer durch Lionel Messi hatte Alexis Mac Allister den Ball gegen Xaver Schlager erobert, ohne dass Schiedsrichter Amin Omar ein Foul ahndete oder der VAR eingriff. Aus brasilianischer Sicht sind beide Aktionen strukturell vergleichbar, die Bewertung jedoch gegensätzlich ausgefallen – ein Widerspruch zur Turnierphilosophie, die Eingriffe auf klare und offensichtliche Fehler beschränken wolle.
Die CBF monierte zudem die Ansetzung von Ramos, der bereits beim 1:1 gegen die Schweiz bei der WM 2018 eine umstrittene Szene vor dem Ausgleich nicht geahndet hatte. Man bitte die FIFA, künftig von einer wiederholten Nominierung desselben Unparteiischen für brasilianische Spiele abzusehen. Die FIFA äußerte sich zu der Beschwerde zunächst nicht. Aus österreichischer Perspektive wiederum hatte der nicht geahndete Zweikampf Mac Allisters gegen Schlager bereits unmittelbar nach dem Argentinien-Spiel für Verstimmung gesorgt; die nun von Brasilien vorgebrachte Parallele verleiht jener Debatte zusätzliches Gewicht.
Ungeachtet der Kontroverse richtet sich der Blick der Seleção auf die K.-o.-Runde. Mit sieben Punkten und einem Torverhältnis, das nur knapp vor Marokko den Gruppensieg sicherte, trifft das Team von Carlo Ancelotti am 29. Juni in Houston auf Japan, das als Zweiter der Gruppe F hinter den Niederlanden in die Runde der letzten 32 einzog. Vinícius, der in allen drei Gruppenspielen traf und mit vier Toren zu den erfolgreichsten Schützen des Turniers zählt, wird dabei erneut im Mittelpunkt stehen – auf dem Platz und womöglich auch in der anhaltenden Diskussion um die Auslegung der Regeln.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der brasilianische Verband legte bei der FIFA formell Beschwerde gegen das aberkannte Tor von Vinícius ein und verwies auf eine ähnliche Szene, in der ein Foul von Mac Allister vor Messis Tor nicht geahndet wurde. Gefordert werden einheitliche VAR-Maßstäbe und ein Ende der Ungleichbehandlung.
Vinicius Junior glänzte mit einem Doppelpack beim 3:0-Sieg Brasiliens gegen Schottland, der Platz eins in Gruppe C und den Einzug in die Runde der letzten 32 sicherte. Die überragende Leistung des Real-Madrid-Stars stand im Mittelpunkt, die Aberkennung seines Tores wurde nicht thematisiert.
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