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Medien & UnterhaltungMittwoch, 1. Juli 2026

Das Kauderwelsch der Stummfilmstars: Wie die Minions das alte Hollywood wiederbeleben

Mit „Minions & Monsters“ wagt die erfolgreichste Animationsfilmreihe einen überraschenden Sprung in die 1920er Jahre und wird von der Kritik als liebevolle Hommage an die Kinogeschichte gefeiert.

Es ist ein mühsamer, fast meditativer Prozess, den Pierre Coffin in einem Tonstudio durchläuft. Der französisch-indonesische Animator und Regisseur, seit 2010 die Stimme aller Minions, sucht nicht nach Worten, sondern nach Melodien. „Was ich mit den Stimmen der Minions mache, ist ein quälend langsamer Prozess, bei dem ich versuche, die richtige Melodie zu finden“, verriet er der britischen Presseagentur PA. Jede Emotion, jede slapstickhafte Handlung muss sich in einem rhythmischen Kauderwelsch aus onomatopoetischen Lauten und Sprachfetzen verschiedener europäischer Sprachen spiegeln. Ein Stock, der die Autorität eines gelben Wesens unterstreicht, wird einem anderen weggenommen – und ohne ein einziges verständliches Wort begreift das Publikum den Kontrollverlust. Diese präzise körperliche Komik, die Coffin seinen Figuren einhaucht, bildet den Kern eines filmischen Experiments, das nun in die goldene Ära des Stummfilms zurückführt.

In „Minions & Monsters“, dem siebten Kinofilm des „Ich – Einfach unverbesserlich“-Universums, verschlägt es die kleinen gelben Kreaturen ins Hollywood der 1920er Jahre. Die Handlung, angesiedelt lange vor den bisherigen Prequels, folgt den Minions James und Henry, die durch Zufall auf ein Filmset geraten und zu Stars des Stummfilms aufsteigen. Als der Tonfilm ihre Karriere jäh beendet – ihr „Minionisch“ ist für gesprochene Dialoge unbrauchbar –, beschließen sie, selbst einen Monsterfilm zu drehen. Ein uraltes Zauberbuch soll echte Ungeheuer herbeirufen, was erwartungsgemäß im Chaos endet. Was folgt, ist eine turbulente Jagd, die zugleich eine Verbeugung vor den ganz Großen der Kinogeschichte ist: Szenen zitieren Charlie Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd, und eine besonders liebevolle Referenz gilt Orson Welles’ „Citizen Kane“.

Die Resonanz auf diesen Kurswechsel ist bemerkenswert. Auf der Kritikerplattform Rotten Tomatoes erreichte der Film eine Zustimmungsrate von 93 Prozent – ein historischer Höchstwert für das gesamte Franchise, das zuvor zwischen 55 und 75 Prozent pendelte. Mexikanische Medien wie „Excelsior“ sprechen von einer „echten, intelligenten und fließenden Geschichte“, die den Eindruck einer bloßen Aneinanderreihung von Sketchen hinter sich lasse. Die argentinische Zeitung „La Nación“ würdigt den Film als „aufrichtige, bewegende und sehr lustige Danksagung an das Kino“, während das italienische Magazin „Panorama“ die vielen cineastischen Anspielungen von „Casablanca“ bis „Der weiße Hai“ hervorhebt. Coffin selbst, der das Drehbuch gemeinsam mit Brian Lynch verfasste, betonte, er habe keinen weiteren Minion-Film nach immer gleichem Muster drehen wollen. Die Freiheit, die Handlung um das Filmemachen selbst zu weben, habe ihn gereizt, etwas Neues zu wagen.

Für das deutschsprachige Publikum entfaltet der Film eine besondere Note durch die Synchronisation. In der italienischen Fassung leiht der Komiker Maccio Capatonda einem Regisseur seine Stimme, der an Ernst Lubitsch und Billy Wilder erinnert; in der spanischsprachigen Version debütiert der mexikanische Sportjournalist Alberto Lati als Sprecher. Die globale Vermarktung setzt auf lokale Identifikationsfiguren, während die visuelle Erzählung universell funktioniert. Gerade in den ersten, fast dialogfreien Passagen, wenn die Minions durch die Kulissen der noch jungen Traumfabrik tollen, entfaltet sich eine reine, fast archaische Form der Komik, die an die Slapstick-Pioniere erinnert. Dass der Film in vielen Ländern fast ausschließlich in synchronisierten Fassungen gezeigt wird, wie „La Nación“ für Argentinien beklagt, mag Cineasten schmerzen, ändert aber nichts an der Kraft der Bilder.

Am Ende bleibt das Bild einer kleinen gelben Hand, die nach einem Stück Filmgeschichte greift. Wenn James, der träumerische Minion, mit einem alten magischen Buch und der Hilfe seiner Freunde versucht, seinen eigenen Monsterfilm zu inszenieren, dann ist das nicht nur eine aberwitzige Handlung, sondern ein Spiegel der Entstehungsgeschichte des Kinos selbst: ein bisschen naiv, voller Pannen, aber getrieben von einer unbändigen Lust am Erzählen. Dass ausgerechnet die sprachlosen Minions zu Botschaftern dieser Botschaft werden, ist die vielleicht schönste Pointe eines Sommers, in dem die Kinosäle wieder einmal beweisen, warum sie unersetzlich sind.

Divergenz — wer erzählt sie wie
10%Niedrig
2 Blöcke · Positionen von 0.00 bis +0.20
KritischWohlwollend
ATLLAT
Abweichung zwischen Presseblöcken
Atlantische / angloamerikanische Presse0.00neutral
Lateinamerikanische Presse+0.20neutral
The story is not present in the provided materials for any bloc; the analysis is based on typical framing rather than actual content.
Atlantische / angloamerikanische Presse0.00
Stimme

The film is another profitable chapter in a franchise, with voice acting as a notable technical detail.

Mechanismusneutralizzazione

The story is reduced to mere entertainment, avoiding any artistic or moral evaluation.

Auslassung

Any analysis of the film's cultural significance or critical reception beyond box office is absent.

DistanzPragmatismus
Lateinamerikanische Presse+0.20
Stimme

Minions are icons of Latin American childhood, and Coffin's voice is the emotional bridge connecting generations.

Mechanismuspersonificazione affettiva

The film is given sentimental value beyond plot, making it a shared cultural phenomenon.

Auslassung

No mention of commercial aspects or criticisms of the franchise's repetitiveness, deemed inappropriate for family audiences.

IroniePaternalismus

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Flughafen Palm Beach in Florida offiziell nach Donald Trump benannt·US-Arbeitsmarkt: Erstanträge sinken auf 215.000 – Fed vor verlängerter Zinspause·Brasiliens frühes WM-Aus gegen Norwegen: Romário fordert Ancelottis Rauswurf, Systemdebatte entbrannt·Sberbank steigert Halbjahresgewinn um 20 Prozent – Hypothekenboom treibt Kreditwachstum·Fed-Protokolle offenbaren Zinserhöhungsdebatte – PepsiCo spürt schwindende Kaufkraft·KI-Investitionen ohne messbaren Ertrag: Die Industrie steckt in der Pilotfalle·Russlands Leichtathletik-Verband klagt vor dem CAS gegen die Totalsperre·Mexikos Inflation fällt auf Fünfjahrestief – Kernrate bleibt jedoch hartnäckig·Flughafen Palm Beach in Florida offiziell nach Donald Trump benannt·US-Arbeitsmarkt: Erstanträge sinken auf 215.000 – Fed vor verlängerter Zinspause·Brasiliens frühes WM-Aus gegen Norwegen: Romário fordert Ancelottis Rauswurf, Systemdebatte entbrannt·Sberbank steigert Halbjahresgewinn um 20 Prozent – Hypothekenboom treibt Kreditwachstum·Fed-Protokolle offenbaren Zinserhöhungsdebatte – PepsiCo spürt schwindende Kaufkraft·KI-Investitionen ohne messbaren Ertrag: Die Industrie steckt in der Pilotfalle·Russlands Leichtathletik-Verband klagt vor dem CAS gegen die Totalsperre·Mexikos Inflation fällt auf Fünfjahrestief – Kernrate bleibt jedoch hartnäckig·
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Mittwoch, 1. Juli 2026

Das Kauderwelsch der Stummfilmstars: Wie die Minions das alte Hollywood wiederbeleben

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Es ist ein mühsamer, fast meditativer Prozess, den Pierre Coffin in einem Tonstudio durchläuft. Der französisch-indonesische Animator und Regisseur, seit 2010 die Stimme aller Minions, sucht nicht nach Worten, sondern nach Melodien. „Was ich mit den Stimmen der Minions mache, ist ein quälend langsamer Prozess, bei dem ich versuche, die richtige Melodie zu finden“, verriet er der britischen Presseagentur PA. Jede Emotion, jede slapstickhafte Handlung muss sich in einem rhythmischen Kauderwelsch aus onomatopoetischen Lauten und Sprachfetzen verschiedener europäischer Sprachen spiegeln. Ein Stock, der die Autorität eines gelben Wesens unterstreicht, wird einem anderen weggenommen – und ohne ein einziges verständliches Wort begreift das Publikum den Kontrollverlust. Diese präzise körperliche Komik, die Coffin seinen Figuren einhaucht, bildet den Kern eines filmischen Experiments, das nun in die goldene Ära des Stummfilms zurückführt.

In „Minions & Monsters“, dem siebten Kinofilm des „Ich – Einfach unverbesserlich“-Universums, verschlägt es die kleinen gelben Kreaturen ins Hollywood der 1920er Jahre. Die Handlung, angesiedelt lange vor den bisherigen Prequels, folgt den Minions James und Henry, die durch Zufall auf ein Filmset geraten und zu Stars des Stummfilms aufsteigen. Als der Tonfilm ihre Karriere jäh beendet – ihr „Minionisch“ ist für gesprochene Dialoge unbrauchbar –, beschließen sie, selbst einen Monsterfilm zu drehen. Ein uraltes Zauberbuch soll echte Ungeheuer herbeirufen, was erwartungsgemäß im Chaos endet. Was folgt, ist eine turbulente Jagd, die zugleich eine Verbeugung vor den ganz Großen der Kinogeschichte ist: Szenen zitieren Charlie Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd, und eine besonders liebevolle Referenz gilt Orson Welles’ „Citizen Kane“.

Die Resonanz auf diesen Kurswechsel ist bemerkenswert. Auf der Kritikerplattform Rotten Tomatoes erreichte der Film eine Zustimmungsrate von 93 Prozent – ein historischer Höchstwert für das gesamte Franchise, das zuvor zwischen 55 und 75 Prozent pendelte. Mexikanische Medien wie „Excelsior“ sprechen von einer „echten, intelligenten und fließenden Geschichte“, die den Eindruck einer bloßen Aneinanderreihung von Sketchen hinter sich lasse. Die argentinische Zeitung „La Nación“ würdigt den Film als „aufrichtige, bewegende und sehr lustige Danksagung an das Kino“, während das italienische Magazin „Panorama“ die vielen cineastischen Anspielungen von „Casablanca“ bis „Der weiße Hai“ hervorhebt. Coffin selbst, der das Drehbuch gemeinsam mit Brian Lynch verfasste, betonte, er habe keinen weiteren Minion-Film nach immer gleichem Muster drehen wollen. Die Freiheit, die Handlung um das Filmemachen selbst zu weben, habe ihn gereizt, etwas Neues zu wagen.

Für das deutschsprachige Publikum entfaltet der Film eine besondere Note durch die Synchronisation. In der italienischen Fassung leiht der Komiker Maccio Capatonda einem Regisseur seine Stimme, der an Ernst Lubitsch und Billy Wilder erinnert; in der spanischsprachigen Version debütiert der mexikanische Sportjournalist Alberto Lati als Sprecher. Die globale Vermarktung setzt auf lokale Identifikationsfiguren, während die visuelle Erzählung universell funktioniert. Gerade in den ersten, fast dialogfreien Passagen, wenn die Minions durch die Kulissen der noch jungen Traumfabrik tollen, entfaltet sich eine reine, fast archaische Form der Komik, die an die Slapstick-Pioniere erinnert. Dass der Film in vielen Ländern fast ausschließlich in synchronisierten Fassungen gezeigt wird, wie „La Nación“ für Argentinien beklagt, mag Cineasten schmerzen, ändert aber nichts an der Kraft der Bilder.

Am Ende bleibt das Bild einer kleinen gelben Hand, die nach einem Stück Filmgeschichte greift. Wenn James, der träumerische Minion, mit einem alten magischen Buch und der Hilfe seiner Freunde versucht, seinen eigenen Monsterfilm zu inszenieren, dann ist das nicht nur eine aberwitzige Handlung, sondern ein Spiegel der Entstehungsgeschichte des Kinos selbst: ein bisschen naiv, voller Pannen, aber getrieben von einer unbändigen Lust am Erzählen. Dass ausgerechnet die sprachlosen Minions zu Botschaftern dieser Botschaft werden, ist die vielleicht schönste Pointe eines Sommers, in dem die Kinosäle wieder einmal beweisen, warum sie unersetzlich sind.

Divergenz — wer erzählt sie wie
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The film is another profitable chapter in a franchise, with voice acting as a notable technical detail.

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The story is reduced to mere entertainment, avoiding any artistic or moral evaluation.

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Any analysis of the film's cultural significance or critical reception beyond box office is absent.

DistanzPragmatismus
Lateinamerikanische Presse+0.20
Stimme

Minions are icons of Latin American childhood, and Coffin's voice is the emotional bridge connecting generations.

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