
KI-Investitionen ohne Ertrag: Die Ernüchterung in der Industrie
Während Unternehmen weltweit Milliarden in Künstliche Intelligenz investieren, zeigen Umfragen in der Fertigungsindustrie keine messbaren Erträge, und der Wettbewerb verlagert sich zunehmend auf Energiekosten und strategische Chip-Importe.
In der Industrie klafft eine Lücke zwischen KI-Investitionen und betriebswirtschaftlichen Ergebnissen. Eine Umfrage von Grant Thornton unter 100 Führungskräften der Fertigungsbranche ergab, dass kein einziges Unternehmen signifikante Umsatzsteigerungen oder Kosteneinsparungen durch KI verzeichnete. Branchenübergreifend bestätigt eine Studie des MIT Media Lab (Project NANDA) diesen Befund: Nur etwa fünf Prozent der integrierten generativen KI-Piloten erzielen messbaren Wert. Als Hauptursache gilt ein Beschaffungsprozess, der eher auf Wettbewerbsdruck als auf klar definierte betriebswirtschaftliche Ziele reagiert – 48 Prozent der Fertigungsunternehmen verharren in der Pilotphase, ohne dass ein Verantwortlicher eine konkrete Ergebnisgröße besitzt.
Dort, wo KI im Handel Wirkung entfaltet, geschieht dies hochselektiv. Der von KI-Plattformen ausgehende Empfehlungsverkehr ist im vergangenen Jahr um mehr als 300 Prozent gewachsen, konzentriert sich jedoch auf wenige Kategorien: 45 Prozent entfallen auf Schönheits- und Körperpflegeprodukte, 28 Prozent auf Gesundheitsartikel, wie Daten von Euromonitor International auf Basis eines Panels von 5,3 Millionen Nutzern zeigen. In diesen Segmenten hilft KI, Unsicherheit zu reduzieren und komplexe Produktvergleiche zu bewältigen. Gleichzeitig ist die Sichtbarkeit begrenzt: Nur 10 bis 15 Prozent der US-Hautpflegemarken erscheinen überhaupt in KI-gestützten Empfehlungen. Für Marken wird die Strukturierung von Produktdaten damit zur Voraussetzung, um in einem binären Entdeckungsprozess – sichtbar oder unsichtbar – bestehen zu können.
Parallel dazu verschiebt sich der strategische Wettbewerb zwischen den USA und China auf die Ebene der Energie- und Chipversorgung. Da KI-Modelle zunehmend zur Handelsware werden, avancieren Stromkosten zum dominierenden Faktor. In China sind die Stromgestehungskosten für Solarenergie auf etwa zwei US-Cent pro Kilowattstunde gesunken, was den Aufbau von Rechenzentren in der Nähe westlicher Solarparks begünstigt. Vor diesem Hintergrund plant Peking, ausgewählten Unternehmen – darunter Alibaba, ByteDance und DeepSeek – den begrenzten Import von Nvidia H200-Chips zu gestatten, um kurzfristig Engpässe bei der Rechenleistung zu mildern. Die Maßnahme wird in chinesischen Fachkreisen als temporäre Brücke gewertet, während das langfristige Ziel der Technologiesouveränität bestehen bleibt.
Gesellschaftlich dringt KI in Bereiche vor, in denen sie Versorgungslücken füllt, aber auch neue Risiken schafft. In den USA gibt ein Viertel der Erwachsenen an, aus Kostengründen medizinischen Rat bei KI-Chatbots zu suchen; eine im BMJ veröffentlichte Studie stuft rund die Hälfte der Antworten als problematisch ein, ein Fünftel als hochproblematisch. In Italien wiederum vertrauen sich 51 Prozent der befragten Jugendlichen einem Chatbot an, bevor sie mit einer Vertrauensperson sprechen, doch nur acht Prozent halten KI-Antworten für hilfreicher als menschlichen Rat – der niedrigste Wert unter fünf europäischen Ländern. Die nächste Wegmarke bilden die unmittelbar bevorstehenden Genehmigungen für die H200-Importe nach China, an denen sich ablesen lässt, wie Peking den Balanceakt zwischen kurzfristiger Leistungssteigerung und dem Ziel technologischer Autarkie handhabt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | −0.20 | neutral |
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Wir bewegen uns über die Ära der Modellüberlegenheit hinaus; die Gewinner werden diejenigen sein, die billige Energie und menschliches Urteilsvermögen beherrschen.
Durch das Zitieren von Umfragedaten, die keine signifikanten Renditen aus KI in der Fertigung zeigen, und die Betonung der Kommodifizierung von Modellen, verankert der Block sein Argument im Geschäftspragmatismus.
Der atlantica-Block lässt den geopolitischen Wettbewerb um Energie und Chips aus, den der chinesische Block hervorhebt, und konzentriert sich stattdessen auf das Urteilsvermögen auf Unternehmensebene.
China muss das KI-Rennen als einen existenziellen Kampf um nationale Macht behandeln; Strom und Chips sind die neuen Schlachtfelder.
Indem der Block den KI-Wettbewerb als ein Nullsummen-Geopolitikspiel darstellt und Chinas Bedarf an unkonventionellen Reformen hervorhebt, schafft er eine Erzählung existenzieller Dringlichkeit.
Der chinesische Block lässt das Argument aus, dass die Modellüberlegenheit bereits durch billige Energie und menschliches Urteilsvermögen überschattet wird und dass der eigentliche Wettbewerb eher auf Unternehmensebene als auf nationaler Ebene stattfinden könnte.
Wir sehen KI als ein Werkzeug, das menschliche Anpassung und sorgfältige Investitionen erfordert; der Hype könnte sich nicht in sofortigen Renditen niederschlagen.
Indem der Block Investorenskeptizismus und die Notwendigkeit der Entwicklung digitaler Talente präsentiert, positioniert er sich als vorsichtiger, pragmatischer Beobachter.
Der südostasiatische Block lässt die Erzählung eines globalen Wettbewerbs mit hohen Einsätzen und die schnelle Kommodifizierung von KI-Modellen aus und betont stattdessen die schrittweise Anpassung.
Erweitere deinen Horizont
Trump entlässt letzte Kommissare der Wahlhilfebehörde – EAC vor den Midterms handlungsunfähig
7 Sprachen · 14 Quellen
Aus Economy & MarketsSteuersprung in Israel, Defizitabbau in Indonesien: Schwellenländer stabilisieren ihre Staatsfinanzen
4 Sprachen · 10 Quellen
Aus Science & HealthSaudi-Arabien prüft Handelskorridor via Syrien – Kanada setzt auf Wirtschaftsdiplomatie
2 Sprachen · 5 Quellen