
Start der „Trump Accounts“: Staatliche Anschubfinanzierung für Kinderdepots ab 4. Juli
Mit der Auszahlung erster Staatsgelder startet das US-Programm, das jedem Neugeborenen ein Wertpapierdepot mit 1.000 Dollar eröffnet – flankiert von milliardenschweren Unternehmensspenden.
Am 4. Juli, dem US-Unabhängigkeitstag, beginnt die Auszahlung der staatlichen Startguthaben für die sogenannten Trump Accounts. Das Finanzministerium überweist dann 1.000 Dollar auf die neu geschaffenen Anlagekonten aller zwischen 2025 und 2028 geborenen Kinder mit US-Staatsbürgerschaft und Sozialversicherungsnummer. Nach Angaben des Ministeriums waren Anfang Juni bereits über sechs Millionen Konten registriert, davon 1,5 Millionen mit Anspruch auf die volle Einlage.
Die formal als 530A-Konten bezeichneten Vehikel sind steuerbegünstigte Anlageinstrumente für Minderjährige. Eltern können jährlich bis zu 5.000 Dollar nachsteuerlich einzahlen, Arbeitgeber bis zu 2.500 Dollar vorsteuerlich. Die Gelder werden ausschließlich in kostengünstige US-Aktienindexfonds mit Gebühren von höchstens 0,10 Prozent investiert und bleiben bis zum 18. Lebensjahr gesperrt. Danach wandelt sich das Konto in eine traditionelle IRA um; Entnahmen sind nur für Bildung, Wohneigentum oder Unternehmensgründung vorgesehen.
Aus Washingtoner Sicht soll das Programm jedem Kind einen Kapitalmarktzugang verschaffen. Die Kosten für die staatlichen Einlagen belaufen sich auf geschätzte 14,3 Milliarden Dollar für die erwarteten 14,3 Millionen Neugeborenen des Vierjahreszeitraums. Hinzu kommen private Zusagen: Michael und Susan Dell stellen 6,25 Milliarden Dollar bereit, um älteren Kindern in Postleitzahlen mit einem Medianeinkommen unter 150.000 Dollar ein Startguthaben von 250 Dollar zu finanzieren. Micron Technology spendet 250 Millionen Dollar, teils als Matching für Mitarbeiter, teils als Einmalzahlung für Kinder in Standortregionen. Weitere Konzerne wie Nvidia, Goldman Sachs oder Uber haben angekündigt, die staatliche Einlage für Kinder ihrer Beschäftigten zu verdoppeln. Präsident Trump äußerte zudem die Erwartung, Elon Musk werde SpaceX-Aktien beisteuern; eine Bestätigung Musks steht aus.
Beobachter in den USA verweisen auf die ungleiche Wirkung: Während vermögende Familien durch jährliche Höchsteinzahlungen bis zur Volljährigkeit ein Vermögen von rund 150.000 Dollar aufbauen könnten, bliebe Kindern aus einkommensschwachen Haushalten ohne private Zuzahlungen oft nur das staatliche Startguthaben, so Berechnungen der Brookings Institution. Die Konten können ab sofort über das offizielle Portal TrumpAccounts.gov eröffnet werden; das Finanzministerium warnt vor betrügerischen Anrufen und verweist auf die alleinige Kommunikation per E-Mail von einer offiziellen Adresse. Mit dem morgigen Stichtag wird sich zeigen, wie viele Familien das Angebot tatsächlich annehmen und ob die privaten Zusagen die erhoffte Breitenwirkung entfalten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Microns 250-Millionen-Dollar-Spende an die Trump Accounts ist ein strategischer Schachzug, um die Regierung zu beschwichtigen, während das Unternehmen mit einer Kartellklage konfrontiert ist. Nach dem Vorbild von Apple, das 500 Milliarden Dollar an Investitionen versprach, um Zöllen zu entgehen, erkauft sich Micron rechtliche Milde. Hinter der philanthropischen Fassade verbirgt sich kaltes Machtkalkül.
Die Trump Accounts starten am 4. Juli mit einem staatlichen Bonus von 1.000 Dollar und Steuervorteilen. Trump erwartet, dass Musk SpaceX-Aktien spendet, trotz ihres 'kleinen Streits'. Das Programm wird als pragmatisches Sparinstrument dargestellt, mit einer Prise persönlichem Drama zwischen dem Präsidenten und dem Milliardär.
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