
Spaniens Migrationsbehörden unter Druck: Visa-Bearbeitung für Russen verlängert, Regularisierungsfrist für Migranten läuft ab
Während spanische Visazentren die Wartezeiten für russische Antragsteller auf bis zu 45 Tage ausdehnen, mobilisieren NGOs Migranten ohne Papiere für eine Massenregularisierung, deren Frist am 30. Juni endet.
Die spanische Visa-Agentur BLS International hat die Bearbeitungszeit für Schengen-Visaanträge aus Russland auf bis zu 45 Tage verlängert. Als Grund nennt das Unternehmen, das in Moskau im Auftrag Spaniens tätig ist, ein stark gestiegenes Antragsvolumen. Zuvor hatte die Bearbeitung laut dem russischen Tourismusverband ATOR drei bis vier Wochen gedauert. Bereits Ende Juni meldete das italienische Visazentrum AVS eine Verlängerung auf bis zu 60 Tage und riet Antragstellern, ihre Unterlagen mindestens drei Monate vor Reiseantritt einzureichen. Aus Moskauer Sicht wird die Verknappung verfügbarer Termine für spanische Visa durch eine hohe Nachfrage verschärft; die ATOR verzeichnete im Frühjahr 2025 einen Anstieg der Visumanträge um 10 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Parallel dazu läuft in Spanien selbst eine außerordentliche Regularisierungskampagne für Migranten ohne legalen Status. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf die Gewerkschaft der Einwanderungsbeamten beruft, wurden bis zum 28. Juni rund 1,27 Millionen Anträge auf eine einjährige Aufenthaltserlaubnis gestellt – nahezu das Doppelte der ursprünglich erwarteten 500.000. Die Frist endet am 30. Juni. Hilfsorganisationen wie CEAR und Cepaim drängen Migranten, ihre Anträge auch dann einzureichen, wenn noch Dokumente aus Herkunftsländern wie Mali, Iran oder Venezuela fehlen. Die spanische Regierung hat laut dem Migrationsministerium keine Verlängerung der Frist vorgesehen.
Die bürokratischen Hürden unterscheiden sich je nach Herkunftsregion. Für russische Staatsbürger ist der Zugang zu Schengen-Visa seit der Aussetzung des erleichterten Visa-Regimes durch die Europäische Union Ende 2022 erschwert. Die Gebühren stiegen von 35 auf 80 Euro, die Bearbeitungszeiten verlängerten sich. Aus Sicht der EU-Institutionen ist dies eine Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Gleichzeitig berichten spanische Nichtregierungsorganisationen, dass Migranten aus Konfliktstaaten wie dem Iran oder Mali Schwierigkeiten haben, Dokumente bei spanischen Konsulaten legalisieren zu lassen. Venezolanische Antragsteller sahen sich mit Verzögerungen bei der Beschaffung von Apostillen konfrontiert, nachdem Spanien die Verfahrensregeln geändert hatte.
Die parallelen Entwicklungen verdeutlichen die administrative Belastung der spanischen Migrationssysteme. Während BLS International in Moskau vor Betrug durch Drittanbieter warnt und auf die ausschließliche Buchung über die offizielle Website verweist, melden NGOs in Spanien technische Probleme mit den Antragsplattformen. Die Organisation CEAR fordert eine dauerhafte Lösung, um Migranten den zweijährigen irregulären Status vor einer Regularisierung zu ersparen. Der weitere Verlauf bleibt offen: Die spanische Regierung hat keine Verlängerung der Regularisierungsfrist angekündigt, und die Visazentren in Moskau empfehlen eine frühzeitige Antragstellung ohne feste Zusage beschleunigter Bearbeitung.
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Das spanische Visazentrum in Moskau hat die Bearbeitungszeiten aufgrund einer hohen Antragszahl auf 45 Tage verlängert. Russische Antragsteller werden gebeten, ihre Unterlagen frühzeitig einzureichen. Die Verzögerung wird als technisches, nicht als politisches Problem dargestellt.
Spanische NGOs unternehmen einen letzten Vorstoß, um Migranten ohne Papiere bei der Beantragung einer Regularisierung vor Ablauf der Frist zu helfen. Rund eine Million Menschen haben sich bereits für eine einjährige Aufenthaltserlaubnis registriert. Der Prozess wird als lebenswichtige humanitäre Chance dargestellt.
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