
Samsung und SK Hynix planen 650-Milliarden-Dollar-Investition in KI-Chips
Südkoreas Chipgiganten wollen mit einem beispiellosen Zehnjahresplan die Produktion von Speicherchips aus der Hauptstadtregion verlagern und die KI-Infrastruktur massiv ausbauen.
Samsung wird am Montag gemeinsam mit der Regierung in Seoul ein Investitionspaket von 1.000 Billionen Won (rund 650 Milliarden US-Dollar) für die kommenden zehn Jahre vorstellen. Es handelt sich um die größte jemals von einem südkoreanischen Unternehmen angekündigte Investitionszusage. Auch der Rivale SK Hynix wird bei dem als „National Mega Project“ bezeichneten Briefing eigene Ausgabenpläne präsentieren. Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für Rechenzentren der Künstlichen Intelligenz die Gewinne beider Konzerne auf Rekordhöhen getrieben hat.
Der Plan sieht vor, rund 300 Billionen Won für einen neuen Halbleiterkomplex im Südwesten des Landes bereitzustellen – eine Region, die bisher kaum von der Technologiekonzentration um die Hauptstadt profitiert hat. Weitere 60 Billionen Won sind für sechs Chipfabriken in Yongin südlich von Seoul vorgesehen, und mehr als 350 Billionen Won sollen in KI-Infrastruktur wie Rechenzentren fließen. Aus der Präsidialverwaltung verlautete, dass die ursprünglich für die 2040er Jahre geplanten Kapazitätserweiterungen aufgrund der über den Erwartungen liegenden Speichernachfrage auf Mitte der 2030er Jahre vorgezogen werden müssten, da in der Hauptstadtregion kein Raum, Strom oder Wasser für eine weitere Expansion verfügbar sei.
Die regionale Neuausrichtung ist politisch umstritten. Oppositionspolitiker werfen der Regierung von Präsident Lee Jae Myung vor, die Investitionen in den Wahlkreis der Regierungspartei lenken zu wollen. In der südwestlichen Provinz, in der die neue Chipbasis entstehen soll, warnen Experten vor einem Mangel an Fachkräften und einem begrenzten wirtschaftlichen Effekt ohne Spitzenfabrik. In bestehenden Standorten wie Icheon, wo SK Hynix produziert, wächst die Sorge vor einer schleichenden Verlagerung und dem Verlust der lokalen Wirtschaftsbasis. An der Börse gerieten beide Aktien am Freitag im Zuge einer breiten Verkaufswelle bei Halbleitertiteln unter Druck und verloren mehr als neun Prozent, obwohl Analysten die Investitionen als unverzichtbar für die langfristige Marktdominanz einstufen.
Für die deutsche und europäische Industrie, die bei Speicherchips stark von südkoreanischen Zulieferern abhängt, signalisiert die Ausweitung der Kapazitäten eine potenzielle Stabilisierung der Lieferketten im KI-Zeitalter. Die konkreten Projektumrisse werden am Montag bei der Präsidentenbesprechung erwartet; Samsung will zudem am 2. Juli einen separaten Rechenzentrumsplan für Asan in der Provinz Süd-Chungcheong vorlegen.
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Samsung setzt massiv auf die KI-Revolution und plant eine Rekordinvestition von 650 Milliarden Dollar über ein Jahrzehnt, um Chipfabriken und Rechenzentren zu bauen. Der Schritt steht im Einklang mit dem Bestreben von Präsident Lee Jae Myung, die wirtschaftliche Entwicklung über Seoul hinaus auszuweiten und den KI-Boom zu einem nationalen Wachstumsmotor zu machen.
Samsungs Zehnjahres-Investitionsplan über 648 Milliarden Dollar wird auf Druck der Regierung vorgestellt, um die Chipproduktion aus der Hauptstadtregion zu dezentralisieren. Die Ankündigung an der Seite des Präsidenten spiegelt einen politischen Vorstoß wider, die industrielle Stärke in den Südwesten zu lenken, wobei die KI-Nachfrage als Rechtfertigung dient.
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