
Russland importiert Benzin aus Indien – Treibstoffkrise nach ukrainischen Drohnenangriffen
Die Angriffe auf Raffinerien haben die Verarbeitungskapazität drastisch reduziert; Moskau verhandelt über Importe, während sich die Versorgungslage im ganzen Land zuspitzt.
Russland, einer der weltweit größten Erdölproduzenten, hat mit dem Import von Benzin aus Indien begonnen. Nach Angaben von mit den Vorgängen vertrauten Personen wurden mindestens 60.000 Tonnen verschifft, und Moskau plant, monatlich bis zu 400.000 Tonnen aus verschiedenen Ländern zu beziehen. Der Schritt ist eine unmittelbare Folge der ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, die in weiten Teilen des Landes zu Treibstoffengpässen, Rationierungen und langen Warteschlangen an Tankstellen geführt haben – selbst in der Hauptstadtregion und in Sibirien.
Seit Ende März verzeichnete die Nachrichtenagentur Associated Press mehr als 50 gemeldete Angriffe auf Ölraffinerien, Depots und Terminals. Der frühere Gazprom-Neft-Manager und jetzige Analyst Sergey Vakulenko beziffert den Ausfall der russischen Raffineriekapazität auf 28 Prozent. Die Internationale Energieagentur (IEA) meldete für Juni einen Rückgang der Rohölverarbeitung auf 3,95 Millionen Barrel pro Tag – den niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten. Die Benzinproduktion sank im Jahresvergleich um 17 Prozent, während der sommerliche Tagesbedarf bei mindestens 110.000 Tonnen liegt.
Neben den Lieferungen aus Indien hat Belarus seine Exporte nach Russland in der ersten Junihälfte auf 70.000 Tonnen verdreifacht. Der Kreml bestätigte Verhandlungen mit mehreren Staaten über Treibstoffimporte zu akzeptablen Preisen. In Moskau reagierte das Parlament mit Steueränderungen und Subventionen für Importe auf Basis indischer Lieferkosten; zudem wurde die vorübergehende Freigabe von Benzin der niedrigeren Qualitätsstufe Euro-2 gestattet. Präsident Wladimir Putin räumte in einer Fernsehansprache ein, die Angriffe verursachten „Probleme“, bezeichnete die Lage jedoch als „nicht kritisch“. Beobachter des Chatham House sehen darin ein Anzeichen, dass der Krieg für die russische Bevölkerung spürbarer wird und der Druck auf die Führung wächst.
Die Importe werden auf dem Seeweg Wochen benötigen, während mit der Erntesaison die Nachfrage weiter steigt. Die Versorgungskrise fällt in die Vorbereitungsphase der für September angesetzten Parlamentswahlen, die das Regime als Legitimationsinstrument nutzt. Der nächste sachliche Meilenstein ist, ob Russland rechtzeitig ausreichende Importmengen vertraglich binden kann, um den Inlandsmarkt vor dem Wahltermin zu stabilisieren, und in welchem Umfang die ukrainischen Angriffe die verbliebene Raffineriekapazität weiter beeinträchtigen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russlands Treibstoffmangel, verursacht durch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, zwingt Moskau zum Import von Benzin. Dieses seltene Eingeständnis der Verwundbarkeit zeigt die wachsenden Auswirkungen des Krieges auf die innere Stabilität Russlands. Lange Schlangen an Tankstellen und Rationierungen breiten sich aus und offenbaren das Versagen der Luftabwehr des Kremls.
Russland, einer der größten Ölproduzenten der Welt, ist nun gezwungen, Treibstoff zu importieren – wegen ukrainischer Angriffe auf seine Raffinerien. Der Kreml hat öffentlich Gespräche mit mehreren Ländern eingeräumt, ein bedeutendes Eingeständnis des erlittenen Schadens. Diese Lage unterstreicht die Wirksamkeit der ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur.
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